BLKÖ:Štulc, Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 40 (1880), ab Seite: 184. (Quelle)
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Štulc, Wenzel (Domherr und čechischer Schriftsteller, geb. zu Kladno in Böhmen 20. December 1814). Der Vater, welcher als Bauer zu Kladno zugleich das Maurerhandwerk ausübte, schickte den Sohn zunächst in die Ortsschule, dann kam der Knabe nach Prag, wo er die Teiner Normalschule besuchte; 1827 bezog er das Altstädter Gymnasium, an welchem Jos. [185] Jungmann und Franz Swoboda lehrten. Seine Liebe zur Muttersprache verband ihn bald mit gleichgesinnten Kameraden, welche dieselbe Schule besuchten, es waren dies: Pichl [Bd. XXII, S. 222], Hawlik [Bd. VIII, S. 101], Sabina [Bd. XXVIII, S. 6], Strobach [S. 55 dieses Bandes], Podlipsky [Bd. XXIII, S. 5], Wenzel Swoboda, Trojan, denen sich noch vom Neustädter Gymnasium der später als Dichter bekannt gewordene Macha [Bd. XVI, S. 193] zugesellte. In diesem Kreise wurde die vaterländische, dann überhaupt slavische Literatur und die nationale Idee eifrigst gepflegt, daselbst begannen die linguistischen Untersuchungen der slavischen Dialekte und wurde die Gymnasialbibliothek mit čechischen Büchern vermehrt, kurz Alles gethan, was auf Förderung und Belebung des Slaventhums abzielte, ein Streben, welches noch mehr Nahrung fand, als die polnische Erhebung der Dreißiger-Jahre sich die Sympathien ganz Europas zu gewinnen verstanden hatte. Aus dieser Zeit stammt auch die Vorliebe her, welche Štulc sein ganzes Leben hindurch für die Polen hegte. Damals bereits versuchte er sich in Uebertragungen aus dem Polnischen und Ruthenischen, welche er in der Zeitschrift „Jindy a nyní“, d. i. Einst und Jetzt, veröffentlichte. Von den polnischen Dichtern zog ihn vor allen Adam Mikiewicz an. Auch zählte er zu den ersten Mitgliedern der in jenen Tagen gestifteten „Matica česka“. Während er noch die oberste Classe des Gymnasiums besuchte, erschien er schon als Patriot in den bei Amerling [Bd. I, S. 30] abgehaltenen abendlichen Versammlungen, wo unter Anderen auch Hanel, Pelikan, Storch, Vidimsky und Stětka sich einzufinden pflegten; von den Hörern der philosophischen Jahrgänge gesellten sich zu den Vorgenannten noch Filipek, Kavka, Patocka, Šohay, Vrtatko, Tupa u. A. Zufällig wurde Štulc in diesem Kreise mit dem Fürsten Georg Lubomirski dem Aelteren bekannt, zu dem er sich bald hingezogen fühlte und mit dem ihn für das ganze Leben freundschaftliche Bande verknüpften. Damals lernte er auch die Schriften Bolzano’s [Bd. II, S. 35] kennen, welche seine Seele so ganz erfüllten, daß er wesentlich durch sie zu dem Entschlusse gelangte, der theologischen Laufbahn sich zu widmen. So begann er nach Beendigung des philosophischen Studiums jenes der Theologie, brachte vier Jahre im Prager Seminar zu und empfing am 4. August 1839 die Priesterweihe. Während seiner theologischen Studien machte er in den Ferien öfter Reisen nach Mähren, in die Slovakei, nach Ungarn, und zwar im Anfange gemeinschaftlich mit Amerling, später allein, und auf diesen Ausflügen wurde er mit den damaligen Koryphäen des Slaventhums, mit Kampelík, Kollar, Hamaliar u. A. bekannt. Einmal besuchte er auch Dresden, und mit seinem Schulcollegen Grafen Tarroucca bereiste er ganz Böhmen. Dabei setzte er seine literarischen Arbeiten und Studien fleißig fort. Aus dieser Zeit stammt auch seine Uebersetzung des berühmten Gedichtes „Conrad Wallenrod“ von Mickiewicz. [Eine ausführliche Uebersicht seiner zahlreichen Schriften folgt S. 188]. Nach beendigten theologischen Studien widmete er sich der Seelsorge, und zwar zunächst als Caplan in Kirlic, wo er bis 1843 verblieb. Daselbst war er auch für Hebung des geistigen Lebens unter dem Landvolke unablässig thätig; er eiferte die Kinder zum Besuche [186] der Schule an, die er mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu fördern suchte; er steigerte die Leselust, indem er geeignete Bücher herbeischaffte; er gründete eine Turnanstalt und führte bei den Frauen und Mädchen die trauliche Spinnstube ein. Für sich selbst aber suchte er Verkehr mit gleichgestimmten Priestern und anderen Männern und blieb mit Prag und seinen dort lebenden Mitpatrioten in steter Verbindung. Ein langwieriges Halsleiden, das chronisch zu werden drohte, nöthigte ihn, nach der Hauptstadt zu reisen, wo er zunächst wohl Linderung seines Zustandes fand, aber erst nach jahrelangem Gebrauche verschiedener Mittel, zuletzt der Wassercur, erlangte er volle Genesung. Nun wurde er Hauspriester im Blindeninstitut zu Prag; 1846 aber Seelsorger im Irrenhaus zu St. Katharina daselbst. 1847 begründete er das Kirchenblatt „Blahověst“, d. i. Der evangelische Bote. Da kam das Jahr 1848 heran. Mit allem Feuereifer stürzte er sich auf einen Gegenstand, welcher dem wahren Priester immer fremd bleiben soll, auf die Politik. Vorerst wirkte er in dem nationalen Ausschuß, dann half er den Slavencongreß veranstalten, den er mit einem improvisirten Gebet auf die h. Cyrill und Method in der Teinkirche einweihte, und auf dem Congresse selbst wurde er zum Mittelsmanne zwischen der čechischen und polnischen Section erwählt. Als der österreichische constituirende Reichstag in Wien zusammentrat, begab er sich dahin und machte daselbst die Bekanntschaft Stroßmayer’s [S. 88 dieses Bandes] und Berlic’s. Nach Prag zurückgekehrt, nahm er an den Arbeiten der „Slovanska lipa“, in deren Ausschuß er gewählt worden, regen Antheil. Bald fügte er zur Redaction des geistlichen Blattes „Blahověst“ noch jene eines politischen, des „Občan“, d. i. Der Staatsbürger, während er in der Flugschrift „Několik slov k poctivym lidem“, d. i. Einige Worte an das ehrliche Landvolk, demselben landwirthschaftliche Rathschläge u. dgl. m. ertheilte. In diesem Jahre wurde er auch zum Religionslehrer am Gymnasium in der Prager Altstadt ernannt. Zugleich lehrte er noch čechische Sprache und Geschichte. Als dann im Jahre 1853 das Altstädter Gymnasium als eine deutsche Lehranstalt erklärt und der größere Theil der Professoren zerstreut wurde, sollte auch er seiner ausgesprochen nationalen Richtung wegen eine andere Bestimmung erhalten, aber auf Verwendung des Cardinals Schwarzenberg blieb er seinem Posten erhalten. Im Jahre 1864 zur Würde eines residirenden Domherrn auf dem Wisehrad erhoben, bekleidet er dieselbe noch zur Stunde. Inzwischen blieb er seinem früheren Streben, welches vornehmlich darin bestand, den nationalen Gedanken mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu festigen, unverrückt treu. So ist er die Seele des Vereins „Katholische Union“ (Katolicka jednota), in welchem er seinen Tendenzen entsprechende Vorträge hält. In den Versammlungen desselben zu Brünn fungirte er wiederholt als Präsident. Die Idee, ein sichtbares Zeichen der slavischen Vereinigung zu schaffen, hielt er stets fest. Das wirksamste Mittel zur Durchführung dieses Gedankens waren die von ihm ins Leben gerufenen nationalen Kreuzervereine. Wohl wurden dieselben später behördlich untersagt, aber der von Štulc gegebene Anstoß ließ sich nicht so mir nichts dir nichts wegdecretiren, und ein neues Wahrzeichen des sich immer kräftiger entwickelnden Slaventhums stand mit einem [187] Male fertig da in Gestalt der Kirche der beiden Slaven-Apostel Cyrill und Method im Karolinenthale bei Prag. Ein anderes Mittel zur Förderung seines Gedankens war auch der von ihm im Jahre 1850 herausgegebene katholische Kalender „Poutnik z Prahy“, d. i. Der Wanderer aus Prag, der ihm so recht Gelegenheit bot, seine nationalen Ideen dem Volke mundgerecht vorzutragen und bis in die untersten Schichten desselben wirken zu lassen. Sonderbarer Weise erreichte der Kalender nur drei Jahrgänge. Als dann 1856 die tausendjährige Feier zu Ehren der Slaven-Apostel Cyrill und Method angeregt wurde, gründete er zum Gedächtniß dieser beiden Heiligen eine Erbstiftung (dědictvo cyrilo methodejsky) und eröffnete die von derselben herauszugebenden Schriften mit einer Biographie der genannten Heidenbekehrer. Im Jahre 1859 reiste er nach Warschau, mit keinem geringeren Plane, als eine engere Verbindung der Čechen und Polen anzubahnen. Noch entschiedener aber trat er in seinen Bestrebungen auf, als mit dem Umschwunge der politischen Verhältnisse im Jahre 1861 sich auch in Böhmen das politische Leben reger zu entfalten begann. Nun gab er die politische Zeitung „Pozor“ heraus und brachte es durch seine oppositionelle Haltung unter dem Ministerium Schmerling bald dahin, daß er wegen des Verbrechens der Störung der öffentlichen Ruhe zu einjährigem Kerker, zum Verfall der Caution im Betrage von 1000 fl. ö. W., zur Entfernung von der Redaction der genannten Zeitung und zum Ersatze der Kosten des Strafverfahrens verurtheilt wurde. Die Haft, welche auf zwei Monate Arrest ermäßigt wurde, überstand Štulc im Frühling 1863 bei St. Georg auf dem Prager Schlosse. Ein nicht unwesentliches bleibendes Verdienst, welches sich der Domherr nebenher erwarb, war die Gründung einer höheren Mädchenschule in Prag. Von ihm nämlich stammt der Gedanke; er legte denselben dem Bürgermeister Pstroß [Bd. XXIV, S. 37] ans Herz, und dieser brachte ihn auch, von Štulc im Wesentlichen dabei gefördert, zur Ausführung. Indessen setzte der Domherr seine schriftstellerische Thätigkeit ununterbrochen fort: er war in dieser Zeit einer der fleißigsten Mitarbeiter der čechischen „Zeitschrift für die katholische Geistlichkeit“ (Časopis katolickeho duchovenstva); veröffentlichte gegen Renan’s „Leben Jesu“ eine polemische Schrift, betitelt: Renan a pravda“, d. i. Renan und die Wahrheit, in welcher er den französischen Juden mit Entschiedenheit bekämpfte; vollendete die – ungedruckt gebliebene – Uebersetzung des herrlichen Werkes „Grażyna“ von Mickiewicz; hielt im wissenschaftlichen Vereine „Umělecká beseda“ öfter Vorträge über Jungmann, Prochazka, Mickiewicz u. A. und ließ in der kritischen Beilage der politischen Zeitschrift „Narodní list“ Probestücke der polnischen Literatur in čechischer Bearbeitung erscheinen. Seine umfassende und vielseitige Thätigkeit auf schriftstellerischem Gebiete wird erst aus der umstehenden Uebersicht seiner Schriften in ihrem ganzen Umfange ersichtlich. Aber nicht blos eigene Werke gab er heraus; er ist auch Anderen bei Veröffentlichung ihrer Werke behilflich und mit seinen ganzen Kräften thätig, wo es die Förderung der nationalen Idee gilt. Unter den älteren Schriftstellern der čechischen Nation, denn er zählt gegenwärtig bereits 65 Jahre, ist er noch immer einer der rührigsten, der seine bestimmten Ziele im Auge behält, [188] sich durch etwaige Hindernisse nicht abschrecken läßt, sondern dann vielmehr seine Energie verdoppelt, um dieselben hinwegzuräumen. Seine Biographen bezeichnen ihn einstimmig als einen der edelsten Söhne der čechischen Nation.

Chronologische Uebersicht der schriftstellerischen Arbeiten des Domherrn Štulc. „Patero červených korálův. Úplná modlitební kniha pro věrné katolické křesťany“, d. i. Fünf rothe Korallen. Vollständiges Andachtbuch für wahre katholische Christen (Prag 1826, Neue Aufl. 1830, 1833, 1836 und 1859, Stýblo, kl. 8°.) – „Stanislav a Aninka. Z polského přeložil“, d. i. Stanislaus und Aennchen. Aus dem Polnischen übersetzt (Prag 1835 u. f., Heß, 12°.); bildet das 1. Heft der von J. J. Maly[WS 1] herausgegebenen „Biblioteka zábavného čtení“, d. i. Bibliothek unterhaltender Lecture. – „Konrad Wallenrod. Pověst dějepisná z dějův litevských a pruských. Přeložyl veršem V. Sv. Štulc“, d. i. Konrad Wallenrod. Geschichtliche Erzählung lithauischer und preußischer Begebenheiten. In Versen aus dem Polnischen des Adam Mickiewicz übersetzt (Prag 1837, Spinka, kl. 8°.). – „Život sv. Alžběty, dcery krále uherského“, d. i. Leben der h. Elisabeth, Tochter des Königs von Ungarn (Prag 1843, Selbstverlag). – „Život sv. Anny, máteře rodičky boží Marie“, d. i. Leben der h. Anna, Mutter der h. Maria (Prag 1843, Selbstverlag). – „Život sv. Barbary, panny a mučennice boží“, d. i. Leben der h. Barbara, Jungfrau und Märtyrin (Prag 1843, Selbstverlag). – „Život sv. Máří Magdaleny“, d. i. Leben der h. Maria Magdalena (ebd. 1843). – „Život sv. Ferdinanda, vyznavače Páně“, d. i. Leben des h. Ferdinand, Bekenners des Herrn (ebd. 1843). – „Život sv. Josefa pěstouna Pána Ježíše“, d. i. Leben des h. Joseph, Nährvaters Jesu Christi (ebd. 1843). – „Padesáte bájek a několik vážnějších básniček pro naše milé maličké sebrané“, d. i. Fünfzig Fabeln und einige bedeutendere Dichtungen, für unsere lieben Kleinen gesammelt (Prag 1844; 2. Aufl. 1848; 3. Aufl. 1862, mit 20 Abbildungen, Stybl; 4. Aufl. 1868, 8°.); die Fabeln sind zum Theile von Spekter[WS 2]. – „Život sv. Vincencia de Paul“, d. i. Leben des h. Vincenz von Paula (Prag 1844, Heß); bildet das erste Heft der „Katholischen Bibliothek (Biblioteka katolicka) für das gesammte čecho-slavische Volk“. – „Dobrá rada v potřebě. Upřímné slovo k milým krajanům“, d. i. Guter Rath in der Noth. Ein offenes Wort an die lieben Landsleute (Prag 1846, erzbischöfliche Druckerei, 12°.). – „Blahověst. Katolický týdenník pro Čechy, Moravany, Slováky i Slezáky. Vydavatel a redaktor Vácsl. Štulc, d. i. Der evangelische Bote. Eine katholische Wochenschrift für Čechen, Mährer, Slovaken und Schlesier. Herausgeber und Redacteur Wenz. Štulc (Prag, Wenzel Heß, seit 1855 Rohliček, seit 1860 Stýblo). Diese Wochenschrift begann im Jahre 1847 zu erscheinen. Im Jahre 1851 änderte sie den Titel folgendermaßen: „Blahověst. Katolicke hlasy pro knězstvo a lid jazyka českoslovanského“, d. i. Der evangelische Bote. Katholische Stimmen für Geistlichkeit und Volk čecho-slavischer Sprache. Bis 1860 redigirte Štulc das Blatt allein, dann trat Srdínko als Mitredacteur ein, welcher es vom Jahre 1862 allein fortsetzte. – „Několik slov k poctivým lidem“, d. i. Einige Worte an ehrliche Leute (Prag 1849, Wenz. Heß, 8°.); vorher abgedruckt im „Blahověst“. – „Život sv. Prokopa opata sázavského patrona naroduč eského“, d. i. Leben des H. Prokop, Abtes von Sazawa und Patrons des čechischen Volkes (Prag 1849, Heß); früher gedruckt im „Blahověst“. – „Písně ke cti sv. Cyrilla a Methodija, apoštolův a dobrodincův slovanského národa etc.“, d. i. Gesänge zu Ehren der h. Cyrill und Method, der Apostel und Wohlthäter des slavischen Volkes (Prag 1854, Stybl, 8°.); anläßlich der Grundsteinlegung der Kirche im Karolinenthal am 9. März 1854. – „Písně májové ku poctě panny Marie“, d. i. Mai-Gesänge zu Ehren der h. Jungfrau Maria (Prag 1854, Medau, kl. 12°.; neue Aufl. 1856, Bellmann). – „Pomněnky na cestách života“, d. i. Erinnerungsblumen auf den Wegen des Lebens (Prag 1854, Heß, gr. 12°.); deutsch übersetzt von Joseph Wenzig (Prag 185.), der in seinem „Rosmarinkranz“ (Regensburg 1855) auch eine Auswahl von Š.’s Legenden und Erinnerungsblumen aufgenommen hat. – „Zlaté zápisky Karlínské 10ho června l. P. 1854“, d. i. Goldene Karolinenthaler Aufzeichnungen vom 10. Juni 1854 (Prag 1854, W. Heß, 12°.). – „Karlín a jeho chrám. Stručná historicko-statistická zpráva přiložená k listině [189] základného kamene chrámového položného a zasvěceného dne 10. června l. p. 1854“, d. i. Karolinenthal und seine Kirche. Gedrängte historisch-statistische Darstellung u. s. w. (Prag 1854, Rohliček, 4°.); wurde bei der Grundsteinlegung der Kirche mit den anderen Gegenständen mit in den Grundstein gelegt. – „Sv. Cecilia panna a mučennice Kristova“, d. i. Die h. Cäcilie Jungfrau und christliche Martyrin (Prag 1855, Rohliček, kl. 12°); vorher im „Blahověst“ gedruckt. – „Hvězda Betlémská čili duchovní cvičení v pravém životě křestanském“, d. i. Der Betlehemitische Stern oder geistliche Anleitung zum wahren christlichen Leben (Prag 1857, Stýblo, kl. 12°.); es ist die von Štulc ausgeführte vermehrte Umarbeitung eines schon älteren Missionsbuches. – „Život svátých Cyrilla a Methodia, apoštolů slovanských“, d. i. Leben der h. Cyrill und Method, Apostel der Slaven (Brünn 1857, Rud. Rohrer); mit dem Bilde der Heiligen nach Hellich und mit lithographirten Compositionen. – „Lampa posvátná. Od Jeho Eminenci Kardinála Mik. Wiseman. Přeložena s povolením spisovatelovým“, d. i. Die heilige Lampe. Uebersetzt aus dem Englischen des Cardinals Wiseman, mit Erlaubniß des Autors (Prag 1859, Rohlicek, 12°.). – „Klement Maria Hofbauer. Životopisný nástin“, d. i. Clemens Maria Hofbauer. Biographische Skizze (Prag 1859, Rohliček, 12°.). – „Besedy katolické. Sbírka spisův zábavných i vzdělavatelných v duchu katolickém. Vydava V. Štulc, d. i. Katholische Unterhaltungen. Sammlung ergötzlicher im katholischen Geiste gehaltener Schriften. Herausgeber W. Štulc, zwei Hefte (Prag 1860, Kober, 8°.). – „Milosrdný Samaritán. Knížka útěhy a spasitedlného vzdělání věnovaná nemocným a opatrovnikům jejich“, d. i. Der barmherzige Samaritaner. Trost- und heilsames Erbauungsbüchlein für Kranke und ihre Pfleger (Prag 1860, Stýblo, kl. 8°.). – „Čezka národnost a evangelické církev“, d. i. Die čechische Nationalität und die evangelische Kirche (Prag 1861, 12°.); der Ertrag ist für die Jungmann-Stiftung bestimmt. – „Pozor. Nové občanské noviny“, d. i. Der Beobachter. Neue Staatsbürger-Zeitung (Prag, Stýblo, Fol.). Das Blatt begründete Štulc im Jahre 1861 und redigirte es bis 21. December 1862, an welchem dasselbe verboten wurde; am 10. Februar 1863 begann es wieder zu erscheinen, jedoch unter Redaction des Professors Johann Staněk; vom März desselben Jahres erscheint aber als verantwortlicher Redacteur Wenzel Filipek, als Eigenthümer und Herausgeber hingegen Joh. Staněk, der nach Filipek’s Tode auch wieder als Redacteur eintritt; Ende Juni 1863 zeichnete nun als verantwortlicher Redacteur Wenzel A. Crha, der es bis Ende November 1863 führte, worauf das Blatt ganz einging. – „Poutník z Prahy. Kalendář katolický“, d. i. Der Wanderer aus Prag. Katholischer Kalender. Jahrgang 1862, 1863 und 1864 (Prag, Stýblo, gr. 8°.). – „Pravověrný ctitel svatých Cyrilla a Methodia, břatří apoštolův slovenských“, d. i. Der wahre Verehrer der h. Cyrill und Method der slavischen Apostelbrüder (Prag 1863, Stybl, kl. 12°.). – anläßlich des tausendjährigen Jubiläums der beiden Heiligen herausgegeben. – „Programm des k. k. Altstädter Staatsgymnasiums zu Prag“, darin der wohl einzige deutsche Aufsatz aus Š.’s Feder: „Umblick auf die čechische Literatur zur Zeit Karls IV.“. – „Perly nebeské čili Podobenství a propovědi Páně“, d. i. Himmlische Perlen, das Ebenbild und Wort Gottes (Prag 1865, Gregr, 16°.). – „Renan a pravda, čili úvahy o knize Renanově: Život Ježíšův“, d. i. Renan und die Wahrheit oder Bemerkungen über das Buch Renan’s: Das Leben Jesu“ (Prag 1865, Rohlicek, 8°.) – „Dumy české. Vydal V. S. K.“, d. i. Böhmische Legenden. Herausgegeben von W. Š(tulc) C.(anonicus) (Prag 1867, Skrejšovský, 12°.). – „Harfa Sionská. Hlasy a ohlasy hebrejské“, d. i. Die Harfe Zions. Hebräische Stimmen und Nachklänge (Prag 1868, Kober); bildet das 9. und 42. Heft der von Wenzel Nebeský redigirten, von Kober unter dem Titel „Národní bibliotéka“, d. i. Nationalbibliothek, herausgegebenen Auswahl hervorragender Werke böhmisch-slavischer Schriftsteller. – „Posvátni věnec ku poctivosti sv. Václava vévody a dědice českého“, d. i. Heiliger Kranz zu Ehren des h. Wenzel (Prag 1869, Selbstverlag). – Pius IX. svatéj otec a nejvyšší biskup katolického křestanstva. Vydal M. V. Zahradnický, d. i. Pius IX., der h. Vater und höchste Bischof der katholischen Christenheit. Herausgegeben von Zahradnicky (Prag 1869, Hlavacek, 8°.), – „Kazatelé slovanští. Vedením Vacslava Štulce... s pomoci několika [190] bratří duchovních vydává Antonín Mužík kněz církevní“, d. i. Die Prediger des Slaventhums. Unter Leitung des Wenzel Štulc mit Hilfe einiger geistlichen Mitbrüder herausgegeben von dem Priester Anton Mužík (Prag, Stybl, gr. 8°.); begann im Jahre 1869 zu erscheinen.
Quellen zur Biographie. Světozor (Prager illustrirte Zeitung) 1869, Nr. 32, 33 und 34: „Vacslav Štulc“. – Jungmann (Josef), Historie literatury české, d. i. Geschichte der čechischen Literatur (Prag 1849, Řiwnáč, schm. 4°.). Zweite, von W. Tomek besorgte Ausgabe, Seite 637.
Porträt. Unterschrift: „Kanoník Vyšehradský Vácslav Štulc“, d. i. Domherr des Wysehrad Wenzel Štulc. Nach einer Photographie gezeichnet von Jos. Scheiwl. Holzschnitt ohne Angabe des Xylographen im „Světozor“, 1869, Nr. 32, S. 257.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: J. B. Maly.
  2. Otto Speckter (Wikipedia).