BLKÖ:Pian, Antonio de

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Piacsovich, Franz
Band: 22 (1870), ab Seite: 218. (Quelle)
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Pian, Antonio de (Maler und Zeichner, geb. zu Venedig im Jahre 1784, gest. zu Wien im Jahre 1851). Schon in seiner Vaterstadt erhielt er Unterricht in der Kunst, in der er sich, als er in ziemlich jungen Jahren nach Wien kam, daselbst immer mehr und mehr ausbildete. Auch machte er, hier einer der Ersten, in der Lithographie glückliche Versuche. Schon im Jahre 1820 waren seine Blätter sehr beachtet und gehörten für jene Zeit zu den fertigsten und ausgeführtesten im Allgemeinen. Sie sind theils nach eigener Erfindung, theils nach Canaletto und englischen Vorlagen gearbeitet. Dabei stach er auch in Kupfer und malte in Oel, meist architektonische Darstellungen. Schon im Jahre 1820 hatte er in der Jahres-Ausstellung der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien eine „Ansicht der St. Stephanskirche“, in Oel gemalt, sehen lassen; nun aber trat eine längere Pause – bis 1832 – ein; von dieser Zeit jedoch stellte er Mehreres bis 1845 aus, und zwar im J. 1832: „Atrio eines italienischen Landhauses“; – „Der Schlossplatz in Turin“; – „Der St. Karlsplatz in Turin“; – im Jahre 1835: „Die Dogana und der grosse Canal von Venedig“; – 1836: „Das Innere einer gothischen Kirche“; – 1838: „Dorfpartie im venetianischen Style“; – „Altgothischer Kreuzgang mit einem Leichenzuge“; – 1839: „Ein Gerichtssaal“; – „Ein Klostergang“; – 1845: „Gruft“; – „Klosterhalle“. In der kaiserlichen Gemäldegallerie im Belvedere befindet sich aber von ihm ein Oelbild: „Grosses Gruftgemälde mit einfallendem Tageslicht. Links eine Prozession von Kapuzinern mit Fackeln“. Bezeichnet A. de Pian fec. 1828 (5 Schuh 6 Zoll hoch und 7 Schuh breit). Jedoch seine Hauptbeschäftigung in Wien war die Decorationsmalerei, und in dieser war er, was Architectur betrifft, seiner Zeit ohne Zweifel der Erste in Wien. Er arbeitete bereits unter der Direction des Grafen Pálffy [Bd. XXI, S. 202] gleichzeitig mit dem berühmten Decorateur Neefe [Bd. XX, S. 120). Von seinen gestochenen Blättern sind außer mehreren mit gothischer und römischer Architectur, und verschiedenen Decorationen zu Mozart’s „Zauberflöte“, noch anzuführen: „Gothische Halle mit einem Grabmale im Vordergrunde“; – „Gothische Halle mit der Durchsicht nach einer Capelle“, beide Blätter nach eigener Erfindung, und „Die Schenke bei Mestre“, nach Canaletto.

Pietznigg, Mittheilungen aus Wien (8°.) 1835, S. 201. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliogr. Institut, gr. 8°.) Zweite Abtheilg. Bd. III, S. 1098, Nr. 2. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. XI, S. 242. – Porträt. Ohne Unterschrift, ohne Angabe des Zeichners und Stechers (Radirung vor der Schrift. Friedrich Schilcher pinx. 1833, Rudolph Kirchhoffer sc. 1845, Halb-Fol), selten. –