BLKÖ:Křížek, Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Křížek, Bohuslaw
Band: 13 (1865), ab Seite: 236. (Quelle)
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Křížek, Wenzel (Geschichtsforscher, geb. zu Stráž in Böhmen 25. November 1833). Nachdem er das Gymnasium zu Klattau besucht, trat er 1851 zu Prag in den Benedictinerorden, in das sogenannte Emauskloster in der Prager Neustadt, wo er aber bloß ein halbes Jahr als Noviz zubrachte. Nachdem er das Kloster verließ, widmete er sich ausschließlich dem Studium der Geschichte, der classischen und slavischen Philologie. Im Jahre 1854 wurde er Assistent im Archive und bei der archäologischen Abtheilung des böhmischen Museums. Im Jahre 1855 kam er als Supplent an das Gymnasium zu Warasdin in Croatien. Schon in einem Jahre wurde er wirklicher Lehrer und wirkte als solcher vier Jahre an dieser Anstalt, bis er über eigenes Ansuchen im October 1860 an das Gymnasium in Leitmeritz übersetzt wurde. Zwei Jahre später wurde er von der Stadtgemeinde zu Tabor als Director des daselbst eben errichteten Realgymnasiums, des ersten in der österreichischen Monarchie, berufen, auf welchem Posten K. zur Stunde thätig ist. Seine erste schriftstellerische Arbeit fällt in die Zeit, als er Noviz im Benedictinerkloster zu Prag war und betraf dieses Kloster; selbst; es ist nämlich ein Abriß der Geschichte desselben, der unter dem Titel: „Náštin dějů kláštera Benediktinského na Slovanech“ in der von Záp herausgegebenen [237] archäologischen Zeitschrift: Památky archaeologické a místopisné (Bd. I, S. 193) erschien. Dieser Arbeit folgten im nämlichen Bande (S. 252) historische Erinnerungen von Stráž und dessen Umgebung. Außerdem veröffentlichte er ebenda einige kleinere Mittheilungen archäologischen Inhalts, wie z. B. (S. 188) die Beschreibung eines čechischen Cancionals zu Klattau u. dgl. m. In dem im Jahre 1855 von der böhmischen Matica herausgegebenen Almanach Perly české theilte er eine größere historische Abhandlung von den königlichen Leibgedingstädten in Böhmen unter dem Titel: „O královských věnných městech v Čechách“ mit. Als er darauf im böhmischen Museum angestellt war, gab die erwähnte Matica seine „Zpráva o archivu Českého Musea“, d. i. Abhandlung über das Archiv des böhmischen Museums (Prag 1854) heraus. Während seines Aufenthaltes in Warasdin beschäftigte er sich mit dem Studium der südslavischen Literatur und Geschichte und veröffentlichte die Ergebnisse derselben im Časopis (1859 und 1860) des čechischen Museums unter dem Titel: „Stručný přehled veškeré literatury jihoslovanské“, d. i. Gedrängter Ueberblick der gesammten südslavischen Literatur; – im Programme des Warasdiner Gymnasiums für 1857 in deutscher Sprache den historischen Aufsatz: „Ueber die Ursitze, die Ausbreitung und die erste Entwickelung der Slaven“ und in der Zeitschrift Svetozor (1860) die genealogisch-historische Skizze der berühmten croatischen Adelsfamilie Šubič-Zrinyi. Nach seiner Rückkehr in’s Vaterland wendete er sich aber vornehmlich philologischen Arbeiten, und zwar zunächst im Hinblicke auf die Schule, zu. So erschien auf Kosten des Wiener Schulbücher-Verlages sein „Rěčnik latinsko-němacko-hrvatski“, d. i. Lateinisch-deutsch-croatische Chrestomatie (Wien 1861); – ferner bearbeitete er für den Schulgebrauch, und zwar für das Untergymnasium, das „Latinsko-česko-německy slovník“, d. i. Lateinisch-böhmisch-deutsches Wörterbuch (Prag 1861), und gab eine „Anthologie jihoslovanská“, d. i. Eine südslavische Anthologie (Prag 1862), heraus, mittelst welcher er die Čechen mit den Blüthen der südslavischen Poesie und Prosa bekannt machte. Eine kurze vergleichende Sprachlehre schickte er voraus, und mit einem Wörterbuche der schwierigeren Ausdrücke schloß er die Anthologie. Seine letzte literarische Arbeit ist aber seine „Česka čítanka“, d. i. Čechisches Lesebuch (Tabor 1864), ein mit besonderem Hinblicke auf die unteren Classen der deutschen Mittelschulen in Böhmen bearbeitetes Handbuch.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 1010.