BLKÖ:Hoffbauer, Clemens Maria

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Hoffer, Alois
Band: 9 (1863), ab Seite: 154. (Quelle)
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Hoffbauer, Clemens Maria[BN 1][BN 2] (Stifter der Redemtoristen in Oesterreich, geb. zu Taßwitz in Mähren 26. December 1751, gest. zu Wien 15. März 1820). Sohn einfacher Bauersleute, erhielt er eine religiöse Erziehung und schon von der Mutter ward dem Knaben sozusagen eine freudige Askese in’s Herz gepflanzt. An einen Schulbesuch war bei den beschränkten Mitteln der Eltern nicht zu denken und H. kam nach Znaim, wo er das Bäckerhandwerk erlernte. Nachdem er ausgelernt, kam er in die berühmte Prämonstratenserabtei Brück (Klosterbruck) als Bäcker. Als solcher eröffnete er dem dortigen Prälaten seinen Herzenswunsch: zu studiren und Geistlicher zu werden; dieser übertrug ihm nun das Amt des Tafeldeckens und ließ ihn die lateinische Schule besuchen. 1776, nachdem H. etwa das untere Gymnasium beendet, verließ er das Kloster und begründete bei dem Wallfahrtsorte Mühlfrauen nächst Znaim eine Einsiedelei, in welcher er zwei Jahre verlebte, als die Klosteraufhebung H. aus seinem Einsiedlerleben aufscheuchte. Er begab sich nun nach Wien, wurde wieder Bäcker, und trug sich mit dem Plane herum, eine Wallfahrt nach Rom zu unternehmen, welchen er auch ausführte, sobald er die nöthige Summe erspart hatte; dann kehrte H. wieder nach Wien zurück. Dort arbeitete er von neuem in seinem Berufe, bis ihm wieder möglich ward, nach Rom zu wallfahrten, welche Stadt der Zielpunct aller seiner Wünsche geblieben zu sein schien, denn als Pilger und später in seinem Berufe hatte H. 14 Mal die heilige Stadt besucht. Bei seiner zweiten Wanderung erhielt H. mit seinem Reisegefährten Peter Kunzmann, der auch Bäckergeselle war, aber ganz unter H.’s mächtigerem Einflusse stand und auch als Laienbruder der Congregation des ah. Erlösers in Wien sein Leben beschlossen hatte, von dem Bischofe zu Tivoli, Gregor Barnabo Chiaramonti, nachmals (1799) Papst Pius VII., die Erlaubniß, sich im Walde bei Tivoli als Eremiten niederzulassen. Während dieser Zeit reifte in H. der Entschluß, seine unterbrochenen Studien zu vollenden und Geistlicher zu werden. Nach einem halben Jahre verließ er seine Einsiedelei, kehrte nach Wien zurück und begann seine Studien, dieselben immer wieder durch Wallfahrten nach Rom unterbrechend. In diese Zeit fällt seine Bekanntschaft mit einem armen böhmischen Studenten Namens Hübel, der später mit Hoffbauer vereint in gleicher Richtung eine energische Thätigkeit entfaltete. Nach beendeten philosophischen Studien beschlossen beide das theologische Studium in Rom fortzusetzen. Sie begaben sich dorthin und gelangten, eben angekommen, dem Klange einer Frühglocke folgend, in die Kirche San Giuliano, wo die Priester des ah. Erlösers versammelt waren. Der Entschluß, in diese Congregation einzutreten, war bald gefaßt und Hoffbauer, damals schon 32 Jahre alt, fand mit seinem Freunde Hübel Aufnahme in [155] derselben (1783). Die Theologie dort studirend, faßte H. bald den Gedanken, diese Congregation nach Deutschland zu verpflanzen. Nach beendeter Theologie und erhaltenen h. Weihen begab sich H. mit Hübel zunächst nach Wien, um dort seine Absicht zu verwirklichen (1785). Ueber Oesterreich war eben die Zeit der Klosteraufhebung hereingebrochen und bald überzeugten sich die beiden Gefährten, daß dieß nicht der Boden sei für die Verwirklichung ihrer Absichten. Sie wanderten also – indem sich ihnen noch der bereits erwähnte Kunzmann als Laienbruder anschloß – nach Polen. Dort fanden sie eine gastliche Aufnahme und wurde ihnen bald von den 166 Kirchen Warschau’s jene des h. Benno in der Neustadt angewiesen. Nun entfaltete H. mit seinen Gefährten eine energische Thätigkeit, in welcher er durch die Gunst des Königs Stanislaus II. (Poniatowski) wesentlich gefördert wurde. Alle Hindernisse besiegend, begann die Congregation sich zu mehren und in wenigen Jahren zählte sie in einem Hospiz und mehreren Missionsstationen 32 Mitglieder. In diese Zeit fällt ein Vorfall aus Hoffbauer’s Leben, der helles Licht verbreitet über die Charaktergröße und sittliche Stärke dieses merkwürdigen Mannes. H. pflegte für die Armen in Person zu sammeln. Einst in einer Gaststube sprach er einen Mann um eine Gabe an, der ihm diese nicht nur mit den rohesten Worten verweigerte, sondern dem stehenden Priester noch in’s Gesicht spuckte. Hoffbauer wischte schweigend das Gesicht ab und sprach dann ruhig zu dem Beleidiger: „Das war für mich, jetzt geben Sie mir aber auch etwas für meine Armen“. Die Bennoniten, wie die Congregation in Warschau genannt wurde, dehnten ihre Wirksamkeit immer weiter aus; bald stifteten sie eine Bruderschaft zu Ehren des h. Joseph, die Frohnleichnamsprocession wurde mit großer Pracht begangen, Missionen und Exercitien gehalten, ein eigenes Schulhaus, worin arme Knaben unentgeltlich Unterricht erhielten, wurde gestiftet, Bekehrungen von Protestanten und Juden mehrten sich von Tag zu Tag und der Ruf dieser großartigen Wirksamkeit drang über die Alpen. Schon im Jahre 1792 war H. zum Generalvicar jenseits der Alpen ernannt worden, indem er viel früher noch (1785) die Vollmacht erhalten hatte, Collegien zu errichten, zu organisiren und Novizen aufzunehmen. So stiftete er an der Schweizergrenze nächst Instetten auf einer Anhöhe, Berg Tabor genannt, das erste Ordenshaus in Deutschland; auch ein Ruf aus Tryberg im Schwarzwalde erging an ihn, dem er folgte, aber durch die um sich greifenden Illuminaten von dort vertrieben, gründete er in Lobenhausen, welches ihm Graf Fugger angewiesen hatte, eine neue Niederlassung. Als H. 1805 nach Warschau zurückgekehrt war, hatte sich dort die Sachlage sehr geändert, die Congregation zählte bereits viele Feinde, die noch mächtiger wurden, nachdem Hübel gestorben (4. Juli 1807), der in Warschau im hohen Ansehen stand und manches Gewitter, welches die Bennoniten bedrohte, bereits beschworen hatte. Die Ausweisung der Congregation wurde von der Regierung beschlossen, alle Mitglieder eines Tages aufgehoben und unter starker Bedeckung über die Grenze gebracht. Kaum die Reliquien und einiges Kirchengeräthe konnte von den Vätern gerettet werden. Sie wurden alle nach Küstrin gebracht, dort einige Wochen in anständiger Haft gehalten, worauf sie Pässe erhielten und jeder in seine Heimat abreiste; Hoffbauer [156] begab sich nach Wien. Auch da wurde er zuerst von der Polizei verhaftet, aber bald freigelassen. An dem Erzbischofe Hohenwart und dem Hofrathe Baron Penkler gewann er mächtige Freunde. Der Gedanke, in Wien ein Ordenshaus zu gründen, erfüllte ihn und sein Streben war nunmehr nur darauf gerichtet. 1809 erhielt H. den Auftrag, den Gottesdienst in der italienischen Kirche interimistisch zu besorgen. Die Zahl seiner Freunde, die ihn in seinem Vorhaben förderten, mehrte sich. Unter diesen befand sich Friedrich von Klinkowström, und mit dessen Hilfe wurde eine Erziehungsanstalt für adelige Knaben in’s Leben gerufen. Im Jahre 1813 wurde H. Beichtvater der Ursulinerinen und Director der Klosterkirche daselbst. Zugleich versah er das Predigtamt an Sonn- und Feiertagen und verkündete an hohen Festtagen nach der Predigt von der Kanzel den päpstlichen Ablaß. Eine solche Ablaßverkündigung aber verstieß gegen die bestehenden Gesetze. Seine Gegner, und deren waren nicht wenige, lagen beständig auf der Lauer und wie der obige Umstand bei seiner späteren Untersuchung mit einen Erschwerungsumstand bildete, so war der Einfluß seiner Gegner wirksam genug, daß ihm für einige Zeit das Predigen untersagt wurde. Alles dieß aber konnte H. in seiner Wirksamkeit nicht beirren und er lag der Erfüllung seines Berufes mit Hintansetzung seines eigenen Ich ob. Insbesondere wurde er oft an’s Kranken- und Sterbelager gerufen, und obgleich schon vom Alter gebeugt und durch sein ascetisches Leben selbst schon körperlich geschwächt, ließ er sich nicht abhalten zu gehen, so oft an ihn diese Forderung gestellt wurde. Indessen festigte sich in Wien die Congregation, die sich ohne behördliche Bewilligung nach und nach gebildet hatte und in fortwährender Zunahme begriffen war. Bereits konnte sie im Jahre 1815 Priester derselben zu einer Missionsstation in der Bulgarei entsenden, nachdem Hoffbauer sich früher mit dem Gedanken getragen hatte, eine Mission nach Amerika abzuschicken. Die Mission in der Bulgarei war unglücklich ausgefallen, der Aufbau eines eigenen Collegiums wurde nicht gestattet, und nach sechs Jahren fruchtloser Anstrengungen, festen Boden im Lande zu gewinnen, kehrten die entsendeten Priester unverrichteter Dinge zurück. Hoffbauer kannte wohl alle diese sein Inneres schwer betrübenden Verhältnisse, aber die Rückkehr seiner Boten hatte er nicht mehr erlebt, sie hatte ein Jahr nach seinem Tode stattgehabt. Der überhandnehmende Einfluß Hoffbauer’s in Wien fing allmälig Bedenken an zu erregen, welche gesteigert wurden, als es sich zeigte, daß in Oesterreich ein ausländischer neuer Orden bestehe, ohne eine gesetzliche Bewilligung seines Bestandes aufweisen zu können. Es wurde gegen Hoffbauer amtlich eingeschritten. Eine aus weltlichen und geistlichen Mitgliedern bestehende Untersuchungscommission verfügte sich zu Hoffbauer, nahm seine Papiere in Beschlag und stellte ihm selbst die Alternative, entweder seinem Orden zu entsagen oder Wien zu verlassen. Er entschied sich für das letztere und stellte darüber einen förmlichen Revers aus. Die Dinge waren schon zum Aeußersten gekommen und Hoffbauer sollte entweder die Verbindung mit der Congregation aufgeben oder binnen einer festgesetzten Frist Oesterreich verlassen, als er erst Schritte machte, und durch seine Freunde, den Baron Penkler und Erzbischof Hohenwart, erwirkte, daß der Kaiser sich über die [157] ganze Geschichte genau unterrichten ließ und die Sache in Erwägung zu ziehen beschloß. Zu gleicher Zeit (29. October 1819) richtete Hoffbauer ein Gesuch an den Kaiser, der Congregation des ah. Erlösers – deren Statuten er beilegte – in Oesterreich eine angemessene Wirksamkeit einzuräumen. Seine Angelegenheit war bald im besten Zuge, aber während der Gedanke, an dessen Erfüllung er Zeit seines Lebens unablässig gearbeitet, die Einführung seines Ordens in Oesterreich, der Verwirklichung sich näherte, nahete seine letzte Stunde heran. Obgleich seit mehreren Tagen heftig fiebernd, ließ er sich nicht abhalten, alle geistlichen Verrichtungen selbst vorzunehmen. Noch hielt er am 6. März (1820) in Person das Seelenamt für die in Rom verstorbene Fürstin Jablonski. Das aber war seine letzte kirchliche Function; sein nahes Ende ahnend, rief er noch: „Was Gott will, wie Gott will, wenn Gott will!“ und ohne einen bemerkbaren Todeskampf vollendete er im Alter von 69 Jahren am 15. März 1820 um die Mittagsstunde. Bald nach Hoffbauer’s Tode nahm sich der Gratzer Bischof Zängerle mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln der Congregation an, deren Wirksamkeit allmälig so dem Hasse der Bevölkerung verfiel, daß sie im Jahre 1848 eine der Ersten war, die vom Feuereifer jener Tage ereilt und verjagt wurde. Hoffbauer selbst war ein gewaltiger, reiner, tief ascetischer Charakter; als Prediger weniger entflammend, als tief in die Herzen dringend, wirkte er durch das Beispiel eines fast heiligen Lebenswandels; sich selbst alles versagend, war er den Armen ein Wohlthäter, der Jugend, die sich an ihn drängte, ein Vater. Er hat nie etwas geschrieben, aber seine Thätigkeit hat tiefere Wurzeln weit und breit gefaßt, als manche Schrift. Der Mensch, welcher H. auf der Kanzel war, war er auch unter der Kanzel. Originell, wie es die vielen Lebenszüge beweisen, die sich von ihm in der Ueberlieferung erhalten haben, bewies er bei den zahlreichen Verfolgungen, denen er an den verschiedenen Orten seiner Wirksamkeit ausgesetzt war, einen stoischen Gleichmuth. Den einmal gefaßten Vorsatz fest im Auge behaltend, blieb er ihm mit undurchdringlicher Zähigkeit getreu, und sah sein Ausharren immer belohnt. Weltliches Gut und Ehren verachtete er, man fand nach seinem Tode den weißen Adlerorden, den ihm König Stanislaus als besonderes Zeichen seiner Huld eigenhändig gegeben hatte, in einer Schublade. Niemand in Wien bis zu seinem Tode hatte darum gewußt. Als ihm bekannt wurde, der Kaiser wolle ihn, da er in Folge der über H. verhängten Untersuchung über ihn Erkundigungen eingezogen und nur das Beste gehört habe, auszeichnen, war H. nun bestrebt, die ihm bestimmte Huld in eine seiner Congregation zufallende zu verwandeln, und so geschah es, daß diese, nachdem ihre Vertreibung ausgesprochen zu sein schien, eben im Augenblicke ihrer größten Gefahr, fester stand denn je. H. hatte die glänzende Genugthuung, das, was er sich zur Lebensaufgabe gemacht, mit Beseitigung großer und vieler Hindernisse verwirklicht zu sehen, kurz vor seinem Austritte aus diesem Leben.

Pösl (Friedrich Dr.). Clemens Maria Hoffbauer, der erste deutsche Redemtorist in seinem Leben und Wirken (Regensburg 1844, Manz, 8°.). – Brunner (Sebastian), Clemens Maria Hoffbauer und seine Zeit. Miniaturen zur Kirchengeschichte von 1780–1820 (Wien 1850. W. Braumüller, 8°.), [Brunner’s Buch über Hoffbauer enthält zwei interessante Anhänge, S. 267 einen Bericht des HH. [158] Canonicus, Doctor der Theologie und Medicin J. E. Veith über C. M. Hoffbauer, und S. 287: „Clemens Maria Hoffbauer. Generalvicar des Ordens zum heiligsten Erlöser. In zwei Gesängen von Friedrich Ludwig Zacharias Werner“. – Stulc (Vacslav), Klement Maria Hoffbauer … Životopišný nástin (Prag 1859, B. Rohliček, kl. 8°.).Oesterreichischer Beobachter 1820, Nr. vom 17. März. – Grabdenkmal. Hoffbauer’s Leiche wurde in Maria Enzersdorf bei Wien beigesetzt. Der Grabstein auf dem dortigen Friedhofe enthält folgende Inschrift: Hic jacet R. P. Clemens Maria Hoffbauer, Congregationis SS. Redemptoris Vicarius Generalis obiit die 15. Martii 1820. In der Nähe von Hoffbauer’s Grabe befindet sich die Familiengruft-Capelle des Baron Penkler, seines Freundes. Neben Hoffbauer wurde (drei Jahre später) Werner, Hoffbauer’s unzertrennlicher Gefährte, beigesetzt; unweit des Grabes auf dem ohnehin kleinen Friedhofe liegen Maximilian Hell [Bd. VIII, S. 262], seit 1839 der Historiker Bucholz [Bd. II, S. 189] und seit 1852 der als politischer Schriftsteller bekannte und seiner Zeit vielgenannte k. k. Staatskanzleirath Karl Ernst Jarcke. – Gegenwärtiger Stand der von Hoffbauer in Oesterreich begründeten Congregation des allerheiligsten Erlösers (allgemein bekannt unter dem Namen der Ligourianer oder Redemtoristen). Die Congregation zählt zur Zeit im Ganzen und zwar in Oesterreich, Rom, wo seit 1856 der Sitz des Ordensgenerals auch von den Cisalpinischen Provinzen (die Stiftung Hoffbauer’s) errichtet wurde, dann in Belgien, Holland, Frankreich, England, Irland, Oberitalien, Modena, Rheinpreußen, im Herzogthume Nassau, in Bayern, Nordamerika, Savoyen und auf der Antilleninsel St. Thomas 64 Häuser. Die Colonien gingen größtentheils vom Wiener Hause aus. 1826 gingen 6 Patres nach Lissabon, wurden aber dort von der Revolution vertrieben; 1833 nach Belgien von Wien aus 8 Patres, 1835 nach Modena 4 Patres, 1841 nach Bayern 9 Patres. Die in die Bulgarei 1835 neuerdings entsendeten 7 Patres wurden bald auf drei herabgesetzt, da sie in kurzer Zeit den dort herrschenden Krankheiten erlagen. Wie man sieht ist Hoffbauer’s Same stark aufgegangen und unter dem Schatten seines Ordens ruht fast ganz Europa.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Hoffbauer, Clemens Maria, Stifter der Redemtoristen in Oesterreich [s. d. Bd. IX, S. 154]. H. war in Maria Enzersdorf nächst Wien begraben; nachdem die Uebertragung seiner Leiche genehmigt worden, fand dieselbe am 5. November 1862 in die neu errichtete Grabstätte in der Kirche seiner Congregation zu Maria Stiegen in Wien Statt. Daselbst wurde ihm auch ein Denkmal errichtet. Auf der Evangelienseite des Presbyteriums erhebt sich aus kräftigem Sockel der mittlere Theil der Tumba, welcher mit Maßwerkfütterungen versehen und von einem reich gegliederten, mit Ornamenten verzierten Gesimse gekrönt ist. Auf der oberen Schräge des Gesimses ist in erhabenen Lettern PP. Clemens Maria Hoffbauer u. s. w. eingemeißelt. Dasselbe Gesimse profilirt sich dann in die Tumba hinein und bildet zugleich einen Rahmen für H.’s Bild, welches in Lebensgröße in Carrara-Marmor von Joseph Gasser gearbeitet ist. Die Tumba ist von röthlichem Untersberger Marmor von dem Steinmetzmeister Haßlauer in Salzburg gearbeitet. In einem besonderen Reliquienschreine aus Metall sind H.’s Gebeine aufbewahrt und unter der Tumba beigesetzt. Das sowohl in figuralischer als architektonischer Beziehung streng im Kirchenstyle gehaltene Monument ist nach Entwurf und Zeichnungen des Architekten Lippert ausgeführt. In jüngster Zeit haben bereits unter Vorsitz des Cardinals Rauscher die Sitzungen wegen Hoffbauer’s Seligsprechung stattgefunden.
    Oesterreichischer Volksfreund (Wiener Journal, Fol.) 1863, Nr. 58. [Bd. 11, S. 433.]
  2. E Hoffbauer, Clemens Maria [Bd. IX, S. 154; Bd. XIV, S. 433]. Im Jahre 1864 ist Clemens M. Hoffbauer, Oesterreichs erster Redemptorist – dieser Orden ist nur eine Metamorphose des Jesuitenordens – selig gesprochen worden.
    Presse (Wiener polit. Blatt) 1867, Nr. 86, im Feuilleton: „Vor einer Seligsprechung“. – Didaskalia (Frankfurter Blatt, 4°.) 1865, Nr. 82: „Ein kostspieliges Wunder“. – Beilage zum Oesterreichischen Volksfreund 1865, Nr. 13: „Stand des Selig- und Heiligsprechungs-Processes des Dieners Gottes Clem. Mar. Hoffbauer“. [Bd. 28, S. 354.]