BLKÖ:Kapper, Siegfried

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 451. (Quelle)
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Kapper, Siegfried (Schriftsteller und Arzt, geb. zu Smichov bei Prag im März 1821). Von jüdischen Eltern; begann seine Studien in Prag und beendete sie, die Medicin zum Fachstudium erwählend, zu Wien. Nachdem er die medicinische Doctorwürde erworben, trat er in die Praxis und brachte mehrere Jahre im slavischen Süden des Kaiserstaates, im Banat und in der serbischen Wojwodschaft zu, später gelang [452] es ihm, als Arzt in seinem Heimatlande Böhmen unterzukommen, wo er zu Stunde noch als praktischer Arzt zu Dobřiš in der Nähe von Prag thätig ist. Im Freundesverkehr mit den Sangsgenossen Friedrich Bach [Bd. I, S. 110], Moriz Hartmann [Bd. VIII, S. 4] und Alfred Meißner fühlte er sich auch bald zu dichterischem Schaffen angeregt, nur schien er sich im Anbeginn der nationalen, d. i. čechischen Dichtung zuwenden zu wollen und ließ zuerst čechische Gedichte unter dem Titel: „České listy“, d. i. Böhmische Blätter (Prag 1846, 12°.) erscheinen, von denen zwar in den „Sonntagsblättern“ bald nach ihrem Erscheinen eine zweite Auflage in Aussicht gestellt wurde, die aber bisher nicht er schienen ist. Später jedoch verließ er diese Richtung, sich die dankbarere von günstigem Erfolge begleitete Aufgabe erwählend, die Dichtungen der Slaven in deutscher Sprache dem deutschen Volke zu vermitteln. Seine bisher erschienenen Schriften sind außer den oben angeführten čechischen Gedichten die folgenden: „Slavische Melodien“ (Leipzig 1844, Einhorn, 8°.); – „Befreite Lieder, dem jungen Oesterreich“ (Wien 1848, Jasper, Hügel und Manz, mit Portr., 8°.); – „Lazar der Serbencar. Nach serbischen Sagen und Heldengesängen“ (Wien 1851, Leo, 8°., zweite, durchgesehene und verbesserte Auflage unter dem Titel: „Fürst Lazar. Epische Dichtung“ (Leipzig 1853, Herbig, 8°.); – „Die Gesänge der Serben“. 2 Theile (Leipzig 1852, Brockhaus, 8°.); – „Falk. Eine Erzählung“ (Dessau 1853, Katz, 8°.); – „Südslavische Wanderungen“. 2 Bände (Neue wohlf. Ausgabe Leipzig 1853, Herbig, 8°.); – „Christen und Türken. Ein Skizzenbuch von der Save bis zum eisernen Thore“. 2 Theile (Leipzig 1854, Brockhaus, 8°.); beide letztgenannten Schriften zur Zeit des Krimkrieges und im Hinblick auf die orientalische Verwickelung geschrieben; – „Die böhmischen Bäder“ (Leipzig 1857, Brockhaus, 8°.); – „Die Handschriften von Grünberg und Königinhof. Altböhmische Poesien“ (Prag 1859, Bellmann, 16°.). Außerdem befindet sich in der von I. L. Kober in Prag herausgegebenen „Bibliothek deutscher Original-Romane“ sein Roman: „Vorleben eines Künstlers“, 2 Bde. Auch begegnet man seinen Arbeiten öfter in den beliebteren Journalen der Vergangenheit und Gegenwart, als: Ost und West, Wiener-Zeitschrift, Gartenlaube, Westermann’sche Monathefte u. a. m., und zwar sind in letzteren bemerkenswerth: „Die Legenden der Serben“ (Bd. I, S. 564); – „Otto Nicolai. Biographie“ (ebd. S. 682); – „Kara Djordje“ (Bd. III, S. 244); – Durch Südböhmen nach Oberösterreich“ (ebd. S. 632); – „Die Hallstädter Ausgrabungen (Bd. IV, S. 510) und „Historische Volkslieder der Montenegriner“ (Bd. V, S. 496). Einige seiner lyrischen Gedichte sind von Dessauer und Salomon in Musik gesetzt worden.

Frankl (Ludwig August), Sonntagsblätter, IV. Jahrg. (1845), S. 228; V. Jahrg. (1846), in der Beilage Nr. 15, S. 1082. – Jüdisches Athenäum. Gallerie berühmter Männer jüdischer Abstammung und jüdischen Glaubens (Grimma und Leipzig 1851, Verlags-Comptoir, 8°.) S. 118. – Allgemeine Zeitung 1852, Beilage S. 4747: „Serbische Dichtung“. – Komet (Leipziger „Unterhaltungsblatt, 4°.) 1843, Literaturblatt dazu Nr. 43. – Journal des Debats 11 Mars 1853. – Porträt. Mit folgendem Facsimile:
     Ein Wort, am Ort – – reißt fort!!
März 1848.          Dr. Siegfried Kapper.
Eduard Kaiser 1848 (lithographirt), gedruckt bei J. Rauch (Jos. Bermann in Wien, Halb-Folio).