BLKÖ:Ivičić, auch Ivicich, Simon Ritter von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 10 (1863), ab Seite: 337. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Ivičić, auch Ivicich, Simon Ritter von|10|337|}}

Ivičić, auch Ivicich, Simon Ritter von (Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Gergywacz im Creutzer Bezirke 1759, gest. zu Wien 27. Juni 1826). Sohn eines Grenzofficiers, der im Militär-Waisenhause zu Pettau erzogen wurde und, 16 Jahre alt, als Cadet in das Infanterie-Regiment Nr. 22, heute Feldzeugmeister Franz Graf Wimpffen, eintrat. Im Regimente wurde I. im Juli 1778 Fähnrich, und rückte im Türkenkriege zum Oberlieutenant vor. Im Jahre 1794 bereits Hauptmann, stand er bei der Rheinarmee. Am 1. December g. J. hatte der Feind die außerhalb Mainz gelegene äußerste Redoute, die sogenannte Zahlbacher Schanze genommen. General Neu, Festungscommandant in Mainz, die Wichtigkeit des Wiederbesitzes der Schanze erkennend, befahl am nämlichen Tage, sie dem Feinde zu entreißen. Gleich bei dem ersten Sturme auf die Schanze drang Ivičić allen Anderen vor und mit dem Unterlieutenant Fautignie von dem Infanterie-Regimente Pellegrini zuerst in die Schanze ein. Die Truppen, dem Beispiele ihrer heldenmüthigen Führer folgend, stürmten nun auch in die Schanze, warfen den sich auf das Hartnäckigste vertheidigenden Feind zurück, und der für die Unseren so wichtige Posten war genommen. Als im folgenden Jahre, am 29. October, die feindlichen Verschanzungen bei Mainz angegriffen wurden, erhielt das Bataillon, in welchem Ivičić eingetheilt war, Befehl, den Feind bei Monnbach zu allarmiren und den Ort zu nehmen. Ivičić vollzog diesen Auftrag, indem er nach einem sechsstündigen hartnäckigen Kampfe den Gegner aus seiner Position warf. Bereits war der Feind in der Richtung gegen Gonzenheim aus den vorderen Redouten verdrängt worden; nun galt es, ihn auch aus den übrigen Verschanzungen, die sehr fest angelegt waren und von ihm auf das hartnäckigste vertheidigt wurden, zu vertreiben. Ivičić nahm zu diesem Zwecke 50 Freiwillige. Um dem Feinde unbemerkt nahe zu kommen, mußte er umgangen werden; auch dieß gelang. Nun aber waren noch die unübersteiglichen Verschanzungen anzugreifen. Ivičić, zu Allem entschlossen, stellte sich an die Spitze der Seinen, und obgleich der durch die Verschanzungen gedeckte Feind sich auf das Entschiedenste vertheidigte, traf Ivičić seine Maßregeln mit solcher Umsicht und leitete den Angriff, überall selbst voran, mit solcher Entschlossenheit, daß aller Widerstand des Gegners vergeblich und dieser endlich gezwungen war, mit großem Verluste seine Verschanzungen zu verlassen. Auf eiliger Flucht begriffen, ließ er 13 Kanonen, 1 Haubitze und 20 Munitionskarren zurück. Ivičić, die Gelegenheit zu weiteren Erfolgen wahrnehmend, beschloß die Verfolgung des fliehenden Gegners und nahm demselben [338] noch weitere 10 Kanonen und 13 Pulverkarren ab. I. wurde für die vorerwähnten Waffenthaten in der 42. Promotion (vom 11. Mai 1796) mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Durch viele Wunden körperlich geschwächt, trat I. nach dem Lüneviller Frieden, 1801, als Major in den Ruhestand, den er noch 25 Jahre genoß, worauf er zu Wien, 67 Jahre alt, starb. Die unten bezeichneten Quellen führen I. als Freiherrn auf. Es ist aber nirgends seine Erhebung in den Freiherrnstand in den Adelsacten ersichtlich. Als Maria Theresien-Ordensritter hatte er jedoch, wenn er um die ihm statutenmäßig zukommende Freiherrnwürde bittlich nicht ansuchte, nur auf den Ritterstand Anspruch. Demzufolge wird er oben nur als Ritter von Ivičić aufgeführt.

Erscheint auch als Ivičić und Ivichich. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) S. 488 und 1739. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850 u. f., gr. 8°.) Bd. III, S. 412.