BLKÖ:Grillparzer, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 338. (Quelle)
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Grillparzer, Franz[BN 1][BN 2][BN 3] (Dichter, der Schiller Oesterreichs, geb. zu Wien 15. Jänner 1791). Ist der Sohn eines angesehenen Advocaten und erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Wien. Nach 1811 beendeten Rechtsstudien, trat er 1813 bei der k. k. allgem. Hofkammer in Staatsdienste, wurde 1824 Hofconcipist und 1833 Archivsdirector der Hofkammer (jetzt Finanzministerium). Von dieser Zeit tritt ein Stillstand in seiner amtlichen Stellung ein, bis er 1856 auf sein Ansuchen als Archivsdirector pensionirt, zugleich aber von seinem Monarchen durch Allerh. Verleihung des Hofrathtitels ausgezeichnet wurde. Mit diesen wenigen Daten schließt sich das amtliche Leben unseres großen Dichters ab. Als Episoden in dieser Einförmigkeit der amtlichen Laufbahn sind zu verzeichnen: 1818 eine Reise nach Gastein, welches er in einem Gedichte: „Abschied von Gastein“ verherrlichte, das seit dieser Zeit unzählige Male nachgedruckt worden ist; im folgenden Jahre eine Reise nach Italien, auf welcher er Rom besuchte, und sein Gedicht an das Kolosseum „Die Ruinen des Campo vaccino“ schrieb, in welchem der österr. Poet den österr. Beamten in nicht geringe Unannehmlichkeiten versetzte, die auch Ursache wurden, daß die schematisirenden Lexikographen und Correspondenten den Dichter in die Reihen derjenigen Geister stellten, welche in Oesterreich durch den Gedankendruck ihrer Heimat verkümmerten. Wie wenig dies der Wahrheit gemäß, hat aber eben Grillparzer bewiesen, da in die Zeit von 1819–38 seine herrlichsten dramatischen Dichtungen fallen; 1843 eine Reise nach Griechenland, auf welcher er aber wegen der Zeiten Ungunst nur nach Athen kam; am 14. Mai 1847 wurde er zum Mitglied der kaiserl. Akademie der Wissenschaften ernannt; 1848 sang er sein Schlachtenlied „Radetzky“, welches hier wieder deßhalb ausdrücklich genannt wird, weil es den Zorn der Revolution gegen ihn heraufbeschwor und den durch seine herrlichen Dichtungen vielverdienten Poeten in den öffentlichen Blättern der Hauptstadt den gemeinsten Schmähungen aussetzte. Seine Verse aber:

Glück auf, mein Feldherr, führe den Streich,
Nicht blos um des Ruhmes Schimmer:
In deinem Lager ist Oesterreich,
Wir Andern sind einzelne Trümmer,

sind doch diejenigen, welche noch heute jeder österr. Patriot, der nur ein großes Oesterreich und keine Kleinstaaterei will, mit Begeisterung ausruft. Endlich 1849 schmückte ihn die hohe Hand seines Monarchen mit dem Leopoldorden, die erste Auszeichnung dieser Art, welche einem österr. Dichter eben als solchem zu Theil wurde. An sonstigen Lichtblicken im Leben G.’s sind nur zu nennen 1841 die Feier [339] seines 50. Geburtstages, deren Gedächtniß durch eine zur Feier dieses Tages geprägte Medaille der Zukunft erhalten bleibt, und die Nachfeier dieses Tages an seinem 53. Geburtstage, welche von einem Kreise edler Wiener Dichter am 15. Jän. 1844 veranstaltet und auf die erhebendste Weise begangen ward. Reicher als diese spärlichen Momente seines äußeren Lebens gestalten sich aber die seines geistigen Schaffens, welches in das J. 1816 zurückreicht. Der Dichter zählte damals 26 Jahre und hatte seine „Ahnfrau“ vollendet. Der treffliche Dramaturg der Wiener Hofbühne Joseph Schreyvogel (Pseudonym Thom. und C. A. West) erfuhr von dem Stücke, welches der schüchterne Poet im Pulte verschlossen hielt und bewog denselben, ihm es zur Durchsicht zu überlassen. Der Dramaturg erkannte den poetischen Juwel, wurde seither und blieb bis an seinen Tod G.’s liebevoller Lehrer, Freund und Mäcen im reinsten Sinne des Wortes. Ende Jänner 1817 [die genauen Daten über die ersten Aufführungen der Grillparzer ’schen Stücke, über die Kritik u. dergl. m., siehe unten in den Quellen II. b: „Zur Kritik und Geschichte seiner einzelnen Dramen“] kam das Stück zur Aufführung und erlebte einen beispiellosen Erfolg. Als später über die literarische Tendenz seines Stückes die mannigfachsten Ansichten auftauchten und man dem Dichter sogar Schuld gab, ein neues System des Fatalismus dargestellt zu haben und dergleichen Unsinn mehr, trat G. in der Vorrede zur ersten Ausgabe seiner Dichtung gegen dieses Verfahren der Kritik energisch auf, alle die Anmuthungen und Absichten, die man ihm bei Wahl und Bearbeitung des Stoffes unterstellte, abwehrend. Nicht lange ließ er mit der zweiten Arbeit „Sappho“ warten, mit welcher er den griechischen Boden, also den Heimatboden des Fatums, das in der „Ahnfrau“ eine so große Rolle spielt, betrat. Und eben in diesem Stücke, welches im April 1818 zur Darstellung kam, findet sich auch nicht die leiseste Spur von diesem gefürchteten Zwange. Der Enthusiasmus, mit welchem dieses Stück aufgenommen wurde, war nicht geringer, als beim ersten. Mit dieser Schöpfung unseres Dichters hatte sich der Name der großen Tragödin Sophie Schröder dauernd verbunden. Nach seiner Rückkehr aus dem classischen Lande, welches er zuerst 1819 besucht hatte, schuf er die gewaltige Trilogie: „Das goldene Vliess“, welche an zwei aufeinanderfolgenden Abenden des März 1821 zur Aufführung kam, aber nicht jene überwältigende Wirkung hervorbrachte, die nach Lesung dieses Meisterwerkes von Jedermann erwartet werden mochte. Die kühle Stimmung, mit welcher das an Schönheiten überreiche Werk, theils aus Mangel an Verständniß, theils aus Scheelsucht und dem in der deutschen Kritik wie ein verheerendes Kryptogam wuchernden Bestreben der Nation, ihre hervorragenden Talente hinwegzubeweisen, aufgenommen wurde, mochten vielleicht den Dichter bewogen haben, vor der Hand den classischen Boden zu verlassen, und das ihm neue Gebiet der heimatlichen Geschichte zu betreten. Unmittelbar auf einander folgten jetzt zwei historische Stücke, im Februar 1825: „König Ottokars Glück und Ende“, und 1828: „Ein treuer Diener seines Herrn“. Hatte man bisher an der poetischen Kraft des Dichters gemäkelt und dieselbe den großen Stoffen der alten Mythe und Geschichte als nicht gewachsen erklärt, so führte man nun ein anderes Maneuver durch, und roch aus den beiden Bearbeitungen von Episoden der böhmischen und ungarischen Geschichte mit der kritischen Nase den Servilismus heraus. So hat die deutsche Kritik viel an dem österreichischen Dichter verschuldet und fast lockt [340] uns dieses Gebahren ein wehmüthiges Lächeln ab, wenn wir sehen, wie seine Dichtungen, gleich Wein, wenn er älter wird, mit jedem Jahre im Werthe steigen; aber daß wir durch diese Consequenz einer negativen Kritik um manches herrliche Kunstwerk gekommen, ist auch nicht zu zweifeln. Im Jahre der Juli-Revolution vollendete G. ein neues Werk, welches wieder einen griechischen Stoff behandelte, dessen Titel: „Des Meeres und der Liebe Wellen“, G. aber absichtlich statt des nahegelegenen „Hero und Leander“ gewählt, weil er nicht wieder wie bei „Sappho“ den Anspruch absolut griechischer Welt aufwecken wollte in den Kritikern, welche so gern philosophische Ansprüche machen, wo poetische befriedigt werden. Das Stück, zum ersten Mal im April 1831 aufgeführt, wurde nach wenigen Vorstellungen zurückgelegt; erst in der neueren Zeit 1851, u. z. den Bemühungen und der geistvollen Inscenesetzung des Directors Laube, ist der glänzende Erfolg, ja die Zurückeroberung dieser Perle der deutschen Poesie für die deutsche Bühne zu danken; Frau Bayer-Bürck, welche die Rolle der Hero spielt, hat aber auch großen Antheil daran, denn sie hat sich diese Rolle zu eigen gemacht, wie keine Künstlerin vor ihr und bisher keine nach ihr. So hatte G. bereits den Boden der Antike in wechselnder Gewandung, und den der Geschichte betreten, nun schien er beweisen zu wollen, daß er auch auf jenem des Orients sich heimisch fühle, und es entstand das wunderliche, doch so herrliche Stück: „Der Traum ein Leben“, von dem der Dichter, ungewiß noch über den glänzenden Erfolg, den es bei seiner ersten Aufführung im October 1834 und seither immer feierte, selbst sagte: „Ein Dichter, der ein zweites Stück dieser Art schriebe, verdiente Züchtigung, dies eine gewagt zu haben, verdiene, daß es gefiele; er liebe übrigens eben diese Dichtung, wiewohl der Erfolg durch die Form, die Ausführung und das Publicum selbst, wenn es zu weit vorausdenke, auf die Spitze gestellt bleibe.“ Endlich hat das durch ein Mißverständniß irregeleitete Publicum dem Dichter, der ihm bereits eine stattliche Reihe von Meisterwerken dargebracht, wenn nicht das weitere Produziren, so doch die Veröffentlichung seiner Schöpfungen für immer verleidet. Wir meinen hier die empörende Aufnahme des letzten Stückes, das G. zur Darstellung brachte, das im März 1838 gegebene Lustspiel: „Weh’ dem, der lügt“. Einerseits hatte die verunglückte Aufführung, veranlaßt durch schlechte Besetzung der Hauptrolle, Schuld an dem Falle des Stückes; andererseits war aber der völlige Mangel an Pietät, die man dem Dichter solcher Werke, wie er sie geschaffen, schuldete, eine Rücksichtslosigkeit, die selbst eine weniger sensitive Natur als jene G.’s tief verletzt haben würde. Seit dieser Zeit beobachtet G. ein hartnäckiges Schwelgen, und nur in einzelnen Gedichten, die ihm alljährlich abgebettelt werden für Almanache u. dergl. m. und mitunter wie herrliche Sterne aus der Fluth gehaltloser Reimereien hervorleuchten, gibt er von Zeit zu Zeit ein Lebenszeichen. In die obige chronologische Folge seiner dramatischen Arbeiten fällt noch vor dem letztgenannten Werke: „Weh’ dem, der lügt“, sein Text zur Oper „Melusine“, welcher ursprünglich für Beethoven gedichtet, später aber von Conradin Kreutzer componirt, und am 9. April 1835 im Josephstädter Theater gegeben wurde. Von seinen übrigen Arbeiten sind zu nennen, die zahlreichen in Almanachen zerstreuten und bisher nicht gesammelten Gedichte, von denen weiter unten eine Uebersicht folgt, in so weit es mir möglich gewesen, Kenntniß der Fundorte dieser Perlen der Lyrik zu bekommen. Wie von seinen Gedichten, so erschien [341] auch von seinen dramatischen Arbeiten bisher keine Gesammtausgabe. Die einzelnen acht Tragödien oder Schauspiele wurden jede besonders in einer der Dichtung kaum würdigen und den typographischen Ansprüchen der Gegenwart wenig entsprechenden Gewandung, mehrere in wiederholten Ausgaben, herausgegeben, u. z.: „Die Ahnfrau“, Trauerspiel in fünf Aufzügen, 6 Aufl. (Wien 1844, Wallishausser, 8°., zuerst 1817); – „Sappho“, Trauersp. in fünf Aufzügen, 3 Aufl. (Ebd. 1822, ebenda, zuerst 1819, 8°.); – „Das goldene Vliess“, dramatisches Gedicht in drei Abtheilungen (Ebenda 1822); – „König Ottokars Gluck und Ende“, Trauerspiel in fünf Aufzügen (2. Aufl. Ebenda 1852, zuerst ebenda 1825) ; – „Ein treuer Diener seines Herrn“, Trauerspiel in fünf Aufzügen (Ebd. 1830, eb.) ; – „Melusina“, romant. Oper in drei Aufz., Musik von Conr. Kreutzer (Ebd. 1833, eb.) ; – „Des Meeres und der Liebe Wellen“, Trauerspiel in fünf Aufzügen (Ebenda 1840) ; – „Der Traum ein Leben“, dramatisirtes Mährchen in vier Aufz. (Ebenda 1840); – „Weh’ dem, der lügt“, Lustspiel in fünf Aufzügen (Ebenda 1840). Der III. Jahrgang von Lemberts „Taschenbuch für Schauspieler und Schauspielerinnen“ (Stuttgart und München 1821) enthält „Scenen aus des Lebens Schattenbild“ von Grillparzer. Von novellistischen Arbeiten erschienen zwei im Drucke; in Mailaths Taschenbuch „Iris“ für 1848: „Ein alter Spielmann“, und in den „Osterländischen Blättern“ 1837, Nr. 101 u. f., ist abgedruckt: „Das Kloster von Sendomir“. Im Pulte vollendet soll der Meister liegen haben eine „Libussa“, wovon der erste Act, auf dem Anschlagzettel „Vorspiel“ betitelt, am 29. Nov. 1840 zum Vortheil der barmherzigen Schwestern in einer Burgtheater-Akademie einmal gegeben wurde. Von anderen Arbeiten, die theils vollendet, theils entworfen in seinem Pulte liegen sollen, nennt man: „Esther“ (wahrscheinlich identisch mit der „Jüdin von Toledo“); – „Scipio und Hannibal“ (eine Scene daraus im „Album österr. Dichter“ [Wien 1850, Pfautsch], I. Serie S. 132); – „Der letzte König der Juden“; – „Kaiser Rudolph II.“; – „Der Majestätsbrief“, zugleich aber verlautete vor mehreren Jahren die betrübende Kunde, ein Paragraph seines Testamentes lege den Erben die Verpflichtung auf alle von ihm nachgelassenen Manuscripte ungelesen den Flammen zu übergeben. Ueber G. den Menschen, verweisen wir auf die unten mitgetheilten Charakteristiken, namentlich auf jene Laube’s, die der Wirklichkeit zunächst kommen dürfte, und mit dem Bilde des äußeren Menschen zugleich das des Innern zu geben sucht, während alle anderen die Silhouette des Körpers ausschneiden, unbekümmert, ob sie einen Schnitt zu tief thun oder nicht. Wie bei vielen Poeten, so trifft auch bei G. die Erscheinung von dem mächtigen Einflusse ein, den auf das Seelenleben des Sohnes die Mutter übte, die von dem Dichter auf das Innigste geliebt ward, und eines Abends plötzlich in des Sohnes Armen starb. Seine Jugendliebe hat der Dichter in seinem „Ottokar“ verherrlicht [s. weiter unten: „Zur Kritik und Geschichte seiner einzelnen Dramen S. 349]; G. ist aber Hagestolz geblieben, obgleich bereits alle Anstalten getroffen waren, das Käthchen seines Herzens als Braut heimzuführen. Mit einem Male erwachte in G. die Besorgniß, ob die Ehe nicht das bisherige beiderseitige reizende Begegnen stören, ja zerstören könne. Man überlegte, verschob, verschob wieder, und es blieb Alles so, wie es vor der festgesetzten Hochzeit bestanden. Die Zurückgezogenheit seiner einfachen immer gleichen Lebensweise, die Abneigung gegen Vereine und Clubbs jeder Art, die Unlust Besuche zu machen, haben G. in den Ruf eines mürrischen Hypochonders gebracht. [342] Wer G. näher zu kennen Gelegenheit hat, überzeugt sich vom Gegentheile. Eine seiner hervorragendsten Eigenschaften ist die Liebe und Anerkennung jedes Talentes, das er durch freundliches Urtheil fördert und ermuntert. Bekannt sind die geistreichen schlagfertigen Antworten, Urtheile, Aussprüche, die in der Conversation aus seinem Munde kommen und deren Sammlung einen großen Reiz für Jedermann böten, weil sie ebenso oft die täglichen Verhältnisse des Lebens, als Kunst- und Literatur-Gegenstände berühren. So z. B. sagte er von der Ristori: „Wie groß muß diese Künstlerin gewesen sein, bevor sie berühmt geworden“; – von einem Archäologen, der über jeden verwitterten Stein und jedes Stück bemalter Leinwand in Extase gerieth, sagte er treffend: „Er ist einer jener Menschen, die sich glücklich fühlen, wenn sie eine Mutter Gottes finden, die wie ein alter Rechnungsrath aussieht“; – die sinnreiche Definition der Eifersucht: „Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden schafft“ wird ihm zugeschrieben; – über Mozart bei Aufführung der G-moll-Symphonie: „Die hat Mozart sicher vor der Erbsünde componirt“; – über den Styl des Thoas in Goethe’s „Iphigenie“: „Der Thoas spricht wie ein taurischer Hofrath“; – die Bezeichnung des kühlen nordischen Wesens der Jenny Lind, die er als Sängerin hochstellte, mit dem Ausdrucke: „Zugeknöpft bis an die Zähne“ u. d. m.; seine Definition der Dichtkunst bei Gelegenheit, als die Richtung der modernen Dramatiker, in Prosa zu schreiben, zur Sprache kam: „In Versen denken ist Dichten! Mit dem Verse entstand die Dichtkunst“ u. d. m.

I. Biographien und Biographisches. – Ueber Grillparzers Namen. – Einzelne Lebensmomente, Charakteristiken und Silhouetten seiner Persönlichkeit. Album der östr. Dichter (Wien, Pfautsch, 8°.) I. Serie, S. 97. Biographie G.’s von Otto Prechtler [nach dieser geb. 15. Jänn. 1791]. – Familienbuch des österr. Lloyd (Triest, gr. 4°,) III. Bd. (1853) S. 370–380: „Franz Grillparzer“ von Heinrich Laube [eine geistvolle literarisch-kritische Lebensskizze des österreichischen Dichters, ihn gegen das ungereimte Ignoriren der norddeutschen Literar- und Literaturgeschichtler, deren jeder spätere den früheren ab- und nachschreibt, energisch in Schutz nehmend, und dieser duftvollen Blüte die hervorragende Stelle wahrend, welche ihr im deutschen Dichtergarten gebührt]. – Wiener Theaterzeitung, herausg. von Adolph Bäuerle. 1857, Nr. 25: „Vor vierzig Jahren“ von A. Silas [eine treffliche, kurze aber Alles umfassende Lebensskizze. Nach dieser ist G. am 15. Jän. 1786 geboren. Diese Angabe ist unrichtig; das im „Album östr. Dichter“ mit 15. Jän. 1791 angegebene das einzig richtige und durch die 1841 seinem 50. Geburtstage zu Ehren geprägte Erinnerungsmedaille bestätigte Datum]. – Oesterr. illustrirte Zeitung (Wien, 4°.) 1852, Nr. 39, S. 307. Biographie mit Porträt im Holzschnitt. – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) VI. Jahrg. (1847) Nr. 1: „Franz Grillparzer“ von J. S. Tauber [eine kurze literarische Skizze, in welcher zu Ende eines in einem deutschen Journale erschienenen Aufsatzes von G. erwähnt wird, worin neben der Anerkennung des Dichters mit unzarter Faust in das innerste Leben des Menschen gegriffen wird]. – (Leipziger) Illustrirte Zeitung, herausg. von J. J. ]Weber] 1846, Nr. 132, S. 30 [daselbst seine Lebensskizze mit Porträt in einem Tableau, zugleich mit den Porträts von Bauernfeld, Castelli, Deinhardstein Ebert, Feuchtersleben, Frankl, Grün, Halm, Lenau, Pyrker, Seidl , Stelzhammer, Vogl u. Zedlitz]. – Iris. Original-Pariser-Moden-Magazin für Damen (Graz) 1. Dec. 1850 (II. Jahrg.) IV. Bd. Lfrg. 9: „Franz Grillparzer. Eine flüchtige Skizze.“ [Wahrhaftig nicht mehr!] – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer u. Czikann) , (Wien 1835) II. Bd. S. 423. – Gräffer (Franz), Historisch-bibliographisches Bunterlei (Brünn 1824, kl. 8°.) S. 221. – (Brockhaus) Conversations-Lexikon (10. Auflage) VII. Bd. S. 181. – Nouvelle Biographie générale ... publiée sous la direction de Mr. le Dr. Hoefer (Paris 1853) XXII. Bd. Sp. 62 [beide mit der unrichtigen Angabe des Geburtsjahres 15. Jänner 1790. Wenn dieses Werk sagt: „sa vie se résume principalment dans les oeuvres remarquables, qu’il a données à la scene allemand“ und Querard in seinem „La France littéraire“ Tom. III. [343] p. 477 zu dem Namen des Dichters einfach beisetzt: célèbre poète dramatique allemand du XIX. siècle, so haben sie als Werke des Auslandes und über ausländische Literatur mit wenig Worten dem deutschen Dichter ein Recht widerfahren lassen, das Gervinus, Hillebrand, Mundt u. A. demselben widerrechtlich vorenthalten haben]. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon (Hildburghausen 1853, Bibl. Inst., Lex. 8°.) XIII. Bd. S. 1028. Eine dürftige Lebensskizze mit dem falschen Geburtsdatum 15. Jänner 1790. – Rittersberg, Kapesní slovníček, d. i. Taschen-Wörterbuch (Prag 1850, 12°.) I. Bd. S. 520. – Illustrirtes Familienbuch des österr. Lloyd (Triest, 4°.) III. Bd. 1. Heft: „Ein Besuch bei Ludwig Tieck“ [enthält Mehreres über G.]. – Ueber Grillparzers Namen. Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) 1846, S. 671 und wieder gedruckt im „Wiener Courier“ 1856 Nr. 263 : „Der Name Grillparzer“ [Holtei’s Studie, die Entstehung des Namens des Dichters, der das Einzige an ihm war, was Holtei nicht gefällt, zu erklären]. – Dieselben S. 695 [zweiter durch Holtei’s ersten angeregter Versuch, den Namen G.’s zu erklären. Ging Holtei philologisch zu Werke, so schlägt Archieophilis, wie sich der Forscher nennt, den historischen Weg ein]. – Wiener Courier (Bäuerle’s Theaterzeitung) 1857, Nr. 187: „Der Name Grillparzer“ von C. A. K. – Zeitung für die elegante Welt, herausg. von H. Laube 1843, S. 1108: „Grillparzer hat viel Unglück!“ [Wird erzählt, wie G. auf seiner Reise nach Griechenland sich im österr. Gesandtschaftshotel verbergen und italienisch sprechen mußte, weil er ein Deutscher ist und die Griechen in bester Furie waren gegen die Deutschen. Der Dichter der „Sappho“ muß dies im Vaterland der Sappho erleben! Wie gut war es, daß G. die Reise nach Griechenland erst antrat, nachdem er schon „das goldene Vließ“ und die „Sappho“ gedichtet.] – Frankl (L. A. Dr.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°,) 1843, S. 103: „Raimund und Grillparzer.“ – Dieselben S. 866: „Reise in den Orient“ – und S 1099: „Rückkehr aus Griechenland.“ – Dieselben S. 939: „Gräfin Hahn-Hahn und Grillparzer.“ – Dieselben 1844 (III. Jahrg.) S. 65, 560: „Grillparzers Libussa.“ – G.’s Persönlichkeit. Ein treffendes Bild derselben entwirft Laube: „Porträts helfen dazu nicht viel, schreibt L., dieser Kopf ist schwer zu treffen und die ganze Haltung gehört dazu und der Wechsel gehört dazu, welcher dies Antlitz und diese Gestalt mit den wechselnden Gedanken plötzlich färbt und bewegt. Die Formen selber nichts Besonderes an diesem Manne von mittlerer Große, der unscheinbar dahin streift unter der Menge. Nur die Neigung des Hauptes nach vorwärts und ein wenig nach der Seite, wie man’s Alexander dem Großen nachsagt, hat etwas Eigenes. Das immerwährende stille Sinnen und Trachten scheint dieses Haupt mit seinem jetzt ergrauenden Haare nach vorwärts zu neigen. Das Auge sieht matt vor sich hin, die Züge des leicht gerötheten Antlitzes ruhen still, fast schlaff, und der vor sich hinschauende Dichter wird der vorübergehenden Bekannten des Dichters dann erst inne, wenn er vorüber ist. Da fliegt denn eine liebreiche Theilnahme über des Dichters Auge und Antlitz und die grüßende Stimme klingt weich und angenehm. Redet ihr ihn an, so habt ihr den Eindruck, als hättet ihr ihn gestört und als wäre es ihm lieber, wenn er unaufgehalten weiter schreiten könnte. Aber eine wohlwollende Gemüthlichkeit gibt ihm ein Paar freundliche Worte ein, welche fast zerstreut und einzeln an die Luft kommen. Eine Frage indeß, welche über den Alltagssteg hinausspringt, fesselt ihn sogleich und angenehm lächelnd und das blaue Auge nun frei und völlig aufschlagend steht er Rede. Jetzt steht der lauschende Dichter mit seinen anmuthigen weiblichen Eigenschaften vor euch: dies wunderschöne große Auge ruht klar und lieb auf Euch und die weiche Tenorstimme verräth ein weiches, antheilvolles Herz. Er versteht so leicht und so fein, wie ein geschmeidiger Frauenverstand, er antwortet, wenn er bei leidlicher Gesundheit ist, so plötzlich und schalkhaft wie ein Mädchen, er drückt so unwillkührlich seine Besorgniß aus wie ein weiblicher Mund. Geht ihr mit ihm und vertieft sich Euer Gespräch, so öffnet sich langsam und immer sicherer und sicherer die reiche Welt von Gedanken, welche von der naiven Frage fort und fort schreitet zur feinen tiefen Bemerkung, zur weiten und prächtigen Anschauung, welche in Eifer geräth, in Wärme und Stärke, ja in Zorn. Jetzt ist dies sanfte blaue Auge fest und nachdrucksvoll, das gebeugte Haupt hat sich erhoben, der Fuß steht still, die Handbewegung und Stimme wird scharf und bestimmt, Ihr hört einen Mann, der nach allen Richtungen genau unterrichtet ist und genau weiß, was er will, was man wollen soll.“ – Oesterr. Parnaß, bestiegen von einem heruntergekommenen Antiquar .. (Frey-sing [Hoffmann & Campe in Hamburg] bei Athanasius & Comp., 8°.) S. 20. [Als Curiosum setzen wir die Silhouette, welche dieser Pamphletist von Grillparzer entwirft, [344] her: „Bleich, schwarzes Haar, österreichische Physiognomie, angenehmes Lächeln, trüb, verschlossen, geht viel mit Philistern um (!), grollend, ewig bewegte Phantasie, aus Furcht Patriot (!) , classisches Wissen und Studium, wenig Erfindung in seinen Dramen, aber viel Poesie, geliebt und geachtet, bereits unfruchtbar (!!!), zerfallen mit sich selbst und unthätig; Hagestolz.“] – Noch fügen wir die in L. von Alvenslebens „Biographischem Taschenbuche“ (Leipzig 1837, 16°.) II. Jahrg. S. 92 enthaltene und in E. M. Oettingers Journal „Argus“ (Hamburg, schm. 4°.) 1837, Nr. 96 wieder gedruckte: „Federskizze“ hier bei: „Auf den ersten Anblick, besonders in einiger Entfernung, unbedeutend. Er ist mittelgroß, hat eingefallene Wangen, die Gesichtsfarbe der Leberkranken, tiefe Schwermuth spricht sich in seinen Zügen aus, die sich aber im Gespräche schnell und wunderbar beleben und den Dichter von glühender Phantasie, welcher der deutschen Sprache ihre süßesten Laute abzugewinnen wußte, erkennen lassen, doch bleibt ihnen eine gewisse Aengstlichkeit, die Furcht verletzt zu werden, unverkennbar aufgedrückt; man fühlt, daß dieser Mann tausend Fühlhörner hat, daß jede noch so leise Berührung ihn tief verwundet: er ist eine Sensitive. Sein Anzug ist wohlgeordnet, ohne gesucht zu sein; er trägt eine Brille.“] – Cajetan Cerri in der „Iris“ vom Juli 1850 zeichnet folgende Silhouette des Dichters: „Eine eigenthümliche stille, anspruchslose, fast unscheinbare Erscheinung; kleine, etwas gebeugte Gestalt mit einem ovalen, ein wenig nach der Seite hängenden Kopfe; kurzes, graues Haar; kurze Stirne; freundliche, tiefgeprägte Züge; sanfter Blick; dunkles, lebhaftes Auge; schlichter und altmodischer Anzug: im Benehmen äußerst gemüthlich, treuherzig, bescheiden, ja fast scheu; seine Gutmüthigkeit und Zuvorkommenheit mit Allen, namentlich aber mit auftauchenden Poeten, sind sprichwörtlich geworden, und haben bereits viele schöne, junge Talente unterstützt, aber auch manche Unberufene zur Selbstüberschätzung verleitet; sein Gespräch ist höchst belehrend, lebendig, geistreich und klar; man sieht es gleich, daß man es mit einer großen, fertigen Individualität zu thun habe, die mit sich selbst abgeschlossen hat; Anfangs erscheint er etwas wortkarg und kalt; aber gelingt es uns sein Vertrauen zu gewinnen, so wird sein Wort zu einem frischen, sprudelnden Quell, und sein Gemüth offenbart sich als ein unendliches Meer, das uns gern in seine perlenreichen Tiefen senken läßt. Er bleibt am liebsten allein, und spricht sehr oft mit sich selbst; kein Bart; trägt sehr selten Augengläser; macht jeden Abend seinen einsamen Spaziergang, gewöhnlich mit den Händen am Rücken und in tiefen Gedanken verloren; bei Kleidern, Speisen, Vergnügungen – kurz, bei allen Erfordernissen des äußerlichen Lebens ungemein genügsam und mit Allem zufrieden; als Mensch ein reiner consequenter Charakter, und die Ehrenhaftigkeit selbst; in der literarischen Welt unstreitig der erste österreichische Dichter, der noch in der vormärzlichen Zeit Oesterreichs Literatur gegenüber dem übermüthigen Auslande muthvoll und siegreich vortrat.“
II. Zur Kritik seiner Dichtungen,a) Allgemeines. Berliner Figaro. 1830, Nr. 237 (9. October): „Das Dichter-Quintett Müllner, Houwald, Grillparzer, Immermann und Raupach“ (bestreitet Grillparzern die Gabe, antike Stoffe zu behandeln (!) und weist ihn auf die Bahn des geschichtlichen Drama]. – Seidlitz (Julius Dr.), Die Poesie und die Poeten in Oesterreich im J. 1836 (Grimma 1837, J. M. Gebhart, kl. 8°.) I. Bd. S. 77–88. [„Nie hat Grillparzer“, schreibt S., wie Shakspeare, Schiller oder Grabbe einer großen Zeit das Gewand seiner Dichtung umgeworfen, doch darüber wollen wir nicht mit ihm streiten – er lebt und dichtet in Oesterreich. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich behaupte, er hätte seine Dramen zum Munde gemacht, aus dem die Zeit große inhaltschwere Worte zu uns gesprochen, wenn er nicht wohl gewußt, daß die Censur schnell ihre Hemmketten um das rollende Rad seiner Rede schlingen würde. Seine südlich glühende Romantik scheint uns ohnehin immer ein Geheimniß zu verschweigen, mag sein, daß es das Geheimniß seiner Brust ist, dessen Wolken sich dunkelgrau an dem Himmel seiner späteren Werke ablagern. Auch darin liegt eine tiefe Eigenthümlichkeit seiner Poesie und seines Wesens, und des Landes und der Religion, der er angehört. Kein protestantischer Dichter vermöchte das Geheimnißvolle so zu realisiren, und auch wieder so in feine Charaktere zu bannen, wie Grillparzer. Auch darin schließt er sich den Spaniern an und ich irre wohl nicht, wenn ich ihn den Tragöden des Katholizismus nenne, in dessen tiefster Brust ein neuer Calderon schläft ... Der Lyriker Grillparzer, kraftvoll, mächtig und ergreifend in seinen Gedichten ist wenigstens ebenso groß, als der Dramatiker. Seine Dichtung ist subjectiv.“] – Lorm (Hieronymus), Wiens poetische Schwingen und Federn ... (Leipzig 1847, Grunow, 8°.) S. 89–120. [Eine interessante literarisch-kritische [345] Lebensskizze. Faßt sein geistiges Wirken in folgendes Endurtheil zusammen: „Uebersieht man sein ganzes literarisches Wirken, so glaubt man in das Atelier eines großen Bildhauers zu blicken, in welchem ein Erdbeben das Meiste umgestürzt hat und von den erhabensten Götterbildern eben nur so viel Göttlichkeit und Reiz übrig ließ, um die Vernichtung tief betrauern zu lassen. Ist er schuldig, ist er blos unglücklich? Man mochte ihn für das erstere halten, wenn man so Herrliches zerstört weiß, weil er nicht Muth oder Kraft hatte, die österreichischen Literaturfesseln abzustreifen; man möchte wieder in Mitleid um ihn vergehen, wenn man ihn trauernd ruhen sieht auf den Ruinen einer Poesie, der eine deutsche Unsterblichkeit aufbehalten gewesen wäre, auf ungebornen Werken, die er, statt sie zu schaffen, in seiner Seele zu Trümmern zerschlagen mußte.“] – Schmidt (Julian), Geschichte der deutschen Literatur im 19. Jahrhundert (Leipzig 1855, Herbig, gr. 8°.) 2. Aufl. [Charakterisirt die dramatischen Arbeiten G.’s einzeln und sagt im Allgemeinen über ihn: „Im nördlichen Deutschland ist Grillparzer wenig bekannt; Oesterreich dagegen ist stolz auf seinen Dichter und hat ein Recht dazu, denn die Reinheit seiner Formen und das Methodische in seiner Composition verdient die vollste Anerkennung.“] – Gottschall (Rudolph), Die deutsche National-Literatur in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Breslau 1855, Trewendt u. Granier, gr. 8°.) I. Bd. S. 181–185. [Ueber die „Ahnfrau“ sagt Gottschall: „so wenig sich die Grundlage (auf welcher diese Tragödie fußt) für eine moderne Tragödie eignet, so hat doch die „Ahnfrau“ bedeutende dramatische Vorzüge in der Composition, die sich durch engen Zusammenhang auszeichnet und in der Ausführung, der es weder an psychologisch-interessanten Momenten noch am dichterischen Schwunge fehlt. Freilich überwiegt nach spanischem Muster die Trochäenlyrik mit ihren rhetorisch breiten Expositionen und die ganze Handlung bewegt sich schattenhaft auf der schwarzverhangenen Schicksalsbühne.“ In der „Sappho“ findet Gottschall „die Diction mustergiltig, von antiker Klarheit, Lieblichkeit und Würde, aber auch von berauschender Kraft des Ausdrucks. Alle Töne in der Scala der Leidenschaft sind mit gleicher Virtuosität angeschlagen. Die Färbung des hellenischen Himmels ist mit großer Treue gewahrt, ohne deshalb das Stück dem modernen Bewußtsein und der germanischen Innigkeit zu entfremden. Die „Medea“ steht neben der „Sappho“ wie die weibliche Wildheit neben der Hoheit, die Barbarei neben der Bildung, die Rache neben der Entsagung, die Leidenschaft, die zerstörend um sich greift, neben der concentrirten Innigkeit, die sich selbst verzehrt. In diesen beiden Frauengestalten hat Grillparzer das gleiche Problem des Herzens in entgegengesetzter Weise gelöst und dies Problem selbst dramatisch zu fassen, war sein Verdienst, da er hierin keinen bedeutenden[WS 1] Vorgänger hatte.. .. „Hero und Leander“ meint Gottschall, enthält herrliche Einzelnheiten, plastische Schilderungen und psychologische Momente von glücklicher Wahrheit, aber die Einfachheit der Composition ist hier durch zu wenig Hemmungen und Einschnitte der Handlung gehoben, um aus einem Gemälde mit einzelnen dramatischen Gruppen eine spannende Tragödie zu schaffen. ... Im „Traum ein Leben“, meint Gottschall, macht die Fülle der Ereignisse einen schreckhaften Eindruck, wie ein ängstlicher Traum, man fühlt den Alpdruck der Gewissensangst aus dem Ganzen heraus. Das skizzirte Traumleben mit seinen gespenstischen Gestalten, dem bunten Knäuel von Begebenheiten, den Verbrechen des Ehrgeizes löst sich zuletzt in die harmonische Idylle auf.“ ..... In den zwei historischen Tragödien „König Ottokars Glück und Ende“ und „Ein treuer Diener seines Herrn“ vermißt Gottschall die Größe einer geschichtlichen Weltanschauung und einer wahrhaft freien Gesinnung [die norddeutschen Kritiker scheinen die wahrhaft freie Gesinnung immer dann zu vermissen, wenn ein Oesterreicher in seinen Dichtungen sich auch als Oesterreicher fühlt. Ein eigenthümlicher Maßstab für die Freiheit des Denkens]. Gottschall findet ferner „die Treue, die in „Ottokars Glück und Ende“ verherrlicht wird, in ihrem knechtischen Servilismus keineswegs herzerhebend und das Aufgeben der Menschenwürde und der unbedingte Gehorsam gegen despotische Willkür bilden seiner Ansicht nach ein wenig geeignetes Piedestal für einen dramatischen Helden.“ Nach dieser Uebersicht der Arbeiten Grillparzers findet Gottschall des österreichischen Dichters Begabung durch eine gewisse Engherzigkeit am bedeutenden Aufschwunge verhindert, obschon sein Talent durch feinen Kunstsinn geregelt, doch auf einem Niveau mit den größten unserer nachclassischen Zeit steht.] – Warm und wahr ist die ästhetisch-kritische Lebensskizze Grillparzers von Heinrich Laube. Wir verweisen auf dieselbe als auf das Beste, was über ihn geschrieben worden. „Tausende“, schreibt Laube, nachdem er die reizende Lage und Landschaft Wiens geschildert, „sehen das und erleben auch Gedankenanfänge [346] und gehen unter. Einer von ihnen trägt den Zukunftskeim unzerstreut nach Hause, weil er nicht leicht zugänglich, weil er nicht schwatzhaft ist, weil der dichterische Keim seine Muschel bedrängt. Ueber diesen Einen schalten und schelten denn auch die tausend Vorübergehenden, daß er so sonderbar, ja verdrießlich sei, kurz, daß nichts mit ihm anzufangen sei. Nein, die Masse weiß nichts mit ihm anzufangen, aber er selbst weiß anzufangen, er wird ein Dichter und sein Name steigt aus der Masse empor. Dieser heißt Franz Grillparzer. ... Italien und Griechenland waren G.’s Geiste innig vertraut. Man kann diesem formreinlichen Zuge, dieser keuschen Liebe classischer Anschauung durch alle seine Werke folgen. Sie ist dem Kurzsichtigen klar in „Sappho“, in der „Medea“, in „Hero und Leander“, – „Des Meeres und der Liebe Wellen“, – sie ist aber auch ersichtlich in den Schöpfungen, welche den Bürgersohn einer altgeschichtlichen und romantischen deutschen Stadt, welche den Sohn eines völkerreichen und darum bunten Staates bezeichnen, den Verfasser Ottokars, welcher auf dem Marchfelde erlag, den Verfasser des Boucbonus – „Treuer Diener seines Herrn“, – den Verfasser des altdeutschen „Weh’ dem, der lügt“, den Verfasser des orientalischen „Traum ein Leben“. In allen diesen Stoffen waltet der classische Sinn sauberer, sorgfältig abgeglätteter Form, der Sinn für einfach feine Gedanken.“ ... Treffend und kurz erklärt Laube wie es kam, daß eine solche poetische Größe, wie Grillparzer, so lange in Deutschland unbekannt bleiben konnte: „daß Grillparzer ein Oesterreicher ist und seinen Wirkungskreis immer nur in Oesterreich gesucht, das hat allerdings wesentlich beigetragen, ihn unkenntlich zu erhalten für die Kritik deutscher Literatur. Der Mangel an Verbindung zwischen Oesterreich u. Deutschland war groß, die in Deutschland zur Schau getragene Geringschätzung für österreichische geistige Größen war nicht minder groß und der Mangel an nachdrucksvollen Stimmen aus Oesterreich, welche die Leute jenseits der mährischen und böhmischen Gränzgebirge hätten aufklären und überzeugen können, war noch größer. Sowie in Deutschland die Kritik überwucherte, so stockte sie in Oesterreich und die Prosa, das Ergebniß des lebhaften Geistesverkehres, entwickelte sich nicht. Darunter mußte der Ruhm einer österreichisch-poetischen Größe bitterlich leiden.“ ... Laube schließt die Lebensskizze mit einer eben auf Grillparzer ganz anwendbaren, aus der Beobachtung einer Naturerscheinung geschöpften Bemerkung. Nachdem Laube die Perlenbildung der Muschel poetisch erklärt, als sammelte nämlich die Muschel auf Kosten des sinnlichen Lebens alle edleren Bestandtheile in einen Punct, welcher Perle wird, und welcher den Menschen reizender und werthvoller erscheint, als alles übrige Gehäuse und Leben, schließt er: „Wenigstens hat Grillparzer wenn durch nichts Anderes, dadurch seinen Dichterberuf an den Tag gelegt, daß er sein ganzes Leben hindurch immer seine edelsten und reinsten Bestandtheile verdichtet und verklärt hat auf seine eigenen Kosten – zur Freude und zur Erhebung sinniger Menschen. Er ist eine Perle geworden für sein Vaterland.“ – Gervinus (G. G.), Geschichte der deutschen Dichtung (Leipzig, Engelmann) 4. Aufl. V. Bd. S. 595, 624 u. 632. [Das Urtheil des großen Literatur-Geschichtschreibers der deutschen Nation über Grillparzer hieher zu setzen ist unnöthig. Es ist nichtig von der Parteileidenschaft des Norddeutschen gegen alles Süddeutsche irregeführt, ja es erweckt sogar Zweifel, ob Gervinus die Werke Grillparzers alle gelesen, weil in diesem Falle selbst die kühle norddeutsche Reflexion zu wärmeren Ausdrücken und Ansichten über den Genius des süddeutschen großen Dichters gekommen wäre.] – Morgenblatt (Stuttgart, 4°.) 1819, Nr. 3. Im Aufsatze: „Unternacht-Gedanken über den magnetischen Weltkörper im Erdkörper. Nebst neuen magnetischen Gesichtern“ von Jean Paul kommt folgende Stelle vor: „Neue gute Tragödiensteller (z. B. Werner, Grillparzer in der „Ahnfrau“) stellen die von ihnen gebornen Personen in den letzten Acten häufig auf den Kopf und nie ohne Erfolg – was körperlich mit der Faulbrut bei den Bienen geschieht, wenn diese ihre Bienenmoden in den Zellen mit den Köpfen unten legen, nur daß sie dann nicht heraus können – sondern verfaulen – aber mit noch größerem Erfolge werden Tragiker eingreifen, welche den neuen Ultra- oder Uebertheologen sich anschließend, ihren Kindern nicht einmal etwas geben, worauf sie zu stellen wären.“ – Wienerbote. Beilage zu Dr. L. A. Frankls Sonntagsblättern 1848, Nr. 2, S. 10: „Grillparzers männliche und weibliche Charaktere.“ – Oestr. Blätter für Literatur und Kunst. 1856, Nr. 5 u. f.: „Grillparzers Dramen. Eine kritische Studie.“ – Auch müssen wir hier des Urtheils von Börne über Grillparzer gedenken, welches derselbe in seinen dramaturgischen Blättern ausspricht.
b) Zur Kritik und Geschichte seiner einzelnen Dramen. 1. „Die Ahnfrau.“ Zum ersten Mal aufgeführt am 31. Jänner 1817 [347] im Theater an der Wien zum Vortheile der k. k. Hofschauspielerin Sophie Schröder.– Die Besetzung war folgende: Borotin: Herr Lange, k. k. pens. Hofschauspieler als Gast; Bertha: Frau Sophie Schröder; Jaromir: Herr Heurteur; Boleslaw: Herr Küstner; Hauptmann: Herr Demmer; Friedrich, Soldat: Herr Schmidtmann. Decorationen von Gail, De Pian (Vater); Costum von Phil. von Stubenrauch. – Die „Ahnfrau“ ist seit ihrer ersten Aufführung bis 1848 über 60mal im Burgtheater gegeben worden. In den polit. Stürmen der folgenden Jahre blieb sie liegen, bis sie Laube, dem wir die Wiedereinsetzung des großen österreichischen Dichters in sein Bühnenrecht verdanken, 1851 wieder auf das Repertoire brachte. – Börne (Ludwig), Gesammelte Schriften (Hamburg 1840, Hofmann u. Campe, kl. 8°.) 2. Aufl. II. Thl. S. 24. Das Urtheil des geistreichen Börne über die „Ahnfrau“ stand zuerst in der von ihm redigirten „Wage.“ Nach einigen allgemeinen Bemerkungen über die Verwirrung, welche in Betreff der Schicksalstragödie unter den neueren Dichtern herrsche, schließt Börne: „Diese Bemerkungen sollten nicht den herrlichen und geistreichen Dichter treffen. Gäbe es nur eine größere Zahl solcher dramatischen Dichtungen, daß wir endlich der jämmerlichen Familiengeschichten ledig würden, die wie Wanzen sich in alle Ritzen der Bühnenbretter eingenistet haben, gar nicht zu vertreiben sind und uns zur Verzweiflung bringen.“ – Theater-Zeitung 1818, Nr. 14–16. – Sammler (Wiener Unterhaltungsblatt, 4°.) 1818 Febr. – Uebrigens rief dieses Stück gleich in den ersten Jahren, die seiner Aufführung folgten, einen förmlichen kritisch-literarischen Sturm in der deutschen Journalistik hervor, es wurde, wie einer seiner Biographen schreibt, „damals und später viel Tolles und Gelehrtes, Absurdes und Schönes über dieses erste Werk“ G.’s allerorten geschrieben. – Bemerkenswerth ist die Vorrede, welche G., nachdem man seine „Ahnfrau“ mit dem Bannworte „Schicksalstragödie“ in ein Schema eingesargt, zur ersten Ausgabe desselben geschrieben, worin er unter Anderem ausdrücklich erklärt: „die Schule nicht zu kennen, zu der man ihn zu zählen beliebt, und nicht zu wissen, mit welchem Rechte man einem Schriftsteller, der ohne Anmaßung und ohne Zusammenhang mit irgend einer Partei, zum ersten Mal im Publicum auftritt, Ungereimtheiten zur Last legt, die von Andern, sei es auch zu seinem Lobe, gesagt werden mögen.“ – Ueber das literarische Leben in jener glücklicheren Zeit, als die „Ahnfrau“ gegeben worden, über den Antheil, den die damaligen Schriftsteller an dem Erstlingswerke des jungen Dichters nahmen, vergleiche man die anregend geschriebene Skizze: „Vor vierzig Jahren (31. Jänner 1817)“ von A. Silas in der Theaterzeitung 1857, Nr. 25. – Eine französische Uebersetzung der „Ahnfrau“ erschien unter dem Titel: „L’aïeule, tragédie en 5 actes, trad. de l’allem. (en prose) par un membre de la société littéraire de Genève“ (Genève 1820, Marc Sestié fils, 8°.). – Von der „Ahnfrau“ bestehen auch englische, italienische, schwedische Uebersetzungen, und ist sie auf den Bühnen in England, Italien und Schweden mit ungetheiltem Beifall und nachhaltigem Erfolge gegeben worden. – Eine Parodie zur „Ahnfrau“ gab Adolph von Schaden heraus, betitelt: „Die Ahnfrau, ein musikalisches Quodlibet tragi-komischer Natur.“ [Vergl. das literar. Conversationsblatt 1818, S. 163.] – Betreff der „Ahnfrau“ ist noch auf eine Stelle in der Ersch und Gruber’schen Allgem. Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig 1822, Gleditsch, 4°.) I. Sect. 38. Thl. S. 18 aufmerksam zu machen, in welcher der rheinische Antiquarius, Herr von Stramberg, gelegenheitlich des Artikels über die Familie Esch das Folgende sagt: „Karl Friedrich Freiherr von Esch ...... hinterließ aus zwei Ehen eine zahlreiche Nachkommenschaft und ist Franz Freiherr v. Esch Oberst in k. k. Diensten und Commandant des Kürassierregimentes Kaiser Nr. 1, vielleicht auch das Bild, welches dem Dichter der Ahnfrau (Grillparzer) für seinen Jaromir von Esch vorschwebte, einer von dessen Söhnen.“ – 2. Sappho. Zum ersten Mal aufgeführt am 21. April 1818 im Hofburgtheater; seit dieser Zeit bis 1848 ist „Sappho“ an derselben Bühne über 50mal gegeben worden. Nachdem sie in den Jahren der polit. Wirren für einige Zeit von der Bühne verschwunden war, brachte sie Laube 1852 wieder auf’s Repertoire. – Börne (Ludwig), Gesammelte Schriften (Hamburg 1840, Hoffmann u. Campe, kl. 8°.) 2. Aufl. II. Thl. S. 96–109. Börne leitet seine Kritik über[WS 2] „Sappho“ mit folgenden Worten ein: „Vor etwa zwei Jahren wurde uns diese Tragödie mit dem Spiele der Frau Schröder gleichzeitig bekannt. So empfingen wir eine köstliche Frucht in goldener Schale mit Dank und Freude aus den Händen der großen Künstlerin.“ Nach einer in scharfen Zügen gegebenen Uebersicht des Stückes und des Hauptcharakters: der Sappho, fährt Börne fort: „Doch schon zu lange habe ich in diese Sonne gesehen, um [3408] ihre Flecken zu ergründen; geblendet senke ich den Blick, mich ferner nur ihrer Wärme und ihres Lichtes zu erfreuen. Welche tiefe, doch nicht einschneidende, verwundende, nur vordringende Blicke hat der Dichter in das weibliche Herz geworfen! Von dem Dornenritze jener Rose, die Sappho’s Herz blutig anstreifte, bis zu der Entführung Melittens, der es durchbohrte – wie wahr, schön und naturtreu ist das Alles vorgebildet! .. Wenn mir auch das Gebot des Dramaturgen, eine dramatische Handlung dürfe eine gewisse Bühnenlänge nicht überschreiten, sonderbar erscheint, da ich erwäge, daß doch dem Maler verstattet ist, eine meilenweite Landschaft in einen fußengen Rahmen zu sperren, wenn nur Licht und Schatten, Größenverhältniß und Fernsicht beobachtet sind – so rühmlich bleibt doch, daß der Dichter „Sappho’s“ jene Forderung so völlig zu bewahren verstand. Innerhalb eines Tages und einer Nacht sieht man den Keim, das Wachsen, die Blüte, die Frucht, das Hinwelken der Liebe; die Natur selbst hatte keiner längeren Zeit bedurft.“ Und nachdem Börne noch kurz die einzelnen Charaktere des Phaon und der Melitta skizzirt, schließt er: „Soll ich noch sprechen von dem holden Zauber in allen Reden unseres Dichters? Von dieser bald milden, bald glühenden Farbenpracht, von der Schönheit und Wahrheit seiner Bilder, von der Tiefe und Wärme seiner Empfindungen? Dieser wundervolle paradiesische Garten ist genug gepriesen, wenn ich ihn dem Fruchtmarkt anderer neuen Dichter gegenüberstelle. Dort findet sich des Vollkommenen gar viel für Küche und Magen, nur nichts für Herz und Phantasie. Zierliche Weltweisen, sind sie mit Lob zu nennen, welche Bücherschränke voll guten Verstandes und Blumenguirlanden umhängen, oder wohl auch einer saftigen Frucht, ein abgerissenes grünes Blatt unterlegen oder eßliche Kuchen mit Dragen bestecken – aber Dichter sind sie nicht. Grillparzer ist ein Dichter.“ – Außerordentliche Beilage zum Notizenblatte des „Sammlers“ 1818, zu Nr. 51; dann Hauptblatt Nr. 52 u. 53 und außerordentliche Beilage zu Nr. 54 [eingehende Besprechung der ersten Aufführung dieser Dichtung]. – Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode. 1820, Nr. 130 und 131: „Ueber das antike Costüm in Grillparzers Sappho“ von Böttiger. – Chronik der österr. Literatur (Beilage zu Hormayrs „Archiv“) 1819, Nr. 21. – Morgenblatt (Stuttgart, 4°.) 1818, S. 1155: „Grillparzers Sappho und Phaon.“ [Versuch darzustellen, wie G. selbst diese zwei Charaktere aufgefaßt hat.] – Dasselbe 1819, S. 252 [in der Correspondenz aus Wien]. – Literaturblatt (Beilage des „Morgenblattes“) 1819, Nr. 18. – Literar. Wochenblatt (Leipzig, 4°.) 1819, IV. Bd. Nr. 13 (August). – Der Humorist, herausg. von M. G. Saphir. 1840, Nr. 222 (9. Nov.): „Didaskalien“ von M. G. Saphir. [Besprechung einer Aufführung dieses Stückes im Burgtheater.] – (Hamburger) Originalien. 1818, Nr. 152. Der Recensent der „Sappho“ in diesem Blatte klagt über Schreibfehler in dem Stücke und verbessert die Stelle im 3. Acte, wo Phaon den schönen Abend schildert: „Ein leiser Hauch spielt in den schlanken Pappeln, | Der kosend mit den jungfräulichen Säulen | Der Liebe leisen Gruß herüber flüstert u. s. w.“ in der zweiten Zeile dahin: „Die kosend mit dem jungfräulichen Säuseln“. Böttiger weist in der „Abendzeitung“ (1818 December) den Verbesserer zurecht. – Eine französische Uebersetzung der „Sappho“ erschien unter d. Titel: „Sappho, tragédie en 5 actes et en vers, trad. de l’allem. par de L***“ (Paris 1821, Barba, 8°.). – Journal des Debats. 1818, 1. Juni bringt einen komischen Bericht über den Erfolg der ersten in Wien stattgehabten Aufführung der „Sappho“ von Gripalzer, wie der Dichter genannt wird, der im 5. Acte gekrönt und dann in Procession in die Wohnung geleitet worden sein soll! Der Referent scheint nicht zu wissen, daß man bei uns nur Tänzerinnen abgöttische Ehren erweist; mit den Poeten macht man es sich bequemer. Unter den übrigen Abgeschmacktheiten, welche das „Journal des Debats“ bringt, ist auch jene von einer beträchtlichen zu Gunsten des Dichters eröffneten Subscription, welche in wenigen Stunden vollendet war!!! – Gräffer (Franz), Historische Unterhaltungen (Wien 1823, 8°.) S. 45: „Ein Franzose über Grillparzers Sappho.“ – Eine italienische Uebersetzung gab Guido Sorelli unter dem Titel: „Saffo, Tragedia“ (Florenz 1819, 16°.) heraus. – Eine gelungene englische Uebersetzung der „Sappho“ ist schon 1822 in London bei Black erschienen. – Eine zweite Uebersetzung erschien unter d. Titel: „Sappho, a Tragedy by Fr. Grillparzer, translated by L. C. C.“ (Edinburg 1855, Constable). [Vergl.: Wiener Conversationsblatt (Theaterzeitung) 1855, S. 1113. – In neuester Zeit wurde in Nordamerika eine englische Uebersetzung von G.’s „Sappho“, ausgeführt von Miß Edda Middleton und 1858 bei Appleton & Comp. in New-York ausgegeben. [Zwischenact 1858, Nr. 59.] – Parodie der „Sappho“: „Die moderne Sappho“ [349] von Adolph v. Schaden. [Vergl.: Haller, Literaturzeitung 1819, Nr. 159. – Literarisches Wochenblatt. IV. Bd. (1819) Nr. 13. Die Niedrigkeit und der Schmutz selbst.] – 3. Das goldene Vließ. Zum ersten Mal aufgeführt 26. u. 27. März 1821 im Burgtheater. Am 26. „Der Gastfreund“ und die „Argonauten“ zum Vortheile der Regie; am 27. „Medea“ zum Vortheile des Verfassers. Nachdem es Decennien in der Theaterbibliothek dem Staube Preis gegeben war, zog es Laube 1857 wieder an’s Lampenlicht und der glänzende Erfolg rechtfertigte diese rettende That. – Der Wanderer (Wiener Blatt, 4°.) 1821, S. 155 u. f. [Ausführliche Besprechung dieser Trilogie.] – Zeitung für die elegante Welt. 1821, Nr. 78–80. [Bericht aus Wien über die Darstellung und die Dichtung selbst.] – Dieselbe 1821, S. 844 und 1822, Nr. 151 u. 152. – Wiener Zeitschrift für Literatur etc. von Joh. Schickh. 1821, Nr. 46. – Das Verhalten der Kritik gegenüber diesem Stücke hatte jene Geringschätzung der Grillparzer’schen Muse zu Folge, welche sich einige Zeit breit machen wollte. G. selbst nahm dies mitleidig lächelnd hin. Aber seine Werke blieben seitdem außerhalb Oesterreich leider fast unbekannt. Ihm fehlte, wie Laube treffend bemerkt, ein Cotta, und er selbst mit seinem zurückhaltenden, für solche äußerliche Dinge geradezu indolenten Wesen, war nicht gemacht, sich nach einem Verleger wie jener Goethe’s und Schillers umzuschauen. – 4. Ottokars Glück und Ende. Zum ersten Male aufgeführt 19. Februar 1825 im Burgtheater zur Benefice der Regie. Der Erfolg dieses Stückes im großen Publicum war geringer; außerordentlich aber bei den tiefer denkenden Kritikern Oesterreichs, welche zu der damals noch dünngesäeten und mehr nach Instincten als nach politischem Bewußtsein die Verhältnisse anschauenden großösterreichischen Partei zählten. Ihr Organ war damals das Hormayr’sche „Archiv“, ein Blatt, welches Liebe zum Vaterlande, Treue für den Thron und die Dynastie, kurz alle Bürgertugenden weckte, ein Blatt, welches Wien besaß, als man daselbst kaum anderthalb Dutzend Blätter druckte und das Wien fehlt zu einer Zeit, da in demselben über 100 Blätter erscheinen. Interessant dürfte es auch sein zu erfahren, daß Napoleons Erscheinung auf die Zeichnung des Ottokar, wie sie G. ausgeführt, nicht ohne Einfluß geblieben. So weit ließ sich G. in seinen Dichtungen von der Gegenwart anregen. Auch hat er in dem Bürgermädchen Katharina Fröhlich seine Jugendliebe verewigt. – Hormayrs Archiv für Geschichte, Statistik ... (Wien, 4°.) 1825, Nr. 22 u. f. S. 114–22; S. 123–27 und S. 309–322 [eine ausführliche kritisch-ästhetische Studie über „Ottokar“]. – Der Gesellschafter von F. W. Gubitz. 1825, S. 579 u. 583. Besprechung von Ernst Große; – und früher schon im Beiblatt dazu: Zeitung der Ereignisse und Ansichten. 1825, S. 273: „Miscellen aus Wien.“ – Abendzeitung, herausg. von Th. Hell (Hofrath Winkler) 1825, Nr. 62, 63. – (Stuttgarter) Morgenblatt. 1825, S. 327: „Correspondenz aus Wien 28. Februar 1825.“ – Zeitung für die elegante Welt. 1825, Nr. 121: „Literarische Rapports.“ – Literaturblatt von Menzel (Beilage des „Morgenblattes“) 1825, Nr. 36, 37. Besprechung von Müllner . – Die unter dem Titel „Parabasen“ im „Kometen“ 1843, Nr. 1 enthaltenen epigrammatischen Reimereien bringen auf den „Ottokar“ folgende Reime:

Hättest Du an Ottokaren Dich nicht allzusehr
vergangen,
Würd’ es nach historischen Dramen wohl die
Welt von Dir verlangen. –

5. Der treue Diener seines Herrn. Zum ersten Male aufgeführt am 28. Februar 1828 im Burgtheater. Das Stück wurde für ein Parteistück gehalten, und merkwürdig in einer politisch-todten Zeit von einem Gesichtspunct ausgefaßt, der in einer politisch vielbewegteren – die denn doch das J. 1851 war, in welchem es wieder auf der Bühne erschien – dessen Aufführung nicht beirrte und den ungetheilten Beifall, mit dem es aufgenommen ward, nicht schmälerte. – Wochenschrift für Kunst und Literatur, herausgeg. von Aimé v. Wouwermans (Graz, 8°.) 1850, Nr. 8 [ein Urtheil Ernst von Feuchterslebens über dieses „Lieblingswerk“ G.’s].– Theaterzeitung, herausg. von Ad. Bäuerle. 1851, Nr. 277. [Besprechung dieser Dichtung, nachdem Laube dasselbe – da es zwei Decennien nicht gegeben worden – am 18. October 1851 wieder zur Aufführung brachte.] – Oestr. Blätter für Literatur u. Kunst. Nr. 43–45, 1853, S. 248 u. f. [eine ausführliche ästhetisch-kritische Studie von Alexander Gigl]. – Der Dichter, der ein Kunstwerk geschaffen, hatte ohne zu wollen, der einseitigen Auffassung politischer Parteien seine herrliche Schöpfung überantwortet. In Deutschland, in welchem es erlaubt ist, specifisch preußisch, oder sächsisch, oder bairisch, oder hannoveranisch, ja gothaisch und greitz-schleitzisch zu sein, aber nicht specifisch österreichisch, nannten die Kritiker, welche in Conversations-Lexiken über die Fortdauer der österreichischen Schriftsteller im Leben der deutschen Literatur zu Gerichte sitzen, [350] „den treuen Diener seines Herrn“ ein des Servilismus angeklagtes Drama. Bezeichnend ist und den Dichter ehrend der Ausspruch des Kaisers Franz, der, wie man erzählt, gleich nach der ersten Aufführung, die Mißdeutung, welche das Stück erfahren könnte, geahnt und dem Dichter die Zurücknahme desselben angerathen hat. Der Oberstkämmerer soll die denkwürdigen Worte des Monarchen dem Dichter überbracht haben, „es sei das Stück dem Kaiser so werth, daß er es nicht der Oeffentlichkeit ausgesetzt sehen, sondern es dem Dichter abkaufen wolle.“ – 6. Des Meeres und der Liebe Wellen. Zum ersten Male aufgeführt am 3. April 1831 im Burgtheater. Nach wenigen Aufführungen verschwand das Stück von der Bühne. Frau Bayer-Bürck hatte sich nun die Rolle der Hero zu eigen gemacht und so kam es 1852, als die große Künstlerin auf der Wiener Hofbühne gastirte, nach 20jähr. Ruhe wieder zur Aufführung und welch’ ein Erfolg ward dem Stücke, das seit diesem Abend der deutschen Bühne zurückerobert ward! – Hormayrs Archiv für Geschichte, Statistik .....1831, S. 219 u. f. [Ausführliche Besprechung des Trauerspiels.] – Blätter für literarische Unterhaltung. 1840, Nr. 210. – Abendblatt zur Neuen Münchener Zeitung. 1856, Nr. 250. Ein Auszug daraus in der „Donau“ (Wiener polit. Blatt) 1856, Nr. 199. – Ueber das eigenthümliche Schicksal dieser Liebestragödie an zwei verschiedenen Bühnen: Wien und Dresden, an denen beiden die „Hero“ von Frau Bayer-Bürck gespielt wurde, siehe das „Oestr. Familienbuch“ III. Bd. S. 376 u. 377 von H. Laube. – 7. Der Traum ein Leben. Zum ersten Male aufgeführt am 4. Oct. 1834 im Burgtheater. Bis zum Jahre 1848 ist es 50mal gegeben und 1850 wieder aufgenommen worden, seinen früheren Zauber bewährend, noch heute ist es ein Lieblingsstück des Wiener Publicums, und treffend bemerkt Laube, daß man in Rustan und Zanga einem heimatlichen Faust und Mephisto begegne. – Wiener Zeitschrift für Literatur, Kunst, Mode, herausgeg. von Schickh. 1834, S. 973 [Besprechung der ersten Aufführung]. – Blätter für literar. Unterhaltung. 1840, Nr. 210. – Theaterzeitung von Adolph Bäuerle. 1858, S. 804: „Grillparzer und der Herzog von Rivas“ [wird die irgendwo ausgesprochene Ansicht, G. habe einem Stücke des Herzogs von Rivas „El desenganno et un suenno“, d. i. Die Enttäuschung in einem Traume, das Sujet seines „Traum ein Leben“ entnommen, mitgetheilt und diese Ansicht treffend mit der Frage abgethan, ob denn nicht der Herzog von Rivas der Dichtung G.’s den Stoff für sein Stück entnommen habe; was auch der Fall sein soll]. – 8. Weh’ dem, der lügt. Zum ersten Male aufgeführt am 6. März 1838 im Burgtheater. Obwohl drei Jahre früher der Dichter ein Werk dargebracht, worüber das Publicum in Entzücken gerieth, so ließ es doch dieses neue Stück unbarmherzig mißhandeln. Es hatte dieses geistreichste Stück des Dichters nicht verstanden, wozu die verfehlte Aufführung wesentlich beitrug. – Morgenblatt (Stuttgart, 4°.) 1838, S. 412: „Grillparzers Lustspiel“ [in einer Correspondenz aus Wien]. – Blätter für literarische Unterhaltung. 1840, Nr. 210. – Der Adler, herausgeg. von Groß-Hoffinger (Wien, gr. 4°.) 1838, Nr. 235. – Der Humorist, herausg. von M. G. Saphir. 1838, Nr. 40 (10. März). – Wiener Zeitschrift, herausg. von Witthauer. 1838, S. 251. – Eine böhmische Uebersetzung des „Weh’ dem, der lügt“ von J. K. T. erschien unter dem Titel: „Běda. lhářům, aneb: kuchtík biskupa Velehradského“ (v Hradci král. 1839); sie war zuerst im Unterhaltungsblatt[WS 3] „Květy“[WS 4] 1839 abgedruckt.
III. Zerstreute Dichtungen Grillparzers. Da eine Sammlung von G.’s Gedichten nie erschien, so dürfte dieser freilich nicht ganz vollständige Nachweis von Gedichten, die in Zeitschriften und Almanachen seit Jahren abgedruckt waren, den vielen Verehrern seiner Muse nicht unwillkommen sein: in der Aglaja. Taschenbuch (Wien, Wallishausser, 16°.) 1819: „An einen Freund“ (S. 149); – „Des Kindes Scheiden“ (S. 202); – 1820: „An Bellinen, bei Uebersendung einer Spielschuld“ (S. 132); – – „Erinnerung“ (S. 176); – „Abschied von Gastein“ (S. 214); – „Kennst du das Land?“ (S. 286); – „Zwischen Gaeta und Kapua“ (S. 291); – „Am Morgen nach einem Sturm“ (S. 293); – 1821: „Der Genesene“ (S. 12); – „Frühlingsgedanken“ (S. 62); – „Die Wunderbrunnen“ und „Auf eine geschenkte Schale“ (S. 161); – „Werbung“ (S. 172); – „Vorzeichen“ (S. 262); – „Abschied“ (S. 285); – „Beruhigung“ (S. 297); – „Am Hügel“ (S. 300); – 1822: „Die tragische Muse. Vor Vollendung des Trauerspiels Medea“ (S. 3); – „Das Spiegelbild“ (S. 13); „Schalkheit“ (S. 80); – „Als sie zuhörend am Clavier saß“ (S. 125); – „An der Wiege eines Kindes“ (S. 178); – „Allgegenwart“ (S. 243); – 1825: „Versäumt“ (S. 257); – „Todeswund“ (S. 258); – 1827: „Decemberlied“ (S. 161); – „Entzauberung“ (S. 162); – „Bitte“ (S. 163); –1828: „Das Kloster bei Sendomir“, Erzählung (S. 65); – [351]Beethoven“ (S. 210); – 1829: „Spatziergänge“: 1) Bachesgemurmel; 2) Pflanzenwelt; 3) Im Gewächshause; – in der Thalia. Herausg. von J. N. Vogl (Dirnböck) 1852 (XXXIX. Jahrg.): „Bretterwelt“ (S. 246); –1853 (XL. Jhrg.): „Wanderscenen“ (S. 239); – 1855 (XLII. Jahrg.): „Ein Hochzeitgedicht“ (S. 177); – 1856 (XLIII. Jahrg.): „Alma von Goethe“ (S. 157); – „Lebensregel“ (S. 224); – 1857 (XLIV. Jahrg.): „Böses Wetter“ (S. 156); – 1859 (XLVI. Jhrg.): „Naturscene“ (S. 180); – „Intermezzo“ und „Ablehnung“ (S. 181); – „Reiselust“ (S. 182); – in der Vesta, Taschenbuch für Gebildete (Wien, F. Ludwig) 1831 (I. Jhrg.): „Die Begegnung“ (S. 105); – 1834 (IV. Jahrg.): „Die Unschuld“ (S. 8); – 1835 (V. Jahrg.) S. 23–56: „Tristia ex Ponto“ 1) Böse Stunde; 2) Polarscene; 3) Frühlings Kommen; 4) Reiselust; 5) Der Fischer; 6) Verwünschung; 7) Verwandlungen; 8) Die Porträtmalerin; 8) Trennung; 10) Sorgenvoll; 11) Ablehnung; 12) Intermezzo; 13) Noch einmal in Gastein; 14) Naturscene; 15) Jugenderinnerungen im Grünen; 16) Freundeswort; 17) Schlußwort;– im Album östr. Dichter (Wien 1850, Pfautsch u. Voß, 8°.) I. Serie: „Abschied von Gastein“ [1818] (S. 108), auch in der Zeitung für die elegante Welt 1820, Nr. 105; – „Der Bann“ (S. 109); – „Werbung“ (S. 111); – „Kennst du das Land!“ [März 1819] (S. 112); – „Die Ruinen des Campo Vaccino“ (S. 113), auch abgedruckt in Karl August Schimmer: Kaiser Joseph II. (Wien 1853, Dirnböck) 5. Aufl. S. 318 unter dem Titel: Alt- und Neu-Rom; – „Am Morgen nach einem Sturm“ (S. 118); – „Incubus“ (S. 118); – „Beethoven“ [1827] (S. 120); – „Trennung“, aus dem Cyclus: Tristia ex Ponto (S. 124); – „Abschied von Wien“ [1843] (S. 126); – „Mein Vaterland. März 1848“ (S. 127); – „Feldmarschall Radetzky“ [Juni 1848] (S. 128); – „Epigrammatisches“ (S. 130) [An eine welsche Sängerin; Beruhigung; Der radicale Dichter; Pöbelliteratur]; – „Jenny Lind“ (S. 131); – in der Beilage zu Dr. L. A. Frankls Sonntagsblättern 1844, S. 801: „Euripides an die Berliner“; – im Sonntagsblatt 1842, S. 138: „Schweigen“; – im Wanderer 184., S. 573: „Licht und Schatten“; – im Conversationsblatt, herausg. von Franz Gräffer 1821, Nr. 26: „Epilog nach den ersten beiden Abtheilungen des dramatischen Gedichtes: Das goldene Vließ“; – in der Iris (Grazer Mode- und Musterblatt) II. Jahrg. 1. Mai: „Joseph von Spaun“; – im Salon, herausgeg. Von Johannes Nordmann 1853, 7. Heft: „Entsagung“ ; – 1854 Jänner, S. 10: „Einfälle“ [epigrammatischen Inhalts]; – in der Wiener Zeitschrift, herausgeg. von Witthauer 184., S. 28: „Clara Wieck und Beethoven“ (f. Moll-Sonate); – in den Leseblättern, herausg. von Dr. Moriz Rappaport 1843: „Der Gegenwart“; – in Braun v. Braunthals Oesterr. Musenalmanach für 1837: „Die Vision“ (Gedicht auf die Genesung des Kaisers Franz I.) in vielen Journalen des In- und Auslandes nachgedruckt; – im Oestr. Volksboten, herausg. von Schrittwießer 1849, Nr. 277: „Dem Banus“; – im Pesther Sonntagsblatt, herausg. von Heinrich Ritter von Levitschnigg. 1855, S. 650: „Einem Soldaten“ von Franz Grillparzer; – in Lemberts Taschenbuch für Schauspieler u. Schauspielerinnen. IV. Jahrg.: „Monolog.“ – Novelle von G.: in den Osterländischen Blättern und Figaro, herausg. von Spiritus Asper dem Jüngeren. 1837, Nr. 101–104: „Das Kloster von Sendomir. Nach einer als wahr überlieferten Begebenheit.“
IV. Gedichte an ihn. Aglaja. Taschenbuch für das Jahr 1820, S. 290: „An Grillparzer“ von Zedlitz. – Zeitung für die elegante Welt. 1820, Nr. 246: „An Grillparzer“ von Ernst von Houwald. Ein geistvolles Impromptu an Grillparzer trug Frz. Witthauer bei der dem Dichter zu Ehren veranstalteten Feier am 15. Jänner 1844 vor, welches in seiner Biographie im „Album östr. Dichter“ I. Serie, S. 104 mitgetheilt wird. Bei dieser Gelegenheit feierten auch Bauernfeld, Castelli, Halm u. A. den Dichterin poetischen Spenden. Die Beschreibung dieses Dichterfestes aber siehe: in L. A. Frankls Sonntagsblättern 1844 (III. Jahrg.) S. 65 und Bäuerle’s Theaterzeitung (XXXVII. Jahrg.) 1844, Nr. 16. – Wanderer 1844, Nr. 290: „An Grillparzer“ von Fz. Millmann. – Das Hormayr’sche Archiv für Geschichte etc. enthält auch zwei größere Gedichte an ihn, eines von B. Canaval, das zweite von Joseph Fick. Wenn ich nicht irre, beide im Jahrg. 1825, S. 167 und 195. – Die Abendzeitung von Theodor Hell brachte bald nach Erscheinen der „Sappho“ um das J. 1818 folgendes Doppeldistichon auf G.:

Ihm, der die Ahnfrau schuf mit der Sappho,
schwellte die Segel
Früh ein günstiges Glück, spendete Ruhm
ihm und Gold.
„Daß sein Schiff nicht zerschell’ ob Fortuna’s
Launen wer schwört d’rauf?“
Mag’s doch; ein treuer Delphin rettet ihn
wieder an’s Land.

[352] V. Porträte, Medaille, Handschrift, Albumblätter. Porträte: 1) Facsimile der Unterschrift: Franz Grillparzer. Grillhofer del. Kotterba sc. [war eine Kunstbeilage des Taschenbuches „Gedenke mein“ und des „Albums österr. Dichter“ I. Serie]. – 2) Lithogr. von Kriehuber (Wien, Spina, Fol.). – 3) Lithogr. von Aug. Selb (Wien, Neumann, kl. Fol.). – 4) Facsimile der Unterschrift. Stahlstich von Weger u. Singer (Leipzig, Baumgärtner, 4°.); erschien auch als Kunstbeilage zur „Allgemeinen (Leipziger) Modenzeitung“, herausg. von Diezmann. Eine Copie dieses Stahlstiches von Klimt lith. brachten die Prager „Erinnerungen.“ – 5) J. Danhauser[WS 5] del. F. Stöber sc. (Wien 1840, 8°.). – 6) Facsimile der Unterschrift: Franz Grillparzer. A. Dauthage 1853. Nach der Natur gez. u. lith. Gedruckt bei J. Höfelich. Folio. – 7) Auch in München erschien ein, aber sehr unähnliches Porträt von Grillparzer. – 8) Ein Porträt G.’s in Oel gemalt von Aigner – den Dichter in Lebensgröße vorstellend befindet sich im Besitze des Hofschauspielers Ludwig Löwe. – Medaille. Zur Feier des 50. Geburtsfestes des Dichters (1841) wurde ihm zu Ehren von J. Schön eine Medaille geprägt. Sie zeigt auf dem Avers des Dichters Büste mit der Umschrift: FRANZ GRILLPARZER GEB. D. 15. JÆNNER 1791 IN WIEN. Auf dem Revers eine mit einem Lorbeerkranze umwundene Harfe mit der Legende: VON SEINEN VEREHRERN ZUR FEIER DES 15. JÆNNER 1841. – Handschrift: Adolph Henze in seinem: Die Handschriften der deutschen Dichter und Dichterinnen ... (Leipzig 1855, Schlicke, 8°.) S. 52 charakterisirt G.’s Handschrift folgendermaßen: „Flugfähige, kraftvolle Züge, aber nicht frei von Hof-Reminiscenzen.“ (!) – Albumblätter: In das „Radetzky-Album“ schrieb G. folgende Worte:

Was wundert ihr euch, daß er Wunder thut?
Er, der ja selber ein Wunder,
Der im Alter, das sonst hinter’m Ofen ruht,
Noch heiß von der Jugend Zunder.
Spart euer Wundern noch manches Jahr,
Bis er, statt achtzig, hundert,
Bis grau seine Kraft, wie leider sein Haar,
Jetzt, statt euch zu wundern, bewundert!

– In das „deutsche Stammbuch“ von Schlodtmann 1853 schrieb G.:

„Wollt Ihr die Freiheitsglut curiren,
Die gern so heiß in unsern Dichtern brennt,
Braucht Ihr nicht Mittel lang erst zu probiren,
Gebt ihnen als Specificum: Talent.
     Wien, 3. Mai 1852.“

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Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: bedetenden.
  2. Vorlage: Kritik ein über.
  3. Vorlage: Unterhaltungsblat.
  4. Vorlage: „Květ“.
  5. Vorlage: F. Danhauser.

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Grillparzer, Franz [s. d. Bd. V, S. 338]. Mit Allerh. Handschreiben vom 18. April 1861 wurde G. zum lebenslänglichen Reichsrathe ernannt. [420] Im Jahre 1864, zu seinem 73. Geburtstage, wurde ihm neben anderen von einzelnen Vereinen Wiens dargebrachten Ovationen, im Gemeinderathe der Residenz über Antrag des Gemeinderathes Wilhelm Frankl das Ehrenbürgerrecht Wiens einstimmig votirt und das Diplom in prachtvoller Ausstattung von einer Deputation desselben überbracht.
    Mußestunden (Wien, 4°.) 1859, Nr. 8, S. 57 [mit trefflichem Holzschn.-Portr.]. – Presse (Wiener polit. Blatt, Fol.) 1864, Nr. 15: „Franz Grillparzer. Zu seinem 73. Geburtstage“. Von E(mil) K(uh); – dieselbe 1864, Nr. 15 Abendblatt: „Ovation für Grillparzer“. – Constitutionelle österreichische Zeitung (Wien, Fol.) 1863, Nr. 286. – Fremden-Blatt 1864, Nr. 16. – Familienbuch des österreichischen Lloyd (Triest, 4°.) XIII. Bd. (1863), Heft 8: Biographische Skizze von Thaddäus Lau [mit sichtlicher Benützung meines Lexikons]. – Porträt. Mit treffender Aehnlichkeit, geistvoller Auffassung und meisterhafter Ausführung von Kriehuber (Wien 1859, bei Artaria, Fol.), mit Facsimile folgender Zeilen und Unterschrift:

    Endlos ist das tolle Treiben,
         „Vorwärts, Vorwärts!“ schallt’s durch’s Land,
    Ich möcht’ aber stehen bleiben.
         Da wo Goethe, Schiller stand.

    .

    [Bd. 11, S. 419 f.]

  2. EGrillparzer, Franz [Bd. V, S. 388; Bd. XI, S. 419], gestorben zu Wien 21. Jänner 1872 um 1/23 Uhr Nachmittag. Seit 32 Jahren hat Grillparzer, „Hannibal“ und einige kleinere Bruchstücke, dann einzelne lyrische Gedichte, die er gleichsam als Almosen für die Ziegler’sche „Thalia“ spendete, abgerechnet, nichts mehr veröffentlicht. Wenn man dieses beharrliche Schweigen mit dem Mißerfolge seines letzten Stückes: „Weh dem, der lügt“, in Verbindung bringt, hat man nicht Unrecht; aber man irrt, wenn man es als alleinige Ursache seines Schweigens betrachtet. Die Kritik hat sich wohl an G. viel versündigt, und G. hat an ihr wenig Freude in jenen Jahren erlebt, in welcher der Mensch bei voller, ungetrübter Frische des Geistes an den Aussprüchen der Kritik noch Antheil nimmt. Als die Anerkennung seiner Dichtungen sozusagen über Nacht und meist über Anregung eines nach Wien übersiedelten Norddeutschen, des ehemaligen Hofburg-Theaterdirectors Dr. Laube, sich in die weitesten Kreise und selbst in das gegen ihn so spröde gebliebene Ausland, Bahn brach, war G. alt, ja fast ein Greis geworden, dem bereits alle dergleichen Dinge als nichtige Eitelkeit der Welt erschienen, als kalte Strahlen einer Wintersonne, an der er sich nicht mehr recht erwärmen konnte. Es ist also ein großer Zeitraum seines Lebens mit wenigen Worten ausgefüllt, denn das, worüber er sann, mit welchen Ideen und Plänen er sich herumtrug, darüber ist nichts bekannt geworden. Erst über die sechs letzten Lebensjahre des Poeten liegen Aufzeichnungen vor, welche wir der Pietät einer geistvollen Frau verdanken. Es ist hier das höchst interessante Buch: „Aus dem persönlichen Verkehre mit Franz Grillparzer. Von Auguste von Littrow-Bischoff“ (Wien 1873, L. Rosner, 220 S. 8°.) gemeint. Frau Littrow-Bischoff lernte den Dichter im Spätherbste 1863 persönlich kennen und stand seit Mai 1865 im beständigen [385] Verkehre mit demselben. Sie nahm sich die Mühe, ihre Unterredungen mit Grillparzer sorgfältig aufzuzeichnen, und wir lernen aus diesem Buche den Dichter „im Schlafrocke“ kennen. Beethoven und Schumann, die Burgtheater-Verhältnisse, deutsche Zustände und des Dichters Ansichten über dieselben, Goethe, Hebbel, der unglückliche Kaiser von Mexiko, einzelne Fingerzeige zur Geschichte seiner Dichtungen und noch vieles Andere. Alles geht, wie es im vertraulichen Zweigespräche schon vorkommt, kunterbunt durcheinander, aber man bekommt damit einen viel tieferen und wahreren Einblick in des Dichters Seele, als oft aus einer zusammenhängenden Biographie. Die Literatur kann die Mühe der Frau von Littrow und den Entschluß, diese Aufzeichnungen zu veröffentlichen, nur dankend anerkennen, denn sie hat damit einen ungemein werthvollen Beitrag zur Würdigung Grillparzer’s als Mensch und Dichter dargebracht. – Noch einmal sollte der edle Poet aus der Zurückgezogenheit, in der er mit seltener Beharrlichkeit fortlebte, gleichsam mit Gewalt herausgezogen werden. Es nahte sein achtzigster Geburtstag. Nun wollte man einbringen, was man ein drittel Jahrhundert lang versäumt hatte. Man dachte nicht daran, daß solche, wie auch gutgemeinte Ovationen den schon sehr gebrechlichen Greis tödten könnten. Jetzt wollte jeder seine Huldigung dem österreichischen Dichterfürsten zu Füßen legen. Und Grillparzer hat das Alles – überlebt! Unter den zahllosen Huldigungen, die ihm dargebracht wurden, seien nur erwähnt das Großkreuz des Franz Joseph-Ordens, den ihm sein Monarch übersandte, und das eigenhändige Schreiben der deutschen Kaiserin, der Preußenkönigin Augusta, eine Tochter von Weimar, wie die erlauchte Frau sich in dem an Grillparzer gerichteten Handbillete selbst nennt. Ueber die zahlreichen anderen Huldigungen geben die Wiener Blätter jener Tage – die eigentliche Feier fand am 15. Jänner 1871 Statt – von denen die wichtigeren auf der nächsten Seite in den Quellen vermerkt sind, genauen und umständlichen Bericht. Grillparzer überlebte die Feier nur um ein Jahr und sechs Tage, denn am 21. Jänner 1872 Nachmittags um 1/23 Uhr hatte die Dichterseele ausgehaucht. Das Leichenbegängniß, welches am 24. Jänner um 2 Uhr Nachmittags stattfand, war großartig und das erste, mit welchem ein Poet in Oesterreich selbst durch Beweise der Theilnahme aus den höchsten Kreisen in solch erhebender Weise geehrt wurde. Die „Wiener Zeitung“ 1872, Nr. 19, gibt umständlichen Bericht über die Leichenfeier. Bald nach seinem Tode sprach Dr. Jacques der Erste den Gedanken zur Errichtung eines Grillparzer-Denkmals aus, welcher allgemeinen Anklang fand, so daß schon im zweiten Jahre die zur Herstellung des Denkmals erforderliche Summe fast vollständig beisammen war. Im Gemeinderathe wurde beantragt, Gedenktafeln an seinem Geburts- und Sterbehause anzubringen. Baron Cotta kaufte von den Erben (den Fräulein Fröhlich) die sämmtlichen Werke nebst dem Nachlasse und brachte schon im Herbste 1872 eine neue, des Dichters würdige Ausgabe seiner Gesammtwerke in 10 Bänden (Preis 26 Thlr.), deren Inhalt sich folgendermaßen vertheilt: I. Bd.: Einleitung von Jos. Weilen. Gedichte. II. Bd.: Ahnfrau. Sappho. III. Bd.: Goldenes Vließ (Gastfreund. Argonauten. Medea). IV. Bd.: König Ottocar’s Glück und [386] Ende. Ein treuer Diener seines Herrn. V. Bd.: Des Meeres und der Liebe Wellen. Traum ein Leben. Melusine. Hannibal. VI. Bd.: Weh’ dem, der lügt. Libussa. Esther. VII. Bd.: Ein Bruderzwist im Hause Habsburg. Die Jüdin von Toledo. VIII. Bd.: Das Kloster von Sendomir. Der arme Spielmann. Ein Erlebniß. Erinnerungen an Beethoven. Studien zum spanischen Theater. I. Lope de Vega im Allgemeinen. II. Lope de Vega als dramatischer Dichter. Zur Philosophie und Religion. IX. Bd. 1. Abtheilung: Politische Studien. Fürst Metternich. Zur Lehre vom Staate. Zur Geschichte im Allgemeinen. Zur Zeitgeschichte. Zur Geschichte einzelner Persönlichkeiten. 2. Abtheilung: Zur Aesthetik im Allgemeinen. Zur Poesie. Zur Dramaturgie. Zur Musik. Zur Malerei. Zur Literaturgeschichte. Aphorismen. X. Bd.: Selbstbiographie. Reise-Erinnerungen. Aus Rom und Neapel (1819). Tagebuch aus dem Jahre 1836 (Paris und London). Beiträge zur Selbstbiographie. Dieser Ausgabe folgte schon im nächsten Jahre eine zweite viel billigere (Preis 17 Thlr.), aber noch immer geschmackvoll ausgestattete, während die „Ahnfrau“, der „Bruderzwist im Hause Habsburg“, „Des Meeres und der Liebe Wellen“, „Ein treuer Diener seines Herrn“, „König Ottocar’s Glück und Ende“, „Sappho“, „Traum ein Leben“, „Das goldene Vließ“ und die „Gedichte“ auch in der so beliebten Miniatur-Ausgabe erschienen sind.
    I. Quellen zur Biographie Grillparzer’s und zur Literatur über ihn. Wurzbach (Constant v.), Franz Grillparzer (Wien 1872, Ed. Hügel, gr. 8°., mit Bildniß und Facsimile seines Namenszuges) [die erste selbstständige Schrift über den Dichter, anläßlich seines 80. Geburtstages herausgegeben. 64 Seiten, S. 39 bis 64 ein reicher bibliographischer Anhang). – Foglar (Adolf), Grillparzer’s Ansichten über Literatur, Bühne und Leben. Aus Unterredung mit – –. Mit 3 facsimilirten Briefen (Wien 1872, 8°.). – Mollich (Albin Dr.). Geistesperlen. Anthologie aus den dramatischen Werken von Franz Grillparzer (Wien 1872, M. Perles, 8°.). – Littrow-Bischoff (Auguste von), Aus dem persönlichen Verkehre mit Franz Grillparzer (Wien 1873, Rosner, 8°.). – Neue freie Presse 1872, Nr. 2786: „Ein Brief Grillparzer’s“; ebenda: „Grillparzer’s Vater auf dem Index“; – dieselbe vom 23. Juni 1872, Nr. 2812: „Grillparzer und Walter Scott“; Nr. 2911 u. 2916, in letzterer in der Rubrik: „Eingesendet“. Berichtigung mehrerer Lesearten in G.’s Werken; Nr. 2941, im Feuilleton: „Grillparzer’s Prosa“. Von A. W. – Deutsche Zeitung (Wien) 1872, Nr. 202: Eine Entstellung Grillparzer’s“ von A. Foglar [Berichtigung wesentlicher, im 11. Bande der neuesten Ausgabe seiner Werke (Cotta 1872) enthaltener Druck- und Redactionsfehler. Antwort der Herren Weilen und Laube darauf ebenda Nr. 203]; – dieselbe 1872, Nr. 240: „Eine Medaille für Grillparzer“, u. Nr. 299: „Grillparzer als Kritiker“. – Presse 1871, Nr. 57, im Feuilleton des Local-Anzeigers: „Grillparzer auf der Anklagebank“; – dieselbe 1872, Nr. 299, im Local-Anzeiger: „Die „Saturday Review“ über Grillparzer“. – Neues Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1872, Nr. 195 in der Rubrik: Theater, Kunst und Literatur [gegen ein im Leipziger Tageblatt enthaltenes Urtheil über Grillparzer]; – dasselbe 1872, Nr. 230, im Feuilleton: „Lessing und Grillparzer“, von Alex. Gigl. [Von demselben Verfasser erschien früher schon – wenn Herausgeber dieses Lexikons nicht irrt – in der Neuen freien Presse 1872, Nr. 2699, 28. Februar, ein anderer vortrefflicher Artikel über Grillparzer, betitelt: „Via sacra*, eines österreichischen Dichters“.] – Wiener Zeitung 1872, Nr. 22: „Franz Grillparzer, der Dichter Oesterreichs“.
    II. Grillparzer-Feier am 15. Jänner 1871. Die Presse 1871, Nr. 14, im Feuilleton: „Franz Grillparzer“ [ein die Dichterfeier einleitender Artikel von Karl Thaler]; – dieselbe, Nr. 16, Morgenblatt im Feuilleton, Abendblatt in der „Kleinen Chronik“: „Grillparzer-Feier“; – dieselbe, Nr. 18, im Local-Anzeiger: „Grillparzer-Feier“; – dieselbe, Nr. 26: „Pikanterien zur Grillparzer-Feier“; Nr. 30: „Brief der Kaiserin Augusta an Grillparzer“. – Neue freie Presse 1873, Nr. 3039 [den Grillparzer-Preis betreffend; es wurde [387] nämlich zur Hebung der dramatischen Production anläßlich seines 80. Geburtstages eine Summe von mehreren Tausenden zu diesem Zwecke gesammelt].
    III. Gedichte an Grillparzer. Presse 1871, Nr. 14, im Feuilleton: „Sei’s!“ Zum 14. Jänner 1871“, Gedicht von Bauernfeld [Sei’s! war ein Lieblingsstoßseufzer Grillparzer’s, darauf schrieb Bauernfeld das Gedicht, das an einem Concordia-Abende von dem Hofschauspieler Krastel gesprochen wurde]; – dieselbe 1871, Nr. 16: „Prolog zur Festvorstellung im Hofburg-Theater an Grillparzer’s 80. Geburtstage, verfaßt von Friedrich Halm, gesprochen von Sonnenthal“; – dieselbe 1872, Nr. 232, im Feuilleton des Local-Anzeigers: „Grillparzer’s Gedichte“, Gedicht von Bauernfeld.
    IV. Denkmal. Zellner’s Blätter für Theater, Musik u. s. w. (Wien, kl. Fol.) 1872, S. 70.
    V. Nach seinem Tode erschienene Nekrologe. Wiener Theater-Chronik 1872, Nr. 4. – Die feierliche Sitzung der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften am 15. Juni 1872 (Wien, 8°.) S. 119–133. – Wiener Zeitung 1872, Nr. 18. – Allgemeine Zeitung (Augsburg, Cotta) 1872, Nr. 332. [Bd. 26, S. 384–397.]
  3. E Grillparzer, Franz [Bd. V, S. 388; Bd. LI, S. 419; Bd. E LVI, S. 384].
    Wolf (G.), Grillparzer als Archivs-Director (Wien 1874, Brüder Winter, kl. 8°., 83 S.). – Allgemeine Familien-Zeitung (Stuttgart, H. Schönlein, Fol.) IV. Jahrg. (1872), Bd. I, Nr. 22, S. 423 [mit G.’s Holzschnittbildniß nach einer Zeichnung von Karl Kolb]. – Ueber Land und Meer. Allgemeine illustr. Zeitung (Stuttgart, Hallberger, kl. Fol.) XXVII. Bd. (1872), Nr. 22, S. 18: „Erinnerungen an Grillparzer“]. [Bd. 28, S. 344.]