BLKÖ:Neu, Andreas Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 20 (1869), ab Seite: 236. (Quelle)
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Neu, Andreas Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant, Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Wien im Jahre 1734, gest. zu Burgstall bei St. Pölten 21. December 1803). Seine militärische Ausbildung erhielt er in der Wiener Ingenieurschule, in welcher er in den mathematischen Wissenschaften so ausgezeichnete Fortschritte machte, daß er im Alter von erst 19 Jahren mit einer untergeordneten Lehrerstelle an dieser Anstalt betraut wurde. Im Jahre 1757 wurde Neu bei der Aufnahme von Lager- und Schlachtplänen verwendet und bewährte dabei eine solche Tüchtigkeit und Geschicklichkeit, daß er im folgenden Jahre bei Errichtung des General-Quartiermeisterstabes zum Unterlieutenant in diesem Corps ernannt wurde, in welchem er bis zum Jahre 1759, also in einem Alter von erst 25 Jahren, zum Hauptmann vorrückte. In der Friedensepoche leitete N. die Mappirungsarbeiten in Böhmen, Mähren und Schlesien. Im Jahre 1769 zum Major befördert, ward er zu ähnlichen Arbeiten in Oberösterreich und im Jahre 1778 als Oberstlieutenant im Innviertel, in Galizien, in Ungarn und Niederösterreich verwendet. Nachdem er im Jahre 1786 zum Obersten befördert worden, leitete er die Grundausmessung in Ungarn, Siebenbürgen, Croatien und Slavonien, und wurde im Jahre 1788 Chef des Generalstabes beim Armeecorps in Croatien, wo er den Belagerungen von Dubiza Berbir beiwohnte und noch während des Türkenkrieges im Jahre 1789 zum General-Major befördert wurde. Im Jahre 1790 war Neu Vicecommandant von Pleß und bei der gegen, die Preußen mobil gemachten Armee unter Loudon Chef des Generalstabes, im Jahre 1792 in gleicher Eigenschaft bei der Rheinarmee in Verwendung. Bei dem Angriffe auf die Weißenburger und Lauterburger Linien im Jahre 1793 hatte sich N. sehr ausgezeichnet, er hatte den Plan zum Sturme auf die ersteren entworfen, der am 29. October unter Clerfayt stattfand, und bei dem Sturme selbst die erste Colonne geführt, und erhielt in Folge dessen den Ruf als Reichs-General-Quartiermeister. Im [237] Herbste 1794 wurde er zum Gouverneur der Reichs- und Hauptfestung Mainz ernannt. In dieser Eigenschaft gab er Proben seltener Energie, Einsicht und Tapferkeit. Seit dem 23. October 1794 war die Festung von der linken Seite des Rheins von den Franzosen eingeschlossen, nichtsdestoweniger setzte N. seine Vertheidigung auf das Energischeste fort, und trotzdem, daß nun auch die Einschließung von der rechten Seite erfolgte, hatte er es doch so einzuleiten verstanden, daß er die Communication mit der Armee ununterbrochen unterhielt. So vertheidigte er ein ganzes Jahr hindurch standhaft die Festung gegen alle feindlichen Angriffe, als dann endlich am 13. October 1795 der Entsatz der Belagerung vom rechten Rheinufer aus glücklich bewirkt wurde, schickte er sich mit einem Theile der Garnison zur Verfolgung des Feindes an und fügte demselben namhaften Schaden zu. Neu wurde im Jahre 1796 zum Feldmarschall-Lieutenant befördert und diente unter Erzherzog Karl bei der Armee in Deutschland[WS 1]. Nachdem der Erzherzog den General Jourdan zurückgeschlagen hatte, machte N. oft und erfolgreiche Ausfälle gegen die feindliche Armee, welcher er eine beträchtliche Anzahl Geschütze, Munition u. dgl. m. abnahm, und wodurch er auch seinerseits zu den Erfolgen beitrug, welche der Erzherzog bei Limburg erkämpfte. Für seine heldenmüthige Vertheidigung der Festung Mainz wurde General Neu außer Capitel am 11. November 1795 mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Seine Erhebung in den Freiherrnstand, welche ein Jahr darauf stattgefunden haben soll, gelang mir nicht, in den Archiven aufzufinden. Im Jahre 1801 zog sich N. nach Oberösterreich in den Ruhestand zurück, wo er auch bald, nahezu ein Siebziger, starb.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 450 u. 1738 [nach diesem geb. im Jahre 1734]. – Szöllösy (Joh. N. v.), Tagebuch gefeyerter Helden und wichtiger kriegerischer Ereignisse u. s. w. (Fünfkirchen 1837, bisch. Lyc. Buchdr., 8°.) S. 250 [nach diesem geb. 20. Juni 1758, was ein offenbarer Irrthum ist, da Neu im J. 1758 bereits Unterlieutenant im General-Quartiermeisterstabe war]. – Biographie nouvelle des Contemporains etc. Par MM. A. V. Arnault; A. Jay; E. Jouy; J. Norvins et autres hommes des lettres (Paris, librairie historique, 8°.) Tome XV, p. 43. – Dictionnaire biographique et historique des hommes marquans de la fin du dix-huitième siècle (Londres 1800, 8°.) Tome III, p. 105. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Deuschland.