BLKÖ:Kautsch, Ignaz Freiherr

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kauschke, Joseph
Nächster>>>
Kautsch, Ignaz
Band: 11 (1864), ab Seite: 88. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kautsch, Ignaz Freiherr|11|88|}}

Kautsch, Ignaz Freiherr (Oberstlieutenant in der Arcièren-Leibgarde, Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Czaslau in Böhmen 1715, gest. zu Wien 24. October 1769). Von adeliger Herkunst, Sohn eines k. k. Majors, der während einer 54jährigen militärischen Laufbahn den Feldzügen seiner Zeit beigewohnt. Der Sohn trat, 19 Jahre alt, bei dem Carabiner-Regimente Zeschwitz, jetzt Kaiser-Kürassiere Nr. 1, in die kaiserliche Armee; während des österreichischen Successionskrieges rückte er zum Officier vor und wurde 1752 Rittmeister. Mit dem Regimente focht er im siebenjährigen Kriege und zeichnete sich insbesondere in der Schlacht bei Torgau (3. November 1760) aus. Während der Schlacht wurde K. mit einer Abtheilung Carabiniers und einer zweiten Portugal-Kürassiere von dem General d’Ayasassa [Bd. I, S. 98] entsendet, um die [89] Flanke der Grenadiere zu decken. Kaum hatte sich K. in Bewegung gesetzt, um seinen Posten einzunehmen, als schon ein preußisches Kürassier-Regiment herangesprengt kam, um in die kaiserliche Infanterie einzuhauen. Kautsch stellte sich nunmehr demselben entgegen, griff es in der Flanke und mit solcher Entschiedenheit an, daß es zu weichen begann. Drei Standarten hatte K. dem Feinde abgenommen. Noch am nämlichen Tage griff K. eine feindliche Infanterie-Abtheilung an, brachte sie in Unordnung und befreite nicht nur den größten Theil des Infanterie-Regiments Karl Colloredo Nr. 40, dessen Mannschaft als Kriegsgefangene escortirt wurde, sondern machte selbst eine große Anzahl Feinde zu Gefangenen. Für seine Waffenthaten wurde K. im 6. Capitel (vom 22. December 1761) mit dem Ritterkreuze der Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. Die zahlreichen, im Felde erhaltenen Wunden nöthigten ihn den activen Felddienst zu verlassen und er wurde am 1. Jänner 1764 mit dem Oberstlieutenant-Charakter in der Arcièren-Leibgarde eingetheilt. Am 21. Jänner d. J. wurde er auch in den Freiherrnstand erhoben, aber schon 5 Jahre später starb er im Alter von 54 Jahren.

Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, gr. 8°.) S. 122 und 1729. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 500. – Freiherrnstands-Diplom vom 21. Jänner 1764. – Wappen. In silbernem Felde ein mit seinen Sachsen zur Rechten gekehrter quer, oben schwarz und unten roth, abgetheilter Adlerflügel. Den Schild bedeckt die Freiherrnkrone, auf welcher drei gekrönte Turnierhelme ruhen. Auf der Krone des rechten Helmes flattern drei, eine silberne zwischen zwei rothen, Straußenfedern; die Krone des mittleren trägt zwei mit ihren Sachsen einwärts gekehrte schwarze Adlerflügel; jene des linken einen mit einem rothen Adlerflügel beladenen goldenen Löwen, mit offenem Rachen, der in der vorgeworfenen rechten Pranke einen bloßen Degen vor sich hält. Die Helmdecken sind rechts schwarz, links roth, zu beiden Seiten mit Silber belegt. –