BLKÖ:Swoboda, Wenzel Alois

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Svoboda, Adalbert
Band: 41 (1880), ab Seite: 77. (Quelle)
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Swoboda, Wenzel Alois[BN 1] (Schriftsteller, geb. zu Navorov im Bunzlauer Kreise Böhmens am 8. Dec. 1791, gest. zu Prag in der Nacht vom 8./9. Jänner 1849). Von seinem Geburtsorte Navorov führte er in früheren Jahren den Pseudonym Navorovsky. Bei dem Pfarrer des nachbarlichen Wallfahrtsortes Boskow erhielt er Unterricht im Lesen und Schreiben, dann besuchte er die Schule zunächst in Jenschowitz, später aber in Reichenberg, wo er die deutsche Sprache erlernte. Nachdem er hierauf eine Zeit lang privatim die Gymnasialstudien betrieben hatte, legte er die Prüfungen daraus in den Jahren 1803 und 1804 am Piaristen-Gymnasium zu Jungbunzlau ab. Daselbst fand er an dem Piaristen Dominik Kinsky [Band XI, Seite 275] einen theilnehmenden Lehrer, welcher durch verständige Auswahl der Lectüre, durch Gespräche auf den gemeinschaftlichen Spaziergängen mit seinen Schülern und durch Erweckung des Sinnes für die Schönheiten der Natur den besonders fähigen Knaben heranbildete. Von Jungbunzlau kam Swoboda auf das Gymnasium der Prager Altstadt, wo er vornehmlich die griechische Sprache liebgewann. Nach Beendigung der philosophischen Jahrgänge begann er 1811 an der Universität Prag das Studium der Rechte. Da er demselben jedoch auf die Dauer keinen Geschmack abgewinnen konnte, so erwählte er sich schon nach Ablauf eines Jahres zu seinem Lebensberufe das [78] Lehramt, wozu sein früherer Lehrer Kinsky ihn stets aufgemuntert hatte. So besuchte er denn die Vorträge der philosophischen Facultät, und zwar mit besonderer Vorliebe jene des Professors Bolzano [Bd. II, S. 35], machte dann die für die Humanitätsclassen vorgeschriebene Lehramtsprüfung und erhielt 1814 eine provisorische Grammaticallehrerstelle am Gymnasium zu Pisek. Schon im folgenden Jahre wurde er wirklicher Professor der Humanitätsclassen in Neuhaus, in welcher Eigenschaft er sechs Jahre lang wirkte. 1821 kam er als Professor an das Kleinseitener Gymnasium in Prag. In dieser Stellung erlebte er das Jahr 1848, welches den Mann des Fortschritts und der nach Höherem gerichteten Denkungsart nicht unberührt ließ. So wurde er denn auch in den Nationalrath gewählt, konnte aber, körperlich bereits leidend, an den Versammlungen und Berathungen desselben nicht nach seinem Wunsche theilnehmen. Langsam dahin siechend, starb er zu Anfang des nächsten Jahres im Alter von erst 57 Jahren. Neben seinem Lehramtsberufe gab er sich auf den Gebieten der schönen und classischen Literatur, die er mit besonderer Vorliebe pflegte, schriftstellerischer Thätigkeit hin. Schon 1813 trat er vor die Oeffentlichkeit, und zwar zunächst in der literarischen Beilage des von Johann Hromadko [Bd. IX, S. 361] in genanntem Jahre in Wien begründeten Journals, welches in der Zeit seines Bestandes, 1813–1816, poetische und humoristische Beiträge von Swoboda enthielt und 1815 auch dessen čechische Ode „Na mír Evropy“, d. i. An den Frieden Europas, die einiges Aufsehen erregte, und von welcher der Autor zugleich eine deutsche und lateinische Uebertragung („In monumentum pacis“) veröffentlichte. Im J. 1818 übersetzte er die in jenen Tagen vielbesprochene „Königinhofer Handschrift“ ins Deutsche. Diese Uebertragung erschien unter dem Titel: „Die Königinhofer Handschrift. Eine Sammlung lyrisch-epischer Nationalgesänge. Aus dem Altböhmischen übersetzt von Wenzel Swoboda. Herausgegeben von W. Hanka[WS 2]. Mit dem böhmischen Originaltext“ (Prag 1819, Krauß [Cnobloch in Leipzig] 8°.), wozu im Verlauf einiger Jahre als Ergänzung die Ausgabe unter dem Titel: „Königinhofer Handschrift. Sammlung altböhmischer lyrisch-epischer Gesänge, nebst anderen altböhmischen Gedichten gefunden und herausgegeben von W. Hanka. Verdeutscht und mit einer historisch-kritischen Einleitung versehen von W. A. Swoboda mit einem Facsimile“. Auch mit čechischem Titel: „Kralodworsky Rukopis .....“ Prag 1829, Calve, gr. 8°.) herauskam. Inzwischen waren von ihm auch kleinere poetische Arbeiten in deutscher Sprache in Taschenbüchern erschienen, unter anderen in der „Aglaja“: „Drahomira. Ballade“ [1819, S. 155], „Kaiser Karls Bad. Ballade“ [1821, S. 138]. In diesem einst so geschätzten und heute noch seiner Stiche von John wegen gesuchten Almanache finden sich die schönsten Dichtungen von Grillparzer, Zedlitz, Zacharias Werner, Leopold Schefer, Rückert u. A. Zugleich lieferte er für čechische Zeitschriften, so für den „Časopis českého Museum“ (1827–1829) prosaische und poetische Aufsätze, dann sowohl Originaldichtungen als Uebersetzungen, wie die Balladen „Kaiser Karls Bad“. „Horimir“, „Kaša und Bivoj“, die Legenden vom h. Johannes Nepomuk, die Uebertragungen der lateinischen Kirchenlieder: [79] „Dies irae“, „Stabat mater“, „Quid mundus militat“; ferner für den „Časopis pro katol. duchovenstva“ (Zeitung für die katholische Geistlichkeit) viele Andachtslieder, für „Jindy a nyní“ (Einst und Jetzt), „Květý“ (Die Blüten) und „Včela“ (Die Biene); schrieb viele čechische Gelegenheitsgedichte, Meßlieder, größere epische Gedichte, wie „Sv. Vaclav a Ratislav“, für Macháček’s 1830 erschienene böhmische Chrestomathie das größere Gedicht: „Cyrill und Method“, wovon er zugleich eine deutsche und lateinische Uebersetzung brachte, deren erstere er dem Erzbischof Ladislaus Pyrker widmete, dann an dreißig Balladen, Legenden und čechische Lieder und mehrere Uebertragungen der Elegien des Tibullus, Propertius und der Oden des Horaz. Auch auf dramatischem Gebiete versuchte er sich und verfaßte das Original-Lustspiel: „Karel Skreta“, in drei Acten, das unter dem Titel: „Karel Skreta, malíř. Vlastenská směsnohra v trojím dějstvu“ (Prag 1841, Rohlíček) im Druck erschien und bei seiner Aufführung Beifall fand; übersetzte den Text von Skroupa’s Oper „Drahomlra“, begann auch ein Trauerspiel zu dichten: „Elsbeth, die Letzte des Geschlechts der Smiřicky“, das er jedoch nicht vollendete; übertrug mehrere Stücke von Kotzebue und Ziegler, Schiller’s „Räuber“, den Text zu den Opern: „Montecchi und Capuletti“, „Norma“ u. a. für das čechische Theater und besorgte eine Auswahl der Gedichte von Schiller und Göthe in čechischer Uebersetzung, welche unter dem Titel: „Výbor básní“ (Prag 1847) erschien, wie er auch eine Sammlung čechischer Volkslieder mit deutscher Uebertragung zur Seite unter dem Titel „Sbírka českých národních písní s německým překladem“ mit Gesang und Pianobegleitung (Prag 1845, Haase) herausgab. Während er in vorbeschriebener Weise die vaterländische Literatur mit Liebe und Geschmack pflegte, blieb er aber auch der deutschen Sprache treu und veröffentlichte manche treffliche Dichtung in Hormayr’s „Archiv“, in Klar’s „Libussa“ und anderen Taschenbüchern, von welchen Arbeiten wir nur die Gedichte „Der eiserne Hahn in Raab“, „Drahomiras Untergang“, „Sta. Ludmilla“, „Wenzel und Podiwin“ nennen; verfaßte bei festlichen Anlässen Gelegenheitsgedichte in deutscher oder lateinischer Sprache, wie z. B. zur Eröffnung der Staats- und Nordbahn, zur Krönung des Kaisers Ferdinand I. zum Könige von Böhmen, zur Ankunft des Erzherzogs Stephan, zur Secundiz des Patriarchen Ladislaus Pyrker; übersetzte mehrere čechische Gedichte und Lieder von Čelakowsky und Hanka ins Deutsche, ebenso Kalina’s Ballade: „Kšaft“, d. i. Das Testament; bearbeitete auch mehrere französische und italienische Operntexte für die deutsche Bühne und war mehrere Jahre hindurch Theater- und Kunstreferent. Für die „Deutsche Monatschrift des böhmischen Museums“ schrieb er Kritiken über die Ausstellungen der Prager Akademie der Künste und über die Echtheit der „Königinhofer Handschrift“, für Hormayr’s „Archiv“ eine Abhandlung über das Gedicht: „Libussa’s Gericht“, dessen Echtheit damals von verschiedenen Seiten energisch angegriffen wurde, und übersetzte aus dem Lateinischen des Thomas a Kempis berühmtes Buch „Von der Nachfolge Christi“. Wie aus vorstehender Uebersicht erhellt, concentrirte sich Swoboda’s literarische Thätigkeit vornehmlich [80] in journalistischen Arbeiten; doch haben wir auch einige selbständig im Drucke erschienene Schriften seiner Feder zu verzeichnen, und dies sind außer den schon oben genannten und den mancherlei Gelegenheitsgedichten folgende: „Tragisches Theater der Römer, Uebersetzung mit Anmerkungen, Einleitungen und Vergleichungen versehen. Erster Band. Seneca“ (Wien 1817, 8°. mit KK.); – „Muster redender Künste, aus römischen Classikern. Drei Theile“ (Prag 1820–1829, Enders, 8°.); – „Drei kirchliche Lieder, aus dem Lateinischen übersetzt“ (Prag 1826, Kronberger, 8°.); – „Poeseos latinae Specimina“ (Prag 1832, Haase Söhne, gr. 8°.); – „Selecta Friderici Schillerii carmina rhythmis latinis similiter desinentibus reddita“ (Pragae 1855). Die in Kayser’s „Bücher-Lexikon“ [Band V, S. 377] ihm zugeschriebene „Allgemeine Theorie der Tonkunst“ (Wien 1826, A. Krauß, 8°.) und „Harmonielehre“ (ebd. 1828, gr. 8°.) dürften wohl einen anderen, nur mit ihm gleichnamigen Verfasser haben. In den letzten Lebensjahren beschäftigte er sich mit Forschungen über Wallenstein, er stellte es sich besonders zur Aufgabe, das Andenken desselben von den Anschuldigungen zu reinigen, welche ihm frühere Geschichtschreiber zur Last gelegt hatten, und hierin wurde er von Christoph Grafen Waldstein und dessen Archivbeamten auf das eifrigste gefördert. Zu einem eigentlichen Resultate ist es jedoch nicht gekommen. Auch befaßte er sich 1848 mit der Bearbeitung einer allgemeinen Geschichte in čechischer Sprache für den häuslichen Unterricht der Jugend, welche Arbeit sein Tod unterbrach. Der Rieger-Maly’sche„Slovnik naučný“ berichtet von Swoboda noch, daß er eine deutsche Uebersetzung sowohl sämmtlicher Oden des Horaz zugleich mit kritischem Commentar, als auch eines großen Theiles der Reden Cicero’s, dann eine lateinische Uebertragung der „Iphigenie“ von Göthe und eine solche der neun Bücher des Thomas von Stitno, welch’ letztere zur fünfhundertjährigen Jubelfeier der Prager Hochschule erscheinen sollte, vollendet habe. Damit in Widerspruch steht die kurz vor seinem Tode in čechischer Sprache von ihm niedergeschriebene Apologie, welche der letztgenannten Arbeiten mit keiner Sylbe gedenkt. Der Leser findet dieselbe auf S. 81, in den Quellen, sinngetreu wiedergegeben. Swoboda war eine eigenartige Erscheinung, eine Menschennatur, der wir nicht oft begegnen. Gemüth bildete den Grundzug seines Charakters, und so ein guter Čeche er war, hielt er doch den deutschen Genius hoch in Ehren, wodurch es geschah, daß ihn die Deutschen mißtrauisch betrachteten, die Nationalen aber als einen Abtrünnigen ansahen, beides ohne Grund. Er war Poet, Kritiker, Philolog, Kunstkenner, Historiker, Musiker, in jeder dieser Eigenschaften tüchtig, ohne aber auch nur einen dieser Zweige ganz ausgebildet zu haben. Als Uebersetzer aus den classischen Sprachen in die deutsche oder čechische, und umgekehrt, leistete er Anerkennungswerthes. Einzelne seiner Gedichte, namentlich seine Balladen, noch ganz von der Schiller-Collin’schen Weise angehaucht, sind wahre Musterstücke und sollten in keiner deutschen Chrestomathie oder Anthologie fehlen, wie es leider der Fall ist. Seidlitz, der in seinem Werke „Die Poesie und die Poeten in Oesterreich im Jahre 1836“ auch ihm eine Stelle anweist, schreibt unter Anderem über ihn: „Ich weiß nicht, hat er der Königinhofer Handschrift, oder [81] hat diese ihm den Ruf im Auslande zu danken. Swoboda unternahm die Uebersetzung ins Deutsche. Wie meisterhaft er sie vollendete, bewies der Beifall der Aufnahme dieser ältesten Denkmäler böhmischer Poesie.... Warum Swoboda, dieser geistkräftigste aller Prager Literaten, nicht mit einem Originalwerke auftritt, ist mir ein Räthsel, denn es wäre Verrath an der Kunst, wollte er sein Genie, wie es bis jetzt immer geschehen ist, nur in Uebersetzungen und in Kleinigkeiten zersplittern. Ich glaube, Swoboda wäre im Stande, ein zweiter Grabbe zu werden, etwas geregelter zwar, aber nicht weniger grob. Es wogt eine unbändige Kraft um die etwas aufgeworfenen Lippen, den vorstehenden Bauch dieses Mannes, aber sein Auge ist mild und klar, und gösse die Vereinigung dieser beiden Elemente nicht einen gewissen Hauch von Würde über ihn aus, ich wäre wahrhaftig oft in Versuchung gerathen, ihn mit „mein edler Sir John!“ anzureden“. – Der Historienmaler Karl Swoboda war sein Adoptivsohn.

Quellen zur Biographie. Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1837, 8°.) Bd. V, S. 240. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. Supplement-Band V, S. 1163 [mit lauter falschen und dürftigsten Angaben, welche im Ganzen zehn Zeilen umfassen; nach diesem wäre er am 8. December 1781 (statt 1791) geboren und hätte auf dem „kleinheilener“ (!) Gymnasium in Prag studirt, worunter das Gymnasium auf der Kleinseite in Prag zu verstehen ist]. – Der Humorist. Herausgegeben und redigirt von M. G. Saphir (Wien, 4°.) II. Jahrg. (1838), Nr. 50, S. 198: „Literarische Charaktere. I. Wenzel Alois Swoboda“. Von Uffo Horn. – Bohemia (Prager Unterhaltungs- und polit. Blatt, 4°.) 1849, Nr. 8: „Nekrolog“, und Nr. 9: „Local-Zeitung“. – Světozor (Prager illustr. Zeitung) Nummer vom 28. Februar 1868, S. 89. – Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt, 8°.) Jahrg. 1849, S. 1196.
Porträt. Dasselbe im Holzschnitt im „Světozor“ 1868, Nr. 6.
Wenzel Alois Swoboda’s eigenhändig niedergeschriebene Apologie. Kurz vor seinem Ableben verfaßte Swoboda zur Rechtfertigung seiner schriftstellerischen Thätigkeit eine kurze Darstellung derselben in čechischer Sprache. Diese Apologie, in der mancher von „Slovník“ ihm zugeschriebenen Arbeiten gar keiner Erwähnung geschieht, geben wir in folgender sinngetreuer Uebertragung: „Professor Wenzel Alois Swoboda, dessen čechischen Patriotismus Einige, in nicht zu billigender Leidenschaft, wie ich glaube, gegen ihn erbittert, verdächtigen, indem sie mit schlecht verhehltem Vorwurfe anführen, daß er nicht durchaus čechisch. sondern auch deutsch und lateinisch schreibe, könnte seine Widersacher leicht beschämen, wenn er Alles, was er im Manuscripte fertig liegen hat, auch so eilig durch den Druck veröffentlichen möchte, wie dies viele Andere mit ihren Geistesproducten zu thun pflegen. Vollendet sind bereits die Uebersetzungen der Schauspiele a) „Graf Beniowsky“, von Kotzebue, b) „Das Gastrecht“, von Ziegler, c) „Die Räuber“, von Schiller, und zwar nicht nach abgekürzten Bühnenbearbeitungen, sondern nach den vollständigen Originalen. Die Uebersetzungen des Textes der Opern: d) „Montecchi und Capuletti“, e) „Norma“ haben die Čechen im Theater gehört, desgleichen sein Lustspiel f) „Karl Skreta“, dieses jedoch durch die damalige Censur sonderbar zugerichtet; sie kennen es auch ganz, da es im Drucke erschien, wobei nicht ein Wort ausgelassen wurde. Außerdem hat er für den Druck vorbereitet: g) die Legende vom h. Cyrill und Method, einige Bogen stark, h) vom h. Johann von Nepomuk; ferner i) bis y) siebzehn Legenden und Balladen; z) Lied zur bekannten Melodie der Volkshymne, endlich acht andere Gedichte und Andachtslieder. Zudem hat er in diesem Jahre seinen Schülern bereits die metrische Uebersetzung zweier Elegien des Tibullus, ebenso vieler des Propertius und einiger Oden des Horaz mitgetheilt. Unlängst wurde von dem Museumsausschusse seine čechische Uebersetzung .der Gedichte Schiller’s herausgegeben. [82] Er kann demnach, was seine fruchtbare Wirksamkeit für die čechische Literatur betrifft, sich den eifrigsten und thätigsten Patrioten – nur wenige derselben ausgenommen – zur Seite stellen, insbesondere, wenn man erwägt, wie sehr er durch seine Berufs- und andere Arbeiten beschäftigt ist; darum schien es ihm auch würdig, sich an jene so bitteren Ausfälle seiner übelwollenden und neidischen Widersacher weder zu kehren, noch ihrer zu achten. Daß er, wiewohl er sich nicht wie ein Pfau spreizt, doch seines eigenen Werthes sich bewußt, sich nicht dem Willen der Schreier fügen will, werden ihm die Klugen nicht für übel halten. Gegenwärtig beschäftigt er sich nicht mit Uebersetzungen, sondern schreibt für die čechische Jugend eine allgemeine Geschichte, eingetheilt nach den Welttheilen und den weltgeschichtlichen Ereignissen“.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Swoboda, Wenzel Alois [Seite 77 dieses Bandes]. Die Biographie Swoboda’s wurde, wie auf S. 65 unterste Zeile ersichtlich ist, bereits am 15. März 1880 gedruckt. In der zweiten Hälfte des Juni d. J. ließ aber der bekannte Literar- und Culturhistoriker Alois Adalbert Šembera [Bd. XXXIV, S. 75] eine Schrift unter dem Titel: „Kdo sepsal kralodvorsky rukopis roku 1817“, d. i. Wer schrieb im Jahre 1817 die Königinhofer Handschrift? erscheinen, worin er Wenzel Alois Swoboda, bekanntlich der Adoptivvater des Historienmalers Karl Svoboda [S. 67 dieses Bandes], als Verfasser der epischen und Wenzeslaus Hanka [Bd. VII, S. 301] als jenen der lyrischen Gedichte der vielbesprochenen „Königinhofer Handschrift“[WS 1] bezeichnet. Hiernach war Swoboda ein literarischer Fälscher. Dies zur Ergänzung sowohl der Biographie desselben, als der von ihm herausgegebenen Werke. Nachträge (Band 41) [Bd. 41, S. 300.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Königinhofer Handschrift (Wikipedia).
  2. Vorlage: M. Hanka.