BLKÖ:Kaehßmann, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kaempfer, Joseph
Band: 10 (1863), ab Seite: 348. (Quelle)
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Kaehßmann, Joseph (Bildhauer, geb. zu Wien 3. September 1784, gest. zu Fischau 18. Jänner 1856). Auch sein Vater, gleichfalls Joseph, aus Feistritz [349] in Steiermark gebürtig und der noch im Jahre 1823 in Wien lebte, war ein geschickter Bildhauer, der mehrere bedeutendere Denkmäler in Marmor ausgeführt hat, u. a. 1796 das von Pfeiffer in Kupfer gestochene Grabdenkmal des Herrn Mack in Kalksburg bei Wien. Der Sohn erhielt den ersten Unterricht von seinem Vater, bezog dann die kaiserliche Akademie der bildenden Künste zu St. Anna in Wien, gewann mit einem „Herkuleskopfe“ den Gundel’schen Preis, durch mehrere gelungene Nachbildungen vorzüglicher Antiken die silberne Medaille und durch eine runde Gruppe: „Alexander das Orakel von Delphi befragend“, die goldene. Im Jahre 1823 begab er sich als kaiserlicher Pensionär nach Rom, von wo er mehrere seiner Arbeiten in die Ausstellungen schickte. Nach seiner Rückkehr wurde er mit dem Titel eines Professors Corrector in der Bildhauerschule an der Wiener Akademie der bildenden Künste und kaiserlicher Rath, auch hat ihn im Jahre 1844 die Akademie in Florenz zu ihrem Mitgliede ernannt. Von seinen Arbeiten sind anzuführen: „Den Königshelden der Ilias und Odyssee springt das Loos zum Kampfe wider Troja aus dem Helme“, Basrelief im Badhause zu Meidling bei Wien; – „Perseus hält dem zu seinen Füssen sich krümmenden Phineus das Haupt der Medusa vor“, bezeichnet: Jos. Kaehßmann, von. Wien, MDCCCXV. Gruppe aus Gyps in Lebensgröße; – „Jason über dem getödteten Drachen stehend“, mit der Linken erhebt er das goldene Vließ triumphirend in die Lüfte, mit der Rechten hält er Medea umfaßt, welche den Giftbecher in einer Hand hält, mit der andern aber auf das Unthier deutet; bezeichnet: Jos. Kaehßmann, fec. Romae. MDCCCXIX. Gruppe aus carrarischem Marmor; dieses und das vorige befinden sich in der k. Belvedere-Gallerie; – „Der Genius der Gesundheit“; – eine „weibliche Figur“ über 9 Schuh hoch; – ein „Neptun“, an einer Cascade liegend, welcher aufrecht wohl an 15 Schuh haben würde, die genannten drei Objecte im gräflich Batthyany’schen Palaste zu Kis-Bér; – „Die vier Elemente“, in den Statuen der Vesta, Juno, Cybele und einer Dryade; – „Die vier Tageszeiten“, in den Statuen der Aurora, des Apollo, Hesperus und der Diana dargestellt, Gypsmodelle; – Die Frontons am Laurenzergebäude in Wien; – „Merkur“; – „Psyche“, beide in Lebensgröße; – „Amor“, kleine Statue; – die Kanzel in der St. Michaelskirche in Wien, 1819 ausgeführt; – ebenda auch „Das heilige Grab“, das den Act vorstellt, wie Joseph von Arimathäa und Nikodemus den entseelten heiligen Leib zu Grabe tragen; – „Hebe mit dem Adler“, und außerdem viele Gruppen und einzelne Figuren in Palästen und Gärten des ungarischen Adels. K. starb nach längerem Leiden im Alter von 72 Jahren. Kaehßmann’s Arbeiten beurkunden ein ungewöhnliches Talent. Kräftige Gestalten gelangen ihm übrigens besser als zarte. Aber seine Form ist edel, seine Gruppen sind glücklich gestellt, in der Wahl seiner Objecte verräth er Geschick und alle seine Werke bezeugen den denkenden phantasievollen Künstler.

Erscheint auch hie und da als Khäsmann und Käsmann; in obiger Weise, Kähßmann, zeichnete er sich selbst auf seinen Monumenten. – Kunst-Blatt (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1844, S. 28; 1845, S. 220. – (Hormayr’s) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst (Wien, 4°.) Jahrgang XIV (1823), Nr. 54, S. 290. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1838, Fleischmann, 8°.) Bd. VI, S. 517. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Beck, 8°.) S. 13, 45, 56, 63, 368. [350]Austria. Oesterreichischer Universal-Kalender (Wien, Ign. Klang, gr. 8°.) XVIII. Jahrg. (1857), S. 374. – Gratzer Zeitung 1856, Abendblatt Nr. 21.