BLKÖ:Čelakovsky, Franz Ladislaus

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 2 (1857), ab Seite: 315. (Quelle)
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Čelakovsky nach Andern auch Czelakovsky, Franz Ladislaus[BN 1] (Dichter und Philolog, geb. zu Strakonitz in Böhmen 7. März 1799, gest. in Prag 5. Aug. 1852). Sein Vater war Zimmermann; frühzeitig neben seiner Muttersprache lernte der Sohn die deutsche. 1812 besuchte er das Gymnasium zu Budweis, 1816 u. 1817 jenes zu Pisek, dann studirte er zu Prag und Linz. Nach dem Wunsche seiner Eltern sollte er in den geistlichen Stand treten, aber von den nationalen Bewegungen seiner Zeit ergriffen, beschloß er ausschließlich der Literatur zu leben. Im J. 1821 nahm er eine Erzieherstelle an, welche er 7 Jahre bekleidete und die Mußestunden seinen ästhetischen und literarischen Arbeiten widmete. In der Sprachkunde war ihm Dobrowski Lehrer und Rathgeber. Die erste größere Arbeit – ein Gelegenheitsgedicht erschien schon 1816 im Drucke –, womit Č. in die Oeffentlichkeit trat, waren Gedichte, wie denn überhaupt seine Thätigkeit anfänglich der Poesie, namentlich der Volkspoesie sich zuwendete, später aber eine entschieden philologische Richtung nahm, worin er seine Muttersprache zum Gegenstande [316] seiner Forschungen machte. Mehrere Jahre betheiligte er sich an den čechischen Journalen durch kritische, ästhetische u. poetische Arbeiten. 1828 übernahm er die Mitredaction der vom Prager Consistorium herausgegebenen Vierteljahrschrift für die katholische Geistlichkeit, die er mehrere Jahre hindurch führte. Im J. 1834 übernahm er die Redaction der Zeitung „Pražské Noviny“, d. i. Prager Neuigkeiten, und des Beiblattes derselben: „Česká včela“, d. i. Böhmische Biene, und ward zugleich Professor der čechischen Sprache und Literatur an der Prager Hochschule. Doch schon nach zweijähriger Redaction mußte er diese Stelle aufgeben. Als Grund bezeichnet man eine Schlußbemerkung, welche Č. zu der in seinem Blatte abgedruckten Anrede des Kaiser Nikolaus in Warschau, worin dieser seine Maßregeln gegen Polen ankündigte, hinzufügte. Der Rückschlag der Dienstesenthebung C.’s war die gesteigerte Theilnahme und Zuneigung der Nation als Nachhall der öffentlichen Meinung. Der Fürst Kinsky ernannte Č. zu seinem Bibliothekar mit bedeutendem Gehalte; und 1840 die böhmische Gesellschaft der Wissenschaften zu ihrem Mitgliede. 1843 nahm Č. den Lehrstuhl der slavischen Sprachen und deren Literatur an der Universität zu Breslau an. Die Vorlesungen des Gelehrten waren aber nicht besucht, so lehrreich auch seine Forschungen über vergleichende Grammatik waren. Auf die von dem Minister Graf Franz Stadion im Jahre 1849 an Č. ergangene Einladung verließ er im Herbste desselben Jahres Breslau, um nach achtjähriger Entfernung von seiner Heimat in der Hauptstadt derselben seine früher daselbst unterbrochene Thätigkeit an der Prager Hochschule wieder aufzunehmen. Fern von allem politischen Treiben lehrte und wirkte Č. in Böhmens Hauptstadt bis an den Tod, der ihn im vollen Mannesalter erreichte. Wenige Monate vor ihm starb seine Frau und so hinterließ Č. 6 Waisen, deren Erbtheil der nicht unbedeutende gelehrte Nachlaß des Verewigten ist. Die Werke und bedeutenderen in Zeitschriften erschienenen Arbeiten Č.’s sind: „Smíšené básně“, d. i. Vermischte böhmische Lieder (1822, 8°.); – „Slovanské narodní písně“, d. i. Slavische Nationallieder, I. Theil (1822, 8°.). Der zweite Theil dieser Nationallieder, die von dem Professor der Aesthetik U. Müller in der „Monatsschrift des vaterländischen Museums“ in Prag (1827, S. 72–80) auf das Freudigste begrüßt wurden, erschien im J. 1825, der dritte im J. 1829; – „J. B. Herdera: listové z dávnověkosti“, d. i. Herder’s Blätter aus dem Alterthum (1823, 8°.). Im J. 1822 erschien als Probe davon in der Zeitschrift: „Dobroslav“ das biblische Bildchen Joseph und Zulika; – „Dennice neb novoročenka na rok 1825“, d. i. Der Morgenstern oder Neujahrsalbum für das Jahr 1825 (Königgrätz, Pospišil, 16°.). Dieses Werk, welches Gedichte, Idyllen in Prosa und satirische Epigramme enthält, gab Č. im Verein mit Chmela heraus. Im J. 1824 erschien in der Zeitschrift: „Czechoslav“ sein humorist.-satirischer Aufsatz „Literatura krkonosních hor“, d. i. Literatur des Riesengebirges, worin er die Schwächen der damaligen neuböhmischen Literatur unbarmherzig geißelt; zu gleicher Zeit veröffentlichte er in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Krok“ serbische Nationallieder, Uebersetzungen der Epigramme des Martial, so wie mehrere Original-Gedichte. Im J. 1826 erscheint Č. als Mitarbeiter an der Zeitschrift „Poutnik“, d. i. Der Pilger, worin er die Gedichte der französischen Dichterin Barbe du Val (aus dem 13. Jahrhundert) und einige Sonetten Petrarca’s in böhmischer Uebersetzung mittheilte; – selbständig gab er [317] wieder heraus: „Litevské národní písně, z původního jazika dle žebrání Rhesy“, d. i. Nationallieder der Lithauer (Prag 1827, Pospišil, 12°.), diese sind aus der deutschen Sammlung des Rhesa übersetzt; – „Marinka ... podle Goethe“, d. i. Die Geschwister, von Goethe (Königgrätz 1827, Pospišil, 12°.); – „Potok Michailo Ivanovič, pověst staroruská“, d. i. Potok Michailo Ivanovič, altrussische Erzählung (1827, 12°.). – Nebstdem übersetzte er in diesem Jahre 1827 die Heldenlieder der Serben, welche der „Krok“ mittheilte, und eröffnete mit seinen „Kvití“, d. i. Blüten, eine Reihe botanischer Epigramme theils witzigen, theils satirischen Inhaltes, die er so wie seine wirklichen botanischen Studien durch sein ganzes Leben fortsetzte; sie erschienen zuerst im Časopis česk. Muzeum, d. i. in der Museal-Zeitschrift, Jahrg. 1827, und die Fortsetzungen in den Jahrg. 1829, 1832, 1850, 1852; – „Panna jezerní. Báseň v šesti zpěvích dle W. Skotta přeložil“, d. i. Walter Scott’s Fräulein vom See, aus dem Originale übersetzt (Königgrätz 1828, Pospišil, 8°.). Außerdem übersetzte er in diesem Jahre die Oden des Polen Sarbiewski und gab davon Proben im „Krok“, und beendigte sein etymologisches Lexikon des polabischen Dialectes; – „Ohlas písní ruských“, d. i. Echo russischer Nationallieder (Prag 1829, Pospišil, 12°.), wofür ihn Kollar in seiner „Slávy Dčera“ durch ein Sonett feierte. – „Svatého Augustina o městě božim“, 5 Bde., d. i. St. Augustini de civitate dei (1829–34, 8°.). Außerdem erschienen in diesem und in den folgenden Jahren 1830, 1832, 1836, 1837 seine Idyllen in Prosa, Fortsetzungen der Epigramme Martials und der serbischen Nationallieder im „Časopis českého Museum“, d. i. in der Museal-Zeitschrift; – „Smíšené básně. Druhé vyd.“, d. i. Vermischte böhmische Lieder, 2. Aufl. (1830, 8°.). – Im „Časopis“ machte er in diesem Jahre in einem erfundenen Briefwechsel „Bedeutende Briefe unbedeutender Leute“ die Mittelmäßigkeit lächerlich, und theilte auch Proben von Uebersetzungen niederlausitzischer Volkslieder mit. In Bowrings „Cheskian anthology“ (London 1832, 12°.) ist Alles von S. 1–144 über die böhmische Literatur von Č. verfaßt. Im „Časopis“ desselben Jahres befinden sich auch Č.’s Aufsätze über die Literatur Krains und die lateinischen Gedichte der Elis. Joh. Weston, einer Engländerin, [1582 in London geboren, im J. 1612 in Prag gestorben]. Im J. 1833 arbeitete er an einer russischen Anthologie, die der Anfang einer altslavischen Chrestomathie werden sollte, und gab Proben davon im „Časopis“ dess. Jahres u. 1837 heraus. – Während der Redaction der politischen Zeitung „Pražské Noviny“ und des Beiblattes „Česká včela“ entwickelte Č. eine große Thätigkeit, und enthielten beide Blätter in den J. 1834 und 1835 eine Menge theils seiner Originalarbeiten, theils seiner Uebersetzungen, unter andern die schöne Sage des Grafen Krasiński über Agay-Chan; – auch besorgte er in diesem Jahre die Uebersetzung: „Trestní zákon o přestoupeních úpadkovych“, d. i. Strafgesetz bei Gefällen-Uebertretungen (1835, 8°.). – Im J. 1837 erschien: „Padesátka z mé tobolky“, d. i. Ein Fünfziger aus meiner Brieftasche (1837, 8°.), dies ist eine Folge von 50 satirischen Epigrammen als Erwiederung auf alle Unbilden seiner Feinde. Diese jedoch, bereits gedruckt, wurden des derben Inhaltes wegen unterdrückt. Im J. 1838 gab er mit seinem Freunde, dem Doctor Chmelensky, den Almanach „Kytka“, d. i. Der Blumenstrauß, heraus. – 1839 ließ er im „Časopis“ Uebersetzungen von Liedern fremdländischer Nationen, die er [318] 1841 fortsetzte, und aus seinem „Ohlas písní českých“, d. i. Echo böhmischer Nationallieder, woran er schon seit Jahren arbeitete, einzelne Proben, wie auch das Freudengedicht über die glückliche Beendigung des großartigen böhmischen Wörterbuches von Jungmann, an dessen Correctur er den thätigsten Antheil genommen, erscheinen. 1840 erschien endlich vollständig „Ohlas písní českých“ (8°.); – einige Jahre später „Růže stolistá. Báseň a pravda“, d. i. Centifolie. Dichtung und Wahrheit (1840, 8°.). Dies Letztere ist eine Sammlung von hundert Dichtungen, theils erotischen, theils naturphilosophischen Inhaltes, die schon im Jahre 1831 als „Erinnerungen an Ottawa“ an die Geliebte gerichtet begannen, später als Dichtungen an das Weib seines Herzens fortgesetzt, sich zur Centifolie gestalteten. Die nun folgenden liter. Arbeiten Č.’s sind ausschließlich wissenschaftlichen und zwar sprachlichen Inhaltes, oder neue Redactionen seiner früheren Poesien und übrigen Schriften: „Krátká mluvnice německého jazyka“, d. i. Kurze Grammatik der deutschen Sprache (1840, 8°.); – „Česká dobropísemnost“, d. i. Böhmische Rechtschreibungslehre (1840, 12°.). Von diesem Werke erschien im J. 1842 eine zweite Auflage. – 1841–1842 beschäftigte er sich mit der Redaction seiner seit Jahren aufgehäuften Materialien zu einem etymologischen Lexikon aller slavischen Dialecte, und zu einer altslavischen Grammatik. Im Druck ließ er nur eine kleine russische Anthologie im „Časopis“ erscheinen. – Im „Rozbor staročeské literatury čítaný ve schůzkách k. č. sp. nauk r. 1840, 1841 Čelakovským, Šafaříkem, Hankou a Jungmannem“, d. i. Analyse altčechischer Literatur, gelesen in den Vorlesungen der k. k. Gesellschaft der Wissenschaften im Jahre 1840, 1841 von Čzelakowský, Schafařik, Hanka u. Jungmann (1842–44, 4°.), sind im I. Thl. S. 216, und im II. Theile S. 78 Č.’s Vorträge enthalten. – „Spisů básnických knihy šestery“, d. i. Gedichte in sechs Büchern (Prag 1847, Řivnáč, 8°.). Dies ist eine Gesammtausgabe der Gedichte des Č. [sie bildet das 8. Heft der „Bibliotéka novočeska“; – „Všeslovanské počáteční čtení, ... z písemnictví polského“, d. i. Anfangsgründe der altslavischen Lectüre, aus der polnischen Literatur (Prag 1850, Calve, 8°.); – „Česká čítači kniha pro nižší třídy gymnasiální“, d. i. Čechisches Lesebuch für die Gymnasien, 4 Theile (Prag 1851, 1852, Calve, 8°.): – „Malý výbor z veškeré literatury české“, d. i. Kleine Auswahl aus der gesammten čechischen Literatur (Prag 1851, Calve, 8°.); – „Všeslovanská počáteční čteni, z písemnictva ruského“, d. i. Anfangsgründe altslavischer Lectüre aus der russischen Literatur (1851, 8°.); – „Dodavky ke slovníku Jungmanna“, d. i. Ergänzungen zum Wörterbuche Jungmann’s (Prag 1851, Calve, 4°.); – „Mudrosloví národa slovanského v příslovích“, d. i. Philosophie des slavischen Volkes in seinen Sprichwörtern (Prag 1852, Řivnáč, 8°.), deren hier nahezu 50,000 gesammelt und nach ihrem Inhalte geordnet sind [diese Sammlung bildet das 9. Heft der „Biblioteka novočeská“]; – „Čtení o srovnávací mluvnici Slovanské na Universitě Pražské“, d. i. Vorlesungen über die vergleichende slavische Grammatik an der Prager Universität (Ebenda 1853, Řivnáč, 8°.). – Wenige Menschen leisten unter eben nicht günstigen, ja öfter drückenden Verhältnissen und traurigen Heimsuchungen, wie solche Č. erfahren, so Vieles und zugleich so Tüchtiges. Was Č. geschrieben, trägt die Spuren eines regen, klaren, tiefdenkenden Geistes. Seine Dichtungen, kaum entstanden, sind [319] in den Mund des Volkes übergegangen, und die bescheidenste Inschrift auf sein einstiges Monument wären wohl die Verse aus seiner eigenen Dichtung „Růže stolistá“: Wohl dem der nur Eine Rose, Ein Blatt gepflegt für’s Vaterland.

Hanuš (Ignac Jan), Život a působení Františka Ladislava Čelakovského popisuje, d. i. Leben und Wirken des Franz Ladislaus Čelakovsky (Prag 1855, Karl Bellmann, 4°.). Aus dem 5. Bande der Abhandlung der kön. böhm. Gesellsch. der Wissensch. [enthält eine Uebersicht der über Čelakovsky erschienenen biographischen Mittheilungen (S. 58), ferner ein ausführliches chronologisch-geordnetes Verzeichniß der Werke Č.’s (S. 59) und seines Nachlasses (S. 60), worunter ein Briefwechsel mit den Ersten seiner Landsleute, wie mit berühmten Ausländern, als: den Polen Brodziński, Gorczynski, Kollątai, Korytko, Linde, den Slovenen Zhop, Preshern, dem Serben Vuck Stephanovich-Karadcic, dem preußischen Minister Eichhorn, den Engländern Bowring, W. Scott u. m. A.]. – Maly (J.), František Lad. Čelakovsky. Životopisný nastin, d. i. Franz Lad. Čelakovsky. Biographische Skizze. Mit Titelbild (Prag 1852, Fr. Rohliček, 8°.). – Časopis česk. Mus. 1852. IV. S. 175–200. – Malý (J.), Čteni a srovnávací mluvnici slovanské, d. i. Vorlesungen über die vergleichende slavische Sprachlehre (Prag 1853) [daselbst befindet sich: „Krátký nástin života a působení Fr. L. Čelakovského“, d. i. Kurzer Abriß über das Leben und Wirken des Fr. L. Čelakovsky]. – Lumír. Beletristický týdenník, d. i. Lumir. Belletristisches Wochenblatt. (Prag, 8°.) Jahrg. 1852, S. 697. – Neven. Zabavni i pouční list, d. i. Ringelblume. Zeitschrift zur Unterhaltung und Belehrung (Agram, 8°.) Jahrg. 1852, Nr. 41, S. 645. – Koleda Moravská na rok 1854, d. i. Mährischer Kalender auf das J. 1854, S. 98. – Bowring (John), Cheskian anthology being a history of the poetical Literature of Bohemia (London 1832, 8°.) [darin befindet sich auch Č.’s Biographie; Bowring widmete dem čechischen Dichter und Gelehrten sein Buch]. – Beilage zur Allgemeinen Zeitung 1840, S. 963: „Die čechoslavischen Dichter“ [daselbst wird folgendes bemerkenswerthe Urtheil über Č. gefällt: „Fr. L. Čelakovsky zu Prag, ein tüchtiges Talent, ein fester, fast starrer čechischer Charakter, übt die vollkommenste Herrschaft über die Sprache, wie dies jedes seiner Werke und die geschmackvollen Uebersetzungen zeigen. Sein Vers ist schön, künstlerisch geformt, wie bei Keinem. Er liebt sein Vaterland; jede Zeile spricht davon. Aber als kalter Verstandesdichter kann er nicht begeistern und muß sich begnügen, eine große literarische Thätigkeit zu sein, die unsere ganze Achtung erzwingt. Vorzüglich sind seine Nachklänge russischer und böhmischer Lieder; er zeigt hier, wie tief er den dichtenden Volksgeist und das Volkslied zu verstehen, wie meisterhaft er dasselbe nachzubilden vermag. Č. scheint die neue Zeit wenig berührt zu haben, wenig die Bewegung, welche bei den Westslaven außerhalb der Literatur, die ihr nicht genügen kann, ihre Strömung nimmt, die jedoch gleich achtsam ist auf die Stimmen der Männer der Wissenschaft wie der Poesie, die ihren Geist, ihre Ideen zu sich ziehen, ja ihnen vielleicht eine kühnere Bedeutung zu geben sucht, als die Literatur zugestehen dürfte“]. – Oestr. Blätter für Literatur und Kunst. Beiblatt der k. Wiener Zeitung 1854 (?) S. 268: „Die literarische Wirksamkeit Franz Lad. Čelakovský’s.“ – Blätter für literar. Unterhaltung (Leipzig, Brockhaus, 4°.) 1852, S. 835: „Nekrolog“ [nennt seinen Geburtsort irrig Strakowice, und setzt das Jahr 1794 als sein Geburtsjahr an]. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann), (Wien 1835) I. Bd. S. 490. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Auflage) IV. Bd. S. 530. – Ost und West. Blätter für Kunst, Literatur und geselliges Leben (Prag, 4°.) 1840, Nr. 47: „Ladislaus Čelakovsky’s Nachhall böhm. Lieder“ von Siegfr. Kapper. – Ebend. Nr. 59: „Růže stolistá“, d. i. Die Centifolie. – Čelakovsky’s Wahlspruch war: „Patriam, quam nactus es, orna.“ Der „Časopis českého Musea“ theilt uns einen zweiten Wahlspruch mit, welcher lautet: „Jen svorný duch! Velikost da k mnohosti Bůh“, d. i. Nur Eintracht des Geistes! Der Menge gibt Gott die Größe. – Porträte: Eines von J. Beckelem (Prag 1841). – Ein zweites von Kaisser (1850) [das Original im Besitze des Künstlers in Düsseldorf].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Čelakowský, Franz Ladisl. [Bd. II, S. 315]. Im Jahre 1862 wurde an seinem Geburtshause in Strakonitz eine Gedenktafel errichtet, welche den 9. März 1799 als seinen Geburtstag angibt; am 2. November 1865 fand in Prag die [373] feierliche Enthüllung seines Grabdenkmals auf dem Wolschaner Friedhofe Statt.
    Wiener Zeitung 1865, Nr. 254, S. 365. – Fremden-Blatt. Von Gustav Heine (Wien. 4°.) 1862, Nr. 222, u. 1865, Nr. 305. – Zellner’s Blätter für Musik (Wien, kl. Fol.) 1862, Nr. 66, S. 264. – Národni Noviny (Prag) 1864, Nr. 48, im Feuilleton: „Aus Čelakowsky’s Briefwechsel mit Kamaryt“. [Bd. 23, S. 372 f.]