BLKÖ:Kníže, auch Knjze, Franz Max

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Knoblecher, Ignaz
Band: 12 (1864), ab Seite: 154. (Quelle)
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Kníže, auch Knjze, Franz Max (Tonsetzer, geb. in Böhmen). Zeitgenoß. Lebte zu Prag, wo er Chordirector in der Kirche St. Gallus war. Seine Thätigkeit fällt in die erste Hälfte des laufenden Jahrhunderts, in welchem er auch starb. Ueber seinen Geburtsort und Bildungsgang ist nichts Näheres bekannt, daß er aber einer der ausgezeichnetsten Pfleger des čechischen Liedes in volksthümlichem Geiste gewesen, beweisen seine Compositionen. Die Zahl derselben, meist Lieder, ist nicht groß und die der im Drucke erschienenen beschränkt sich gar nur auf Opus 18 und 21, von denen ersteres 5, letzteres 3 Lieder enthält. Es sind Compositionen zu Liedern von Hanka, Hukal, Štepniček, welche in den Volksmund übergegangen sind, und wie das reizende Liedchen: „Když měsíček spanile svítil“, d. i. Als der holde Mond geschienen, von Alt und Jung in Böhmen gesungen werden. Noch sind zwei Compositionen, ein Lied von Hanka: „Žalost a odchod“, d. i. Schmerz und Abschied, und eine Ballade „Bretislav“, jede besonders, erstere bei Marco Berra, letztere bei Johann Hoffmann in Prag im Drucke erschienen. Auch eine Pastoral-Messe, im leichten Style gehalten und durchweht von jenem Geiste volksthümlicher Melodie, die allen Arbeiten dieses Tonsetzers eigen, hat Kníže componirt. Schilling’s musikalisches Europa – die anderen Musik-Lexikographen kennen ihn gar nicht – meldet von K. nur, daß er auch Guitarre-Virtuos war. In der That hat er auch eine „Vollständige Guitarre-Schule oder leichtfasslicher Unterricht, dieses Instrument gründlich spielen zu lernen“ in zwei Theilen (Prag 1820, Enders), durch den Druck veröffentlicht.

Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 190. – Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 723.