BLKÖ:Horn, Uffo Daniel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 9 (1863), ab Seite: 292. (Quelle)
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Horn, Uffo Daniel (Poet, geb. zu Trautenau in Böhmen 18. Mai 1817, gest. ebenda 23. Mai 1860). Sohn des Ferdinand Horn (gest. zu Trautenau 26. Jänner 1861), ehemaligen kais. Officiers und später k. k. Tabak-Districtsverlegers, aus dessen Ehe mit Maria geb. Berka (gest. Anfangs Jänner 1862). Uffo (über die Veranlassung dieses Ritternamens als Taufnamen siehe: „Bohemia“ 1861, Nr. 47) kam im Alter von 7 Jahren nach Prag, wo er das Gymnasium auf der Kleinseite besuchte. Das poetische Talent zeigte sich in früher Jugend und noch als Gymnasiast schrieb er ein Trauerspiel „Gustav III.“ Zur Wahl dieses Stoffes drängte ihn der Name Horn, den auch einer der Verschwörer gegen des Königs Gustav Leben trägt. Dieses Stück verbrannte H. Aehnliches nahm er auch mit anderen Arbeiten aus dieser Zeit vor. In Prag beendete er die philosophischen Studien unter Exner, Klar, Knoll, Beer und Anton Müller, von denen Klar und Knoll die schöngeistige Richtung des jungen Poeten förderten. Auch während er das Studium der Rechte fortsetzte, blieb H. der Muse hold und mit einem Drama „Horimir“, welches er für einen Schauspieler zum Benefice schrieb, betrat H. die Oeffentlichkeit. Diese Arbeit des 18jährigen Poeten wurde beifällig aufgenommen, aber H., die Mängel derselben erkennend, zog sie selbst von der Bühne zurück. Dieser Erfolg jedoch ermuthigte ihn, und mit Prof. W. A. Gerle [Bd. V, S. 155] ging er nun an eine Compagniearbeit. [293] So entstand zur Bewerbung um den Preis, den die Cotta’sche Buchhandlung für das beste Lustspiel aussprach, das für die dramatische Revue von Lewald eingesendet würde, das Stück „Die Vormundschaft“, welches unter 60 Concurrenzstücken bei der Preisvertheilung in Stuttgart den Preis erhielt und weniger ein Zeugniß gibt für die geistige Bedeutenheit der Arbeit als für die geistige Armuth der dramatischen Dichter Deutschlands in den dreißiger Jahren. Dieser Erfolg machte den Namen Uffo Horn’s, dessen „Vormundschaft“ – denn wie einer seiner Biographen bemerkt, hatte H. an der Arbeit den überwiegenden Antheil – nun auf allen deutschen Bühnen gegeben wurde, bald allgemein bekannt und er blieb es selbst dann noch, als er Arbeiten folgen ließ, welche wohl ein gefälliges Talent beurkundeten, aber nicht das Maß des Gewöhnlichen überschritten. Eine zweite Compagniearbeit: „Der Naturmensch“, auch gemeinschaftlich mit Gerle geschrieben, bahnte sich leicht den Weg über die Bühnen, ist aber bald von denselben verschwunden. H. übersiedelte 1838 nach Wien, wo er die juridischen Studien beendete und an dem literarischen und theatralischen Leben der Hauptstadt regen Antheil nahm. Auch die Muse feierte nicht, es entstanden in dieser Zeit „Benvenuto Cellini“, ein fünfactiges Drama, von dem Dichter selbst vernichtet. „Molière“, ein fünfactiges Lustspiel, von dem Wiener Hofburgtheater nicht angenommen, und mehrere Gedichte, welche Lembert’s „Telegraph“ und Saphir’s „Humorist“ abdruckten; überhaupt war Horn mit Saphir im Anfange sehr befreundet, doch löste sich diese Freundschaft bald in ein literarisches Gefecht auf, das einen Beitrag mehr zu den Scandalen bietet, an denen Saphir’s literarisch-journalistisches Dasein nie arm gewesen. Im Jahre 1839, nachdem der Zwiespalt mit Saphir für Horn den Aufenthalt in Wien nicht eben angenehm gemacht hatte, verließ er die Residenz und übersiedelte nach Hamburg, wo er ein Journal, „Die Zeit“, mitbegründen half, für Gutzkow’s „Telegraphen“ und Herloßsohn’s „Kometen“ und, wie einer seiner Biographen berichtet: „einige Broschüren für Hofmann und Campe, in welchen er schneidig-satyrisch auftrat“, schrieb. Darunter soll wohl das verrufene Pamphlet: „Der österreichische Parnaß“, gemeint sein, als dessen Verfasser Uffo Horn mit Bestimmtheit bezeichnet wird [siehe die Quellen S. 296, VI.]. Nachdem sich H. in Hamburg mit literarischen Unbedeutenheiten ein paar Jahre die Zeit verkürzt, kehrte er in seine Heimat zurück und stand in Prag dem damaligen Kreiscommissär Paul A. Klar bei Begründung des Almanachs „Libussa“ beirathend zur Seite und vom ersten Jahrgange 1842 bis zum vorletzten 1858 blieb U. Horn getreuer Mitarbeiter dieses besten deutschen Taschenbuches, worin er pseudonym die Novelle „Der Rabbi von Prag“, mit seinem Namen aber das Vorspiel seines „Otokar“, den ersten Gesang des epischen Gedichtes „Die Rose von Sarron“, „Swatopluk“, „Venetia“, „In Afrika“ „Gellert in Karlsbad“ u. m. A. veröffentlicht hat. 1843 begab er sich in seine Vaterstadt Trautenau, wo er, wie sein Biograph meldet: „sich leider nur zu sehr auf Kosten seiner poetischen Productivität in die Communalangelegenheiten einmischte und damit viel Zeit vergeudete“. Im Jahre 1845 unternahm er mit dem Musiker J. F. Kittl eine Reise nach Oberitalien, deren künstlerische Eindrücke er in mehreren Gedichten und in der Erzählung „Isola bella“ niederlegte. Nach seiner [294] Heimkehr vollendete er sein Drama „Otokar“, welches er bereits in jungen Jahren gearbeitet, dann aber verworfen und nunmehr von Neuem gedichtet hatte. Das Vorhandensein der viel älteren Grillparzer’schen Dichtung „Otokars Glück und Ende“, konnte dem Horn’schen Drama nicht zu Statten kommen, welches von specifisch böhmischem Patriotismus durchweht, auch aus dieser Ursache außerhalb Böhmen abgelehnt wurde. Zur Aufführung in Prag konnte es, obgleich es Horn dem Bürgermeister und Rathe von Prag widmete, nicht gelangen, in Linz aber wurde es gegeben, ohne übrigens tiefere Spuren daselbst zu hinterlassen. Ein anderes um diese Zeit verfaßtes Trauerspiel „Katharina von Este“, später in „Katharina Cibo“ umgetauft, konnte auch nicht zur Aufführung kommen. Im Herbste 1846 übersiedelte H. nach Dresden, wo er das Jahr 1847 bis Anfang 1848 verlebte, und wie sein Biograph in der „Bohemia“ berichtet „durch seine glänzende Persönlichkeit und seine geselligen Talente Aufsehen machte“. In Dresden beschäftigte er sich mit schöngeistigen Arbeiten, mit der Sammlung und Sichtung seiner Gedichte, deren Herausgabe er vorbereitete, bis ein Streit mit dem Maler Arthur Ramberg ein Pistolenduell zur Folge hatte, aus welchem H. eine Wunde am rechten Arm davontrug. Die Ereignisse des Frühlings 1848 trieben H. in seine Heimat. Er hielt Reden auf der Aula, ging mit einer Deputation nach Wien, zerwarf sich aber nach seiner Rückkehr alsbald mit dem Nationalcomité, worüber verstimmt er von der politischen Schaubühne abtrat und für seine physische wie geistige Abspannung Heilung in Gräfenberg suchte. Gestärkt kehrte er nach Dresden zurück und lebte dort bis Ende 1849. In den letzten Tagen des genannten Jahres ging er nach Schleswig, trat als Freiwilliger in das zweite Regiment Holstein’scher Jäger und machte den Rest des Feldzuges unter Willisen mit. Seine Erlebnisse dieser kriegerischen Episode erzählte er in einer anziehenden Schrift [siehe zu Ende seine Werke]. Aus dem Feldzuge zurückgekehrt, begab er sich in seine Heimat Trautenau, wo er nunmehr seinen bleibenden Aufenthalt nahm und sie nur für kürzere Zeit, wenn er Prag besuchte, verließ. In Trautenau lebte er nur seinen literarischen Arbeiten, vollendete ein fünfactiges historisches Trauerspiel „Die Prätendentin“; ein dreiactiges Lustspiel „Sie muß einen Mann haben“. Im Jahre 1856 vermälte sich Horn mit dem Fräulein Wilhelmine Jenčjk von Ježowa auf Kalenic, aber dieser Vermälung folgte in kurzer Zeit ein Schlaganfall, der, wie sein mehrmal erwähnter Biograph meldet, „den fast athletischen Körper des Dichters, welcher einst für ein Ideal männlicher Schönheit gegolten hatte“, lähmte. Wohl erholte sich H. von seinem Leiden, aber wiederholte Anfälle ließen das Schlimmste besorgen. Der Besuch von Bädern hatte ihn wieder so gekräftigt, daß er im October 1859 sich nach Prag begeben konnte, um der Schillerfeier beizuwohnen, bei welcher er noch am 14. November beim Schillerbankette auf der Sophieninsel eine begeisterte Rede hielt. Es war dieß Horn’s letztes öffentliches Auftreten. Als er bald darauf nach Trautenau zurückkehrte, begann sein von den vielen Schlaganfällen sehr geschwächter Körper dahin zu siechen und nach mehrmonatlichen Leiden vollendete er, 43 Jahre alt, im Vaterhause. Schon in obiger Lebensskizze ist mehrerer Arbeiten H.’s gedacht worden; hier folgen in chronologischer Reihe alle im [295] Drucke erschienenen: „Die Vormundschaft. Lustspiel in Aufzügen“, im 2. Jahrg, der von August Lewald bei Cotta in Stuttgart (1836) herausgegebenen „Allgemeinen Theater-Revue“; – „Nikolaus Lenau, seine Ansichten und Tendenzen“ (Hamburg 1838, Hoffmann u. Campe, gr. 2°.), in diese Zeit etwa fiele dann auch das Pamphlet: „Oesterreichischer Parnaß“ [siehe unten die Quellen]; – „Camoens im Exil. Dramatisches Gedicht in 1 Act“ (Wien 1839, Mausberger, gr. 12°.); – „Böhmische Dörfer. Novellen. 2 Bände“ (Leipzig 1847, Herbig, 8°.; 2. billige (Titel-) Ausgabe ebd. 1850); – „Gedichte“ (ebd. 1847, 8°.); – „Die Wiedereinführung der Jesuiten in Böhmen“ (Leipzig 1850, O. Wigand, Lex. 8°.); – „König Otokar. Tragödie in 5 Acten und einem Vorspiele“ (3. Aufl. Prag 1850, 8°.); – „Aus drei Jahrhunderten. 1690, 1756, 1844. Drei historisch-politische Novellen“ (Leipzig 1851, Costenoble, 8°., 2. veränd. Aufl. ebd. 1852); – „Von Idstedt bis zum Ende“ (Hamburg 1851, Hoffmann u. Campe, 8°.); wenn in diesem Buche Horn den deutschen Schriftstellern persönliche Tapferkeit abspricht und von ihnen behauptet, daß sie nur unmännlich und schlecht zu sterben wüßten, so ist das eine von jenen Radomontaden, die sich bei Naturen, wie Uffo Horn eine war, oft finden. Achtzehnhundert dreizehn waren fast alle Autoren zu Felde und die Dichter Theodor Körner, Max von Schenkendorf, Ernst Moriz Arndt haben eben so gut das Streitroß getummelt und den Degen geführt, wie vorher den Pegasus und die Feder. Weil Uffo Horn dem Feinde gegenüber gestanden, weil er die Büchse geführt hat, meint er nun sogleich, daß alle die feige zu nennen seien, die es nicht gethan; darauf gibt es nur eine, doch eine treffende Antwort: Uffo Horn ist nicht aus deutschem Patriotismus nach Schleswig-Holstein gegangen. Eine Verstimmung und Verbitterung bis auf Tiefste, die aber lange nicht aus politischen Motiven entsprang, trieb ihn dahin. Die Aufgabe dieses Lexikons aber ist es nicht, die Mysterien des Herzens von Uffo Horn aufzuhellen; – „Bunte Kiesel. Erzählungen“ (Prag 1859, Kober, 8°.), darin sind fünf Erzählungen: „Gellert in Karlsbad“, „Johannisbrunn“, „Die Mühltrud“, „Die schöne Insel“ und „Auch noch heute“ enthalten. Es ist dieß das letzte Werk, das bei Lebzeiten des Dichters im Drucke erschienen ist. Aus seiner oben erwähnten Ehe hat Horn nur eine Tochter Karoline hinterlassen. Ihm nach im Tode folgten alsbald die Eltern, der Vater in weniger als Jahresfrist, die Mutter dem Vater in einem Jahre.

I. Biographien. Libussa, Taschenbuch, herausgegeben von Paul Alois Klar, Jahrg. 1848. – Erinnerungen (Prager unterhaltl. Monatschrift. 4°.) Jahrg. 1855, S. 60 und 88. [S. 60 heißt es wörtlich: „Wir bringen unseren freundlichen Lesern das wohlgetroffene Porträt eines der hervorragendsten Dichter der Gegenwart“]. Ohne dem Talente U. H.’s nahe zu treten, ist die Bezeichnung „hervorragendster Dichter“ eine gar nicht zu rechtfertigende Uebertreibung.] – Prager Morgenpost (polit. Blatt) 1860, Nr. 166. – Bohemia (Prager Unterhaltungsblatt, 4°.) Jahrg. 1860. Beilage zu Nr. 125, S. 1153 [Todesnachricht]; Nr. 126, 133 u. 137 [ausführliche Lebensskizze von F. M.; nachgedruckt im „Pilsner Boten“ 1860, Nr. 47–50. Diese Biographie Horn’s mit ihren überschwenglichen Lobpreisungen macht die entgegengesetzte Wirkung von der, welche ihr Verfasser beabsichtigt; aufrichtig gesprochen, dem Herausgeber machte dieser übertriebene Panegyricus den Eindruck, als hätte ihn H. selbst noch bei Lebzeiten geschrieben]; – Dieselbe. Jahrg. 1861, Nr. 47 [erzählt einige Züge aus Horn’s Leben, welche Mikowec in der Wiener Zeitung mitgetheilt hat]. – Wiener Zeitung 1860, S. 2205. – Klagenfurter Zeitung 1860, Nr. 128. – Presse 1860. Nr. 142. – Zwischenact 1860. Nr. 139. [296]Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliograph. Institut. 8°.) Bd. XV, S. 1240, Nr. 11 [nach diesem geb. zu Prag 1815]. – BrockhausConversations-Lexikon, 10. Aufl. Bd. VIII, S. 76.
II. Gedächtnißfeier. Dieselbe wurde im Jahre 1860 im Mai von dem Verein „Arkadia“ in Prag begangen. Joseph Bayer schilderte in einer Festrede Horn den Dichter und Menschen und Dr. Ambros entwarf ein Bild von Horn’s Jugendleben, aus welchem er mehrere Züge mittheilte, [Bohemia 1860, Nr. 129], und Ostdeutsche Post 1860, Beilage zu Nr. 153].
III. Literarischer Nachlaß Uffo Horn’s. Derselbe wurde von einem Freunde H.’s, von Dr. Pauer, gesichtet und im Jahre 1860 dem Herrn Ferdinand Mikowec (gest. 22. Sept. 1862) eingesendet, der dessen Herausgabe übernahm. Im Nachlasse befindet sich ein fast vollendetes 5actiges Trauerspiel: „Benvenuto Cellini“, mehrere angefangene Lustspiele und Tragödien, ebenso viele Anfänge von Novellen und Erzählungen, auch mehreres zur Biographie Uffo Horn’s, [Fremdenblatt 1860, Nr. 278.]
IV. Denkmal. Ein solches wurde H. auf seinem Grabe in Trautenau gesetzt. Es ist aus feinem festen Sandstein und stellt eine trauernde Muse vor. Am Sockel ist ein bekränztes Medaillon mit dem Reliefbildnisse Uffo Horn’s angebracht. Die feierliche Aufstellung fand am Jahrestage von Uffo Horn’s Tod, am 23. Mai 1861, Statt. Das Denkmal hat Bildhauer Th. Seidan in Prag gearbeitet. [Wiener Zeitung 1861, Nr. 124. – Fremdenblatt 1861, Nr. 144.]
V. Porträte. 1) W. C. Wrankmore sc. (4°.). – 2) Bei den „Erinnerungen“, Jahrg. 1855, Jännerheft. Lithogr. (4°.). – Das in der Libussa befindliche ist von dem Maler Arthur Ramberg, mit welchem sich Uffo Horn später auf Pistolen schlug, im Jahre 1847, gezeichnet.
VI. Zur literarischen und persönlichen Charakteristik Uffo Horn’s. Wenn es wahr ist – und Herausgeber hat diese Mittheilung aus dem Munde eines sehr glaubwürdigen Mannes, aus dem des zu früh verewigten Freundes Max Waldau (Georg Spiller von Hauenschild), der es überdieß auch wissen konnte – daß Uffo Horn der Verfasser des Pamphletes ist: „Oesterreichischer Parnaß, bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar“ (Frey-Sing [Hamburg bei Hoffmann und Campe], bei Athanasius und Comp.), so hat Horn seine eigene Silhouette geschrieben, die im Ganzen, da er sich doch selbst am besten kennen mochte, getroffen sein mag, wenn einige Schwächen gegen das liebe Ich in Abrechnung gebracht werden. Sie lautet (S. 23); Uffo Daniel Horn ist „lang, athletisch, grobe Züge, moderne Frisur, macht sich überall bemerkbar, leidenschaftlicher Mazurtänzer, tobt und rast im Leben wie in der Poesie, Dichternatur noch in der Brause, aus welcher sich vielleicht eine schöne Form absetzen wird, wenig Erfindung, schneller Versmacher, im Umgange angenehm, eitel darauf, viel Glück, besonders bei Frauen, schauspielt stets, citirt häufig, singt ohne musikalisches Gehör (entsetzlich), trinkt gerne Bier, ist burschikos und Czeche. Zuweilen stolz und anmaßend, Händelmacher aus Bravour, lebt in Hamburg.“ [Wie man sieht, hat der Pamphletist, der es wagt von Feuchtersleben u. A. zu sagen: „wie man sagt, angestellter Beamter der geheimen Polizei“, sich sehr gnädig behandelt. Ueberhaupt ist dieses Pamphlet eines der unsaubersten Bücher, die seit den dreißiger Jahren auf dem deutschen Büchermarkte erschienen sind, und der Verfasser desselben – sei er, wer er wolle – verbirgt unter der poetischen Patina eine gemeine, tief verkommene Seele.] – Seidlitz (Julius Dr.), Die Poesie und Poeten Oesterreichs im Jahre 1836 (Grimma 1837. J. M. Gebhardt) Bd. I, S. 105. – Minckwitz (Joh.). Neuhochdeutscher Parnaß, S. 394. – Gottschall in seinem Werke: „Die deutsche Nationalliteratur“ schreibt (Bd. II, S. 199 der ersten Auflage) über Uffo Horn: „In Uffo Horn’s „Gedichten“ wiegt die epische Gestaltung vor. Es ist eine thatkräftige Natur, deren unmittelbare Regungen sich rasch zu energischer Lyrik condensiren. Doch die leichte Erregbarkeit seines Talentes, das sich auch im Drama und in der Novelle nicht ohne Glück versucht, hemmt bei ihm die Ruhe künstlerischer Gestaltung; daß Uffo Horn in Schleswig-Holstein tapfer mitgefochten, gibt seinem Büchlein: „Von Idstedt bis zu Ende“ (1850) doppeltes Interesse“. –