BLKÖ:Sonnenthal, Adolph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 35 (1877), ab Seite: 345. (Quelle)
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Sonnenthal, Adolph (k. k. Hof-Schauspieler, geb. zu Pesth 21. December 1832). Der Sohn eines geachteten Kaufmannes in Pesth. Die Eltern ließen dem Knaben, der Talent und Eifer zeigte, eine gute Erziehung zu Theil werden. An der Pesther israelitischen Normalschule zählte S. zu den besten Schülern. Seine Neigung für die Bühne trat frühzeitig zu Tage. So erbat er sich, nachdem er confirmirt worden, bei welcher Gelegenheit ihm die Werke Friedrich Schiller’s geschenkt wurden, die Erlaubniß, das Theater besuchen zu dürfen, die man ihm auch anstandslos, gewährte. Man gab „Wilhelm Tell“. Der Eindruck, den diese Darstellung auf ihn gemacht, war so groß, daß er nun, da die Eltern sich nicht geneigt zeigten, diese Vorliebe für den Theaterbesuch zu begünstigen, auf allerlei Mittel sann, in’s Theater zu kommen. Es gelang ihm auch durch eine List, seinen Wunsch zu erreichen, bis die List entdeckt und S. als „kecker Eindringling“ in den Musentempel erwischt, vor den Regisseur gebracht wurde. Dort legte S. ein reumüthiges Bekenntniß seines Frevels ab, verschwieg aber auch nicht seine Begeisterung für das Theater. Nun endigte die Angelegenheit damit, daß ihm freier Eintritt in’s Theater gewährt wurde, nur mußte der Junge sich zu einer Mitleistung verpflichten. S. sollte „statiren“. Er hatte gar kein Bedenken es zu thun, und spielte so lange den Statisten, bis es zu den Ohren des Vaters kam, der alsbald der Comödienspielerei ein Ende machte und den Sohn unter seine besondere Aufmerksamkeit stellte. Nichtsdestoweniger gelang es diesem im Hause seines Onkels Comödie zu spielen. S. trat damals in einer weiblichen Rolle auf und der Erfolg war ein glänzender. Von einem Schulfreunde, dem Sohne des Secretärs der Pesther israelitischen Cultusgemeinde, Ignaz Barnay, in dessen Familie eingeführt, betheiligte sich S. alsbald an den dramatischen Aufführungen, welche im Hause Statt fanden. So wuchsen nach und nach Neigung und Eignung zur Bühne, bis die Ereignisse des Jahres 1848 alle dergleichen Liebhabereien in den Hintergrund treten ließen. S. hatte mittlerweile die Normalschule beendet und im November 1846 den Curs in der eben damals eröffneten Joseph-Industrieschule begonnen, das Jahr 1848 unterbrach diesen Besuch. Aber in den traurigen Ereignissen der Jahre 1848 und 1849 hatten sich die häuslichen Verhältnisse in der Familie Sonnenthal’s auch wesentlich verschlimmert. Nun aber galt es über den Beruf des Sohnes zu Beschluß zu kommen. Ihn studiren zu lassen, fehlten leider die Mittel; zum Handelsstande fehlte dem lebhaften Jünglinge alle Lust, so sollte er denn nach Beschluß des Familienrathes ein Handwerk erlernen – nämlich Schneider werden. Das war ein Schlag für den 17jährigen Jüngling, der ihn vollends niederschmetterte. Aber wie die Dinge standen, ließ sich im Augenblicke nichts dagegen machen. Und so fügte sich S. dem Schicksal, mit sich selbst Eins, so lange mit Nadel und Zwirn mitzuthun, bis sich ihm Gelegenheit zu Anderem darböte. S. wurde Schneiderlehrling in der Werkstätte eines Hausfreundes. Zwei Jahre arbeitete er daselbst [346] und vollendete dann das sogenannte „Meisterstück“, ein elegantes Seidengilet, wurde auch als Gesell freigesprochen und sollte auf Wanderschaft gehen. Kaum in den Besitz seines Wanderbuches gelangt, fuhr er (16. October 1850), um Arbeit zu suchen, mit dem nächsten Dampfboote nach Wien, Statt aller Arbeit suchte S., sobald er in Wien angekommen war, das Burgtheater auf. Dort sah er Bogumil Dawison in Otto Ludwig’s „Erbförster“ und der Gedanke, zum Theater zu gehen, gedieh zur Reife. Am Morgen nach der Darstellung begab sich S. zu Dawison, der damals noch nicht in Selbstüberschätzung auf alles neben ihm Ringende mit Verachtung herabsah und, nachdem er Sonnenthal’s Anliegen gehört, ihn auch den bekannten Monolog Karl Moor’s: „Menschen, Menschen ...“ hatte vortragen lassen, sich bereit erklärte, ihm dramatischen Unterricht zu ertheilen. Für dramatischen Unterricht war wohl gesorgt, aber für die Deckung der materiellen Bedürfnisse nicht, und auch diese wollten befriedigt werden. Sonnenthal ließ somit – nachdem ihm das Geld ausgegangen, das er aus Pesth mitgebracht – zu Anfang des Jahres 1851 in’s „Fremdenblatt“ die Anzeige einrücken: „Ein junger Mann, Ungar, wünscht sowohl in seiner Muttersprache, als auch im Französischen Unterricht zu ertheilen. Geneigte Anträge u. s. w.“ Ein Techniker aus Pesth, der eilends nach seiner Heimat abreisen mußte, übertrug ihm im Hause eines Obersten eine Lection. Der Oberst, dem der junge Mann gefiel und dessen Lage er auch durchgeblickt, nahm nun selbst Unterricht im Ungarischen, während er seine Kinder, zwei Knaben und ein Mädchen, im Französischen unterweisen ließ. Vor äußerster Noth geschützt, setzte S. nun, von Dawison unterrichtet, seine Studien fort, bis ihn nach etwa zwei Monaten Dawison dem Director Laube vorstellte. Laube ließ sich von S. einige Scenen des Mortimer aus „Maria Stuart“ vorspielen und entließ ihn mit dem Versprechen, ihn im Auge zu behalten; auch gestattete er ihm, bis er Engagement habe, als Statist mitwirken zu dürfen. Aber schon wenige Wochen später, erhielt S. durch Vermittlung Dawison’s ein Engagement als erster jugendlicher Held und Liebhaber am Theater in Temesvár. Es war ein Engagement mit monatlichen 30 Gulden. Bis dahin hatten seine Eltern keine Kenntniß davon, daß ihr Sohn die Schneiderei aufgegeben. Nun übernahm Dawison die Vermittlerrolle bei den Eltern, denen er in einem Briefe begreiflich machte, daß sie seinem Talente nicht länger hinderlich entgegentreten sollten. Der Brief verfehlte seine Wirkung nicht. Am 30. October 1850 betrat S. in Temesvár als Hauptmann Phöbus im „Glöckner von Notre Dame“ zum ersten Male öffentlich die Bühne. Mit 30 Gulden Monatsgage war S. engagirt, da trat eines Tages der Temesvárer Director an ihn heran und machte ihm begreiflich, daß er noch allzusehr „Anfänger“ und er vorderhand nur 20 Gulden monatlich werth sei. Sonnenthal fügte sich nothgedrungen. In einem halben Jahre wanderte er mit seiner Gesellschaft nach Hermannstadt, wo er drei Jahre (bis 10. April 1854) verblieb. Daselbst entwickelte sich sein Talent bald so entschieden, daß ihm der Director von Saison zu Saison die Gage erhöhte. Im Frühling 1854 nahm er ein Engagement in Gratz an, trat aber noch vorher auf seiner Durchreise in seiner Vaterstadt Pesth auf, wo seine Eltern ihn als Don Carlos, Baron Walbeck im Lustspiel: [347] „Das Gefängniß“ von Benedix und als Ferdinand in „Cabale und Liebe“ spielen sahen. Am 8. März 1854 debutirte er zu Gratz als Mortimer. Daselbst lernte er den wackeren Karl von Holtei kennen, der ihm alsbald ein gediegener Rathgeber wurde; ferner Ira Aldridge, Karl Devrient und seinen nachmaligen Freund Ludwig Löwe. Von Gratz erhielt er schon nach einem Jahre einen Ruf nach dem fernen Königsberg, indem er vorher noch bei dem Besuche seiner Eltern in Pesth den Herzog in Hackländer’s „Geheimen Agenten“ als Gast spielte. Dreiundzwanzig Jahre war S. alt, als er bereits an einer der besten Provinzbühnen Deutschlands, wofür die Königsberger stets galt, angestellt war. In Königsberg gefiel S. sehr. Mit seiner Gesellschaft spielte S. auch in Tilsit und Insterburg und gab auf letztgenannten Bühnen die Rollen des Romeo und des Uriel Acosta mit solchem Erfolge, daß ihm bald ein Antrag zu drei Gastrollen an dem Dresdener Hof-Theater „mit Vorbehalt eines Engagements“ zukam. Während der Zeit, in welcher S. in Königsberg spielte, trat dort Heinrich Marr als Gast auf und sah Sonnenthal als Kean mit solcher Meisterschaft spielen, daß er darüber sofort an Director Laube nach Wien schrieb und ihm den jungen angehenden Künstler auf das wärmste empfahl. In Folge dessen traf auch von Wien der Antrag zu einem auf Engagement abzielenden Gastspiele auf dem Burgtheater ein. Die Wahl war nicht schwer. Erstens war die Wiener Hofbühne unter Laube’s Direction noch immer die erste deutsche Bühne und dann blieb S., wenn er Wien wählte, in seiner Heimat und in der Nähe seiner Familie. Am 18. Mai 1856 betrat S. die Bretter des Wiener Burgtheaters in der Rolle des Mortimer. Der Erfolg der ersten Gastrolle war kein ganz sicherer; hingegen nach dem zweiten Auftreten in Hackländer’s „Geheimen Agenten“ erfolgte sofort das Engagement auf drei Jahre. In dieser Zeit wurde S. so beliebt im Publikum und löste auch die an ihn gestellten Aufgaben durch Ausführung der ihm übertragenen Rollen mit solchem Eifer und Geschick, daß er nach Ablauf der drei Jahre das Decret als wirklicher k. k. Hofschauspieler mit dem Jahrgehalte von 8000 Gulden und damit verbundener Pensionsfähigkeit erhielt. So hatte S. im Alter von erst 25 Jahren eine kaum geahnte Stufe erreicht. Nun gehört S. seit mehr denn zwei Decennien der ersten deutschen Bühne an und zählt zu den Zierden derselben. Von einer Reise nach Paris, welche S. im Jahre 1858 unternommen, soll er den eleganten Conversationston mitgebracht haben, womit S. im feinen Lustspiel glänzt. Früher im Fache erster jugendlicher Helden thätig, spielte er den Romeo, Don Carlos, Ferdinand in „Cabale und Liebe“, Clavigo u. s. w. Doch war dieses Rollenfach, für welches sein im Tragischen zu schwaches Organ nicht ausreichte, nicht seine Stärke, wenn er auch darin Treffliches leistete. Hingegen leistete er Unübertreffliches im Fache der zweiten jugendlichen Liebhaber: als Melchthal im „Tell“, Franz in „Götz von Berlichingen“, Kosinsky in den „Räubern“, Brackenburg in „Egmont“ u. A.. sämmtlich Rollen, worin er thatsächlich auf der Höhe der Kunst steht. Seit aber seine körperliche Erscheinung an Fülle zugenommen, hat er sich dem genannten ernsteren Fache ab- und dem Conversationsstücke zugewendet, und in diesem zählt er zu den Zierden des Wiener Burgtheaters der Gegenwart. Die deutschen [348] Lustspiele von Bauernfeld, Moser, Benedix und namentlich das neuere französische Ehebruchstück bieten seinem Talente Rollen, in welchen er als Meister dasteht. Zum Schlusse sei bemerkt, daß das dreijährige Zusammenleben mit Ludwig Löwe [Bd. XV, S. 421] nicht ohne wesentlichen bildenden Einfluß auf Sonnenthal’s künstlerische Entwicklung gewesen. Für die Auffassung der tragischen Rollen dankte er dem Altmeister der Tragödie manchen trefflichen Wink. Sonnenthal’s hervorragendes Talent für das Lustspiel erkannte aber Laube zuerst, der ihn auch dann in dieser Richtung viel beschäftigte, und ihn wohl dazu gemacht hat, was er zur Stunde ist, zum Liebling der Wiener Burgtheater-Besucher. S. bat sich im Jahre. 1860 mit einem Fräulein Pauline Pappenheim vermält, welche vor wenigen Jahren gestorben.

Uebersicht der vom 18. Mai 1856 bis 1. October 1877 im k. k. Hof-Burgtheater in Wien von Sonnenthal gespielten hervorragenderen Rollen. 1856. Gastrollen. 18. Mai: Mortimer in „Maria Stuart“; – 21. Mai: Herzog in „Der geheime Agent“; – 25. Mai: Carlos in „Don Carlos“; – 1. Juni: Romeo in „Romeo und Julie“; – 5. Juni: Ferdinand in „Treue Liebe“; – 14. Juni: Cäsar in „Donna Diana“; – 23. August: Bernard in „Fräulein von Seiglière“; – 11. September: Pylades in „Iphigenie auf Tauris“; – 19. September: Karl VII. in „Die Jungfrau von Orleans“; – 4. October: Ottfried in *„Ottfried“ von Gutzkow (zum ersten Male im Burgtheater); – 13. October: Bolingbrocke in „Marquise von Villette“; – 10. November: Melchthal in „Wilhelm Tell“ (Schiller’s 97. Geburtstag). – 1857. 5. Jänner: Tailfourd in „Ella Rose“; – 15. Jänner: Manuel in „Braut von Messina“; – 5. März: *Massinissa in „Sophonisbe“; – 20. März: *Octave in „Die Biedermänner“;– 22. April: Hyppolit in „Phädra“; – 23. April: Prinz in „Emilia Galotti“; – 20. Juni: Ferdinand in „Cabale und Liebe“; – 20. September: Schiller in „Die Karlsschüler“; – 3. October: Eleazar in „Die Makkabäer“; – 4. October: Franz in „Götz von Berlichingen“; – 18. October: Phryxus in „Gastfreund (Grillparzer’s Trilogie: „Goldenes Vließ“); – 18. November. *Heinrich in „Fiammina“; – 20. December: Bassanio in „Kaufmann von Venedig“. – 1858. 18. Mai: Clavigo in Goethe’s gleichnamigen Stücke. – 1859. 4. Mai: *Maximilian in „Ein verarmter Edelmann“; – 5. September: Ringelstern in „Bürgerlich und Romantisch“; – 18. October: *Waldemar in „Graf Waldemar“; – 19. November: Sapieha in „Demetrius“. – 1860. 12. Februar: Macduff in „Macbeth“; – 26. März: *Randolf in „Mit der Feder“; – 12 April: Walbeck in „Das Gefängniß“; – 15. Mai: *André in „Vater und Sohn“; – 3. November: *Prosper in „Der letzte Brief“; – 18. November: *Schiller in „Gustel von Blasewitz“. – 1861. 16. März: Phaon in „Sappho“; – 18. April: *Raoul in „Aus der komischen Oper“; – 10. October: Prinz Heinrich in „König Heinrich IV.“; – 18. October: *Gaius in „Die Fabier“; – 10. November: Max in „Die Piccolomini“; – 11. November: Max in „Wallenstein’s Tod“; – 3. December: *Erbprinz in „Zopf und Schwert“. – 1862. 30. Jänner: *Lonau in „Störenfried“; – 2. März: *Cato in „Gottsched und Gellert“; – 7. Mai: *Sergine in „Die öffentliche Meinung“; – 20. September: *Florizel in „Ein Winter-Märchen“; – 18. October: *Georg in „Die deutschen Comödianten“; – 19. December: Baron in den „Krisen“. – 1863. 9. Jänner: *Tholosan in „Die guten Freunde“; – 18. April: *Prax in „Ein Attaché“; – 22. Juni: Struensee in Laube’s gleichnamigem Stücke; – 16. September: Uriel in „Uriel Acosta“; – 20. November: *Eugen in „Der verlorene Sohn“. – 1864. 29. Jänner: *Fox in Gottschall’s „Pitt und Fox“; – 20. Februar: *Georges in „Eine vornehme Ehe“; – 8. Juni: Holm in „Ein weißes Blatt“; – 4. November: *Robert in „Memoiren des Teufels“. – 1865. 10. März: *Tarascon in „Prinzessin von Montansier“; – 21. April: *Maximilian in „Ein Pelikan“; – 2. Mai: Rahden in „Magnetische Curen“; – 17. Mai: Richard [349] in „Feenhände“; – 29. Mai: Bolz in „Die Journalisten“; – 12. Juni: Gontran in „Eine vornehme Ehe“; – 26. August: Clarence in „Richard III.“ – 28. August: Alphons in „Tasso“; – 30. October: Heinrich in „Leichtsinn aus Liebe“; – 30. November: Cato in „Cato von Eisen“. – Vom 23. November 1865 bis 11. April 1866 in Folge eines Beinbruches pausirte S. – 1866. 20. April: *Didier in „Eine Familie nach der Mode“; – 18. Mai: Otto in „Eine Hochzeitsreise“; – 30. Mai: Adolph in „Die Bekenntnisse“; – 30. August Fiesco in Schiller’s gleichnamigem Stücke; – 29. September: Edgar in „König Lear“; – *Gerard in Halm’s „Wildfeuer“. – 1867. 3. Jänner: Baron in „Das letzte Abenteuer“; – 25. Jänner: König in „König und Bauer“; – 11. Februar: *Lübbenau in „Aus der Gesellschaft“; – 17. Februar: Rudolph in „Ottokars Glück und Ende“; – 12. März *Francis in Laube’s „Statthalter von Bengalen“; –16. Mai: Alfred in „Eigensinn“; – 11. September: Tellheim in „Mina von Barnhelm“; – 24. September: *Collatinus in „Brutus und Collatinus“; – 10. October: Bergheim in „Ein Lustspiel“; – 20. October: Wiese in „Das Tagebuch“; – 5. December: Egmont in Goethe’s gleichnamiger Tragödie. – 1868. 29. März: *König in Grillparzer’s „Esther“; – 1. Juni: Appiani in „Emilia Galotti“; – 20. Juni: Rochester in „Die Waise aus Lowood“; – 8. September: Hamlet in Shakspeare’s gleichnamigem Stücke; – 24. September: Jason in „Medea“; – 10. October: Molière im „Urbild des Tartuffe“; – 17. October: *Scipio in „Sophonisbe“; – 23. November: Werner in Gutzkow’s gleichnamigem Stücke; – 25. December: Hans Sachs in Deinhardstein’s gleichnamigem Stücke. – 1869. 1. Jänner: Dunois in „Jungfrau von Orleans“; – 19. Jänner: *Rietberg in „Moderne Jugend“; – 30. Jänner: *Johann II. in „Lady Gloster“; – 23. Februar: *Graf in „Zwischen Thür und Angel“; – 18. Mai: *Leonhard in „Unerreichbar“; – 7. August: *Reichard in „Die relegirten Studenten“; – 4. September: Havelin in „Der Fabrikant“; – 26. September: Posa in „Don Carlos“; – 24. November: Secretär in „Maria Magdalena“; – 17. December: *Fagel in „Umkehr“. – 1870. 24. Februar: Berg in „Der Vater“; – 17. September: Mellefont in „Miß Sarah Sampson“; – 18. October: *Herzog in „Hans und Grete“; – 30. October: Horn in Weilen’s gleichnamigem Stücke; – 9. November: Kürassier in „Wallenstein’s Lager“; – 3. December: *Zaruzky in „Maryna“; – 1871. 17. Jänner: *Herzog in „Marquis von Villemer“; – 17. Februar: *Ferdinand in „Jugendliebe“; – 27. Februar: *Adolph in „Die Gräfin“; – 18. März: Ludwig in „Ich bleibe ledig“; – 10. Mai: *Roland in „Das Fräulein von Lanry“; – 1. Juni: Narciß in Brachvogel’s gleichnamigen Stücke; – 6. Juni: *William in „Die Vermälten“; – 30. September: Oberst in „Der kathegorische Imperativ“; – 30. October: Oswald in Wilbrand’s „Die Maler“; – 20. November: *Gustave in Mosenthal’s „Madeleine Morel“; – 1. December: *Montecuculi in Weilen’s „Der neue Achilles“. – 1872. 26. Jänner: *Arthur in „Ein Schritt vom Wege“; – 28. Februar: *Hermann in „Der wunde Fleck“; – 27. April: *Noja in „Christiane“; – 28. September: *Mathias in Grillparzer’s „Ein Bruderzwist im Hause Habsburg“; – 23. November: Georg in „Die Valentine“. – 1873. 21. Jänner: *König in Grillparzer’s „Die Jüdin von Toledo“; – 24. April. *Gustav in Anzengruber’s „Elfriede“; – 18. September: *Solis in „Der Seiltänzer“; – 3. October: *Helmuth in „Suchet, so werdet Ihr finden“; – 18. October: *Heinrich VI. in „König Heinrich VI.“. I. Theil. – 1874. 21. Jänner: Primislaus in Grillparzer’s „Libussa“; – 11. Februar: Eggenburg in Mosenthal’s „Die Sirene“; – 28. Februar: Heinrich VI. in „König Heinrich VI.“. II. Theil; – 15. September: Reinhold in Iffland’s „Hagestolzen“; – 10. November: *Lemp in „Die Schwestern von Rudolstadt“; – 25. November: Fritz in „Ein Erfolg“. – 1875. 30. Jänner: Richard II. in Shakspeare’s gleichnamiger Tragödie; – 28. August: *Fritz in „Liebe für Liebe“; – 28. October: *Medern in „Das Trauerspiel des Kindes“; – *Nero in Wilbrandt’s „Nero“. – 1876. 28. Jänner: *Victor in „Der Veilchenfresser“; – 7. Februar: Harleigh in „Wahn und Wahnsinn“; – 27. Mai: *Karl in „Die Wege des Glückes“; – 28. October: [350] Friedrich in „Prinz Friedrich von Homburg“; – 19. November: Parricida in „Wilhelm Tell“; – 29. November *Risler in „Fromont jun. und Risler sen.“. – 1877. 6. Juni: Faust in Goethe’s gleichnamigem Stücke; – 22. September: *Fridolin in „Die Reise nach Riva“. In vorstehender Uebersicht sind nur die bedeutenderen Rollen Sonnenthal’s aufgezählt. Zur Ergänzung derselben sei noch bemerkt, daß S. seit seinem ersten Auftreten in Temesvár (30. October 1850) bis Ende September 1877 4738mal aufgetreten, darunter während seines Wiener Engagements (vom 18. Mai 1856) 3835mal in 970 verschiedenen Rollen; davon entfallen 261 Abende theils auf auswärtige Gastspiele, theils auf Darstellungen an anderen Wiener Bühnen, davon wieder 147 auf Wohlthätigkeits-Vorstellungen, von welch’ letzteren hundert allein Wien zu Statten kommen. Ferner ist aus dieser Uebersicht auch sehr leicht der Uebergang S.’s aus einem Rollenfache in das andere, und bei jenen Stücken, welche überhaupt auf der Wiener Hofbühne zum ersten Male dargestellt worden, und die mit einem Sterne (*) bezeichnet sind, seine Gestaltungskraft, da eben er die jeweilige Rolle, es sind deren nicht weniger als 70, geschaffen, zu erkennen.
Neue illustrirte Zeitung. Redigirt von Johannes Nordmann (Wien, Zamarski, kl. Fol.) 1873, Bd. II, Nr. 46: Deutsche Schaubühne. Herausgegeben von Perels (8°.), VII. Jahrg. (1866), 3. Heft. S. 39: „Adolph Sonnenthal“ [nach diesem geb. 21. December 1832]. – Illustrirte Monatshefte für die gesammten Interessen des Judenthums (Wien, gr. 8°.), Bd. II, (1865), S. 95. – Reich (Ignaz), Beth-El. Ehrentempel verdienter ungarischer Israeliten (Pesth 1862, Alois Bucsánsky, 4°.), S. 39 u. f. – Tagesbote aus Mähren (Brünner polit. Blatt) 1869, Nr. 138, im Feuilleton: „Wie Sonnenthal Schauspieler wurde“ [von ihm selbst erzählt]. – Tagebuch des „Kikeriki“ (Wien, schm. 4°.), 1870, S. 8: „Aus meinem Künstler-Album“. – Brünner Zeitung 1860, Nr. 152, im Feuilleton [nach diesem geb. 21. December 1833]. – Monatschrift für Theater und Musik. Herausgeber Joseph Klemm (Fürst Czartoryski) (Wien, 4°.), IV. Jahrg. (1858), S. 263, im Theaterbericht; S. 327, ebd.; S. 613, ebd. – Neue freie Presse 1868, Nr. 1223, im Feuilleton: „Das Burgtheater von 1848 bis 1867“. Von Heinrich Laube; und Nr. 1244, ebd.
Porträte. 1) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges „A. Sonnenthal“. Stich und Druck von G. Brinkmann. Leipzig (gutes und ähnliches Blatt, 8°.). – 2) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges „A. Sonnenthal“. Unterhalb: k. k. Hofschauspieler. Eduard Kaiser (lith.), 1858. Gedruckt bei Joseph Stoufs, Wien, Verlag und Eigenthum Gustav Levy in Wien (Fol.) [Kniestück]. – 3) Unterschrift: „Adolph Sonnenthal | k. k. Hofschauspieler.“ Ruß sc. [in der „Neuen illustrirten Zeitung“ 16. Nov 1873, Nr. 46]. – 4) Holzschnitt. Mittelbild: Sonnenthal mit dem Facsimile seines Namenszuges „A. Sonnenthal“; um das Mittelbild: Sonnenthal in vier verschiedenen Rollen. In Hilberg’s „Illustrirten Monatsheften“ November 1865, S. 97. – 5) Unterschrift: Facsimile des Namenszuges „A. Sonnenthal“. Lithographie ohne Angabe des Zeichners und Lithographen [auch im „Beth-El“]. – 6) Sonnenthal in ganzer Figur. Holzschnitt von A. P., im „Tagebuch des Kikeriki“ 1870 [mehr Charge als Porträt]. – 7) Ueberschrift: „Adolph Sonnenthal“. Von Laci von F(recsay), in der „Bombe“ 8. October 1871, Nr. 40 (Farbenbild). – 8) Ueberschrift: „Sonnenthal als Nero“. Von Stur, im „Floh“ 28. November 1875, Nr. 48. – 9) Lithographie von F. Grätz, gemeinschaftlich mit Lewinsky [im „Kikeriki 1874, Nr. 86]. – 10) Holzschnitt von Laci von F(recsay), in „Ein Ritt durch Wien auf dramatischem Felde“, gedichtet von Conimor (Leipzig 1876, E. J. Günther, gr. 8°.), S. 43. – 11) Unterschrift: „Herr Sonnenthal tanzt als Grille“. Von St(ur)., im „Floh“ 1873, Nr. 69.


Ende des fünfunddreissigsten Bandes.