BLKÖ:Heyser, Christian

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 8 (1862), ab Seite: 464. (Quelle)
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Heyser, Christian (Schriftsteller, geb. zu Kronstadt in Siebenbürgen 11. März 1776, gest. zu Wien 1839). Sohn bürgerlicher Eltern evangelischen Glaubens, studirte er am Gymnasium seiner Vaterstadt und an der Universität in Jena. Nach seiner Rückkehr in die Heimat lehrte er mehrere Jahre lang, besonders in den höheren Classen jenes Gymnasiums, mit Auszeichnung und vorzüglichem Erfolg, wurde sofort, nach dem unter den evangelischen Sachsen in Siebenbürgen bestehenden Gebrauche, zum Prediger an der Stadt- sowie an der Martinsbergkirche daselbst befördert und nach kurzer Zeit zum Pfarrer von Wolkendorf, von da aber zum Pfarrer der ansehnlichen Gemeinde des Marktes Marienburg durch freie Wahl berufen. In beiden Gemeinden wirkte er durch Lehre und Beispiel mit Segen und stiftete sich damit ein immerwährendes Andenken [465] unter seinen ihm mit aufrichtiger Liebe ergebenen Zuhörern. Auch in Kronstadt erinnerte man sich gerne seiner Kanzelvorträge, welche dann manche Kronstädter auch in den entfernten Gemeinden Wolkendorf und Marienburg anzuhören und sich in dieser Absicht dahin zu begeben Gelegenheit suchten. So geschah es, daß sein guter Ruf sich immer weiter verbreitete und sogar bis in die Mauern der Residenzstadt Wien drang. Im Jahre 1828 wurde er von der Wiener evangelischen Gemeinde A. C. zu ihrem ersten Prediger gewählt und, nachdem er diesem Berufe gefolgt war und durch Gewissenhaftigkeit in Erfüllung seiner Berufspflichten sich das allgemeine Vertrauen erworben hatte, von Allerhöchst Sr. Majestät Kaiser Franz I. zum Superintendenten der Augsburgischen Confessionsverwandten in Inner- und Niederösterreich ernannt. Ein gediegener Charakter, verbunden mit dem humansten Benehmen, erwarb ihm auch in dieser Stellung die Anerkennung, welche überdieß auch der durch ihn bethätigte Amtseifer verdiente. Im Drucke hat H. bei Lebzeiten herausgegeben: „Panorama von Burzenland“, im 5. Bande der siebenbürgischen Provinzialblätter, herausgegeben von J. Filtsch (Hermannstadt, 8°.); – „Die Kirchenverfassung der Augsburgischen Confessionsverwandten im Grossfürstenthum Siebenbürgen“ (Wien 1836, 8°.), sehr günstig beurtheilt von Röhr, Breischneider u. m. A. Nach seinem Tode gab Joseph Trausch, ein gewesener Schüler Heyser’s, zum Vortheile der durch einen großen Brand verunglückten ehemaligen Kirchengemeinde Wolkendorf, in welcher H. vordem als Pfarrer gewirkt, mit einem, des Verfassers Biographie enthaltenden Vorworte heraus: „Hans Benkner und die Lebendigbegrabene. Schauspiel in fünf Acten“ (Kronstadt, bei Johann Gött, kl. 8°.), mehrmals auf den Bühnen von Kronstadt, Hermannstadt und Pesth aufgeführt. Seinem dichterischen Talente verdankt man noch mehrere bisher wenig bekannt gewordene Werke, welche noch in Handschrift liegen, als: „Bathori und Weiß. Ein Heldengedicht“ (nach dem Muster von Lucan’s „Pharsalia“ verfaßt), die Geschichte des siebenbürgischen Fürsten Gabriel Bathori und des Kronstädter Stadtrichters Michael Weiß behandelnd; – „Meinhard oder die Kreuzritter in Burzenland. Schauspiel in 5 Aufzügen“; – „Bela der Blinde. Trauerspiel“; – „Die Schlacht auf dem Brodfelde (1479), Schauspiel“. H. starb in der oben angeführten Eigenschaft als Superintendent zu Wien, im Alter von 63 Jahren.

Das Vorwort, welches J. Trausch dem fünfactigen Schauspiele: „Hanns Benkner und die Lebendigbegrabene“ vorausgeschickt hat, enthält Heysers Biographie. – Handschriftliche Mittheilungen von Jos. Trausch.