BLKÖ:Schön, Joseph (Medailleur)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schön, Johann
Band: 31 (1876), ab Seite: 115. (Quelle)
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Schön, Joseph (Medailleur, geb. zu Wien 14. August 1809, gest. ebenda 5. März 1843). Da er Talent für die Kunst zeigte, besuchte er die k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien und erhielt in derselben mehrere Preise. Er bildete sich als Münzgraveur aus und leistete als solcher mehrere ganz ausgezeichnete Arbeiten, von denen die besten in den Jahres-Ausstellungen in der k. k. Akademie der bildenden Künste in den Jahren 1832 bis an sein im Alter von erst 34 Jahren erfolgtes Ableben zu sehen waren. Darunter befinden sich mehrere Bossirungen in Wachs, Gegenstände in Stahl geschnitten und aus festlichen Anlässen geprägte Medaillen, und sind, nach den Ausstellungen geordnet, folgende, im Jahre 1832: „Der Tag und die Nacht“, Wachsbossirung nach Thorwaldsen; – „Friedrich Schiller“, Porträt, [116] in Wachs bossirt; – „Antikkopf“, in Stahl geschnitten; – 1834: „Kaiser Joseph“ und „Kaiser Franz“, Porträts, in Stahl geschnitten: – 1835: „Kaiser Ferdinand I.“, in Wachs bossirt, vom Kunstverein angekauft; – 1837: Medaille zur Thronbesteigung, Sr. Majestät Kaisers Ferdinand I.“; – 1838: „Medaille auf die k. k. Hofschauspielerin Sophie Schröder“; – „Medaille auf die Inthronisation des Freiherrn von Sommerau, Fürsterzbischof von Olmütz“; – 1840: „Medaille auf den Fürsten Franz von Dietrichstein“; – 1841: „Medaille auf Franz Grillparzer“; – 1842: „Medaille auf den Obersten Kanzler Anton Friedrich Grafen Mittrowsky“; – 1843: „Medaille auf die Jubelfeier des Patriarchen Erzbischof Ladislaus Pyrker“ und eine Medaille auf den Hofschauspieler Korn. Die auf die genannten Personen geschnittenen Medaillen zeigen auf der Aversseite das Bildniß dessen, dem zu Ehren die Medaille angefertigt wurde. Diese Bildnisse sind sehr ähnlich und charakteristisch. so z. B. ist Grillparzer’s Porträt in Schön’s Medaille weitaus das ähnlichste gegenüber den verschiedenen anderen Bildnissen des verewigten Dichters, welche alle den Stich von Kotterba nach dem Bilde Grillhofer’s zur Grundlage haben. Mit S., den der Tod in so jungen Jahren dahingerafft, ging seiner Kunst, die in Oesterreich wohl tüchtige, aber doch verhältnißmäßig wenige Kräfte aufzuweisen hat, ein hervorragendes Talent verloren, das mit vollendeter Technik auch ein feines und geübtes Künstlerauge verband.

Neuer Nekrolog der Deutschen (Weimar, B. F. Voigt, kl. 8°.) XXI. Jahrg. (1843), I. Theil, S. 168, Nr. 60. – Realis. Curiositäten- und Memorabilien-Lexikon von Wien. Herausg. von Anton Köhler (Wien 1846, gr. 8°.) Bd. II, S. 311. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, Fleischmann, 8°.) Bd. XV, S. 464. – Frankl (Ludw. Aug.), Sonntagsblätter (Wien, gr. 8°.) I. Jahrg. (1842) S. 863, u. II. Jahrg. (1843), S. 351.