BLKÖ:Horváth-Petrichevich von Széplak, Kasimir Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 9 (1863), ab Seite: 326. (Quelle)
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Horváth-Petrichevich von Széplak, Kasimir Freiherr (General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Széplak in Siebenbürgen 1735, gest. am 18. Februar 1794). Entstammt einer alten Adelsfamilie und erhielt in der Wiener Neustädter Akademie seine militärische Ausbildung. 1757 als Fähnrich [327] zu Eßterházy-Infanterie ausgemustert, war er 1764 Oberlieutenant im 4. Szekler Grenz-Regimente und gab bei der Belagerung von Schweidnitz bereits Beweise von Tapferkeit. Während einer längeren Friedensepoche rückte er stufenweise vor und wurde 1783 Oberst im Regimente, welches er im Türkenkriege mit großer Umsicht befehligte. Seine erste größere Waffenthat war der Einfall über den Paß Ghymes in die Moldau und die Einnahme der reichen Salzstadt Okna am 19. Februar 1788. Am 15. März überfiel H. Piatra, bei welcher Gelegenheit er 300 Pferde erbeutete, einige Tage später Bakou, wo reiche Fruchtvorräthe in seine Hände fielen; am 29. Mai besetzte er Fokschan, wo er 70 Türken tödtete, 8, nach Anderen gar 14 Fahnen und eine nicht unbeträchtliche Menge Getreide erbeutete. Indem er einige Zeit diese Gegend besetzt hielt, mußte er doch am 11. Juni der großen feindlichen Uebermacht weichen und sich nach Pertuskan zurückziehen. Am 20. Juni bei dem Dorfe Vulka von 3000 Türken auf das Heftigste angegriffen, leistete er mehrstündigen tapferen Widerstand, und verlor viel Mannschaft und Gepäck, besetzte jedoch auf dem Rückzuge Okna, Kumaniest, die Pässe Oytos und Ghymes. Die wiederholten Angriffe der Türken mit großer Uebermacht, mit mehr als 5000 Mann, u. z. am 13., am 16. Juli und später bei dem Passe Oytos, schlug er jedesmal entschieden zurück. Im folgenden Jahre, 1789, zeichnete er sich in der Schlacht bei Fokschan aus, wo er der Erste in das feindliche Lager drang (1. August); und zwang bei Martinestje (22. September) den Feind, den Fluß Rimna und das umliegende Gebiet zu verlassen. In Folge seiner Tapferkeit schlug Prinz Coburg den Oberst Horváth zur Beförderung zum General-Major vor, welche auch am 9. October 1789 erfolgte; überdieß aber wurde er für seine hochherzigen Waffenthaten in der 23. Promotion (vom 19. December 1790) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresia-Ordens ausgezeichnet. Aber wenige Jahre später, im Alter von 59 Jahren, raffte ihn der Tod dahin.

Ueber den Namen des Obigen weichen die Quellen wesentlich von einander ab. Leitner von Leitnertreu nennt ihn Andreas Baron Horwát de Palocz; Hirtenfeld’s Werk über den Maria Theresien-Orden nennt ihn Kasimir Horváth Petrichevich von Széplak, aber weder Kövari László in seinem Werke: „Erdély Nevezetesebb családai“ (S. 118), noch der sonst so gründliche Nagy Ivan in seinem Werke: „Magyarország családai czimerekkel“ u. s. w. (Bd. VI, S. 156), führen in ihren genealogischen Tabellen der Familie Horváth Petrichevich denselben nicht als Andreas, nicht als Kasimir auf. – Leitner von Leitnertreu (Th. Ig.), Ausführliche Geschichte der Wiener Neustädter Militär-Akademie (Hermannstadt 1852, Th. Steinhaußer, 8°.) Bd. I, S. 446. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 299.