BLKÖ:Hickel, J. Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 9 (1863), ab Seite: 4. (Quelle)
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Hickel, J. Karl ( Schriftsteller , geb. in Böhmen 1811, gest. zu Wien 28. September 1855). Von seinen Eltern zum Soldatenstande bestimmt, trat er [5] nach beendeten Studien als Cadet in’s Kürassier-Regiment Freiherr von Mengen, das er als Lieutenant, seiner Verheirathung wegen, wieder verließ. Bereits in seiner Jugend ein Freund der Literatur widmete er sich nunmehr ganz derselben und schrieb Gedichte, Novellen, welche in verschiedenen Blättern des In- und Auslandes erschienen. Auch einige dramatische Arbeiten brachte er zur Aufführung, und da sie eine günstige Aufnahme gefunden hatten, übertrug ihm Hoffmann, der damalige Director des ständischen Theaters zu Prag, die Stelle eines Dramaturgen bei der dortigen Bühne, welche er bis 1852, in welchem Jahre Hoffmann die Leitung der Prager Bühne aufgab und später nach Wien übersiedelte, beibehielt. Um diese Zeit begründete H. in Prag auch das schöngeistige Blatt „Der Salon“, dessen Redaction er so lange führte, bis ihn Hoffmann, der in Wien die Leitung des Josephstädter Theaters übernommen, als Dramaturgen an dasselbe berief. Nur kurze Zeit war H. auf diesem Posten thätig. Im Jahre 1855, Anfangs September, unternahm er einen Ausflug nach Maria Zell, von welchem zurückgekehrt er vom Typhus befallen wurde und demselben bereits nach wenigen Tagen im Alter von 44 Jahren erlag. Hickel’s im Drucke erschienene Arbeiten sind: „Radetzky-Feier. Dramatische Gedicht in 2 Abtheilungen“ (Prag 1850, Calve, 12°.); – „Oesterreichische Kaiserlieder. Gedichte“ (Dresden 1855. R. Schäfer, 32°.). – „Der Minnehof. Ein Vademecum für Liebenbe, enthaltend eine poetische Blumendeutung, Stammbuchblätter, Liebesdevisen“ (Leipzig 1855. Wengler, 16°.). Der größere Theil seiner Arbeiten ist ungedruckt, darunter auch das kurz nach seinem Tode im Josephstädter Theater dargestellte Gelegenheitsstück „Des Malers schönstes Bild“. Hickel war vornehmlich Gelegenheitsdichter, aber im besseren Sinne dieses Wortes. Er liegt auf dem St. Marxer Friedhofe[WS 1] begraben.

Wiener Conversationsblatt (Theater-Zeitung), redig, von Ad. Bäuerle, 49. Jahrgang (1855), Nr. 226. S. 915. – Oesterreichisches Balladenbuch. Herausgegeben von Ludwig Bowitsch und Alexander Gigl (Wien 1856, Dorfmeister, kl. 8°.) Bd. I. S. 536; Bd. II, S. 720 [nach diesem gest. am 30. September 1855].

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: St. Marrer Friedhofe