BLKÖ:Hillisch, Joseph Hermann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hillinger, Joseph
Band: 9 (1863), ab Seite: 27. (Quelle)
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Hillisch, Joseph Hermann (Poet, geb. zu Wien 1825). Lernte in Wien die Buchdruckerei und war in verschiedenen Officinen bedienstet. Im Jahre 1848 in die allgemeine Bewegung mit hineingezogen, versuchte er vorerst für die Interessen der Buchdrucker ein Blatt zu begründen, welches auch unter dem Titel „Oesterreichische Typographia. Journal für Arbeiter von Arbeitern“ in der Mechitharisten-Buchdruckerei erschien; am 2. Juli beginnend, endete es mit Nr. 12 und 13 am 13. August. War es der Ton, der darin herrschte und nicht zusagte, oder war der Herausgeber der sich gestellten Aufgabe nicht gewachsen, darüber mögen Fachmänner entscheiden, wenigstens an Pfeilen boshaften Witzes, die H. trafen, fehlte es nicht. Eben so wenig wollte ein zweites von Hillisch in’s Leben gerufenes Journal, die „Arbeiter-Zeitung“, auf welchem sich der Redacteur als „J. H. Hillisch, Arbeiter“ zeichnete, festen Fuß unter den Arbeitern fassen. Am 7. September beginnend, scheint es am 24. September mit Nr. 6 (wenigstens liegen mir keine weiteren Nummern dieses Blattes vor) zum letzten Male erschienen zu sein. Bald darauf verließ H. Wien und kam nach Linz, wo er Factor in der Eurich’schen Druckerei wurde. Einige gelegenheitlich veröffentlichten Gedichte erwarben ihm das Wohlwollen des Statthalters Eduard Freiherrn von Bach. Als dieser Alles that, um die für skrophulöse Leiden so wohlthätig wirkenden Jodbäder zu Hall in Aufschwung zu bringen, unterbrachte er auch, der geselligen Talente des Gelegenheitsdichters H. eingedenk, diesen bei der noch jungen Anstalt, an welcher H. zur Zeit sich noch befindet. Außer mehreren in Almanachen und Zeitschriften erschienenen Gedichten gab H. eine selbstständige Sammlung heraus: „Gedichte eines deutschen Handwerksburschen“ (1851). Um das Jahr 1854 verlautete es, daß er die Herausgabe einer Sammlung neuer Gedichte vorbereite. H. ist als Poet Autodidakt und beurkundet ein ursprüngliches frisches lyrisches Talent, welches von der Kritik in aufmunternder Weise begrüßt wurde.

Mosenthal (S. H. Dr.), Museum aus den deutschen Dichtungen österreichischer Lyriker und Epiker der frühesten bis zur neuesten Zeit (Wien 1854, C. Gerold und Sohn. 8°.) S. 509. – Oesterreichisches Balladenbuch. Herausgegeben von Ludwig Bowitsch und Alexander Gigl (Wien 1856. A. Dorfmeister, kl. 8°.) Bd. I, S. 538; Bd. II, [28] S. 720. – Gegengift (Wien, Druck von Jos. Stöckholzer v. Hirschfeld. 8°.) (Spottblatt aus dem Jahre 1848), in der Beilage: „Satyros“ von dem verantwortlichen Mit- und Ver-Arbeiter Joh. Fischer [in der ersten Nummer].