BLKÖ:Kobler von Ehrensorg, Peter

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 12 (1864), ab Seite: 177. (Quelle)
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Kobler von Ehrensorg, Peter (k. k. Kammermaler, lebte im 18. Jahrhunderte). Ueber die Lebensumstände dieses Künstlers ist nichts Näheres bekannt. Jedenfalls muß er eine nicht gewöhnliche Geschicklichkeit besessen haben, da er erstens kaiserl. Kammermaler und zu diesem Amte bereits im Jahre 1747 bestellt worden war; dann aber, weil er seiner Kunstfertigkeit wegen von der Kaiserin Maria Theresia im Jahre 1760 mit dem Adel begnadet wurde, denn in seinem Diplome heißt es ausdrücklich: „von seiner durch viele Jahre in der Mahler-Kunst erworbenen besonderen Geschicklichkeit, Erfahrenheit und Vortreflichkeit“, ferner daß er „in mehrfältiger, kunstreicher Abschilderung Unserer, des Kaysers, Unseres geliebtesten Herrn Ehgemahls Maj., und Unserer Königl. und Erzherzogl. Famille-Porträts zu Unserer höchsten Zufriedenheit lobwürdige Proben abgelegt“, endlich daß er „sich in seiner Kunst in einem solch ausnehmenden Grad hervorzuthun beflissen, daß Wir aus besonderer mildesten Bewegung, auf das von ihm verfertigte Porträt Seiner des Kaysers, Unseres Herrn Ehegemahls Maj. und Liebden, zur auserordentlichen Belohnung seiner löblichen Bemühung die Erhebung in den Adelstand in Gnaden aufzusetzen veranlaßt worden seyen“. Bei seiner Erhebung in den Adelstand erhielt K. das Prädicat von Ehrensorg. Auch die Preise seiner Bilder, welche uns Schlager in den unten genannten „Materialien“ namhaft macht, sprechen für eine nicht gemeine Kunstfertigkeit. So heißt es dort: „Johann Peter Kobler, k. k. Kammermaler, erhielt 1750 für das Porträt Erzh. Karl 30 Ducaten, für jenes der Kaiserin Maria Theresia 60 Ducaten, für 2 Porträt-Bruststücke „Beeder k. Majestäten“ 32 Ducaten, für ein Porträt Erzh. Leopold’s in Lebensgröße, mit seinem Regiment, 60 Ducaten, 1751 für das Bild K. Karl’s VI. in Lebensgröße 30 Ducaten, für Beede k. k. Majestäten in Lebensgröße vor jedes 60 Ducaten, wovon eines nach Preßburg gekommen, 1753 für das Porträt Beeder k. Majestäten in Lebensgröße, welche dem k. k. Hofrath und geheimen Staatssecretär Johann Christoph Freiherrn von Bartenstein allermildreichst behendigt worden, 120 Ducaten, 1774 für das Porträt Beeder Majestäten und Joseph’s 206 fl., 1756 für 2 Porträt in Lebensgröße, dem geheimen Kammerzahlmeister Dien geschenkt, 120 Ducaten.“ Noch ist von Kobler bekannt, daß er im Jahre 1757 von dem Bischofe von Constanz mit dem Titel eines fürstlichen Rathes ausgezeichnet worden sei. Bemerkenswerth ist, daß, obgleich er denn doch kein ungewöhnlicher Künstler gewesen, nichtsdestoweniger kein Künstler-Lexikon seiner gedenkt. Nicht Meusel, nicht Nagler, nicht Müller-Klunzinger kennen ihn, und selbst Tschischka, der die Namen der vaterländischen Künstler sorgfältig gesammelt, führt ihn in seinem Verzeichnisse nicht auf.

Adelstands-Diplom vom 20. September 1760. – Archiv für die Kunde österreichischer Geschichtsquellen, herausgegeben von der kaiserl. Akademie der Wissenschaften (Wien, gr. 8°.) Bd. V, S. 736, in Joh. Ev. Schlager’s [178] „Materialien zur österreichischen Kunstgeschichte“. – Wappen. Ein schrägrechts getheilter Schild. Im vorderen blauen Felde ein sechseckiger goldener Stern; im hinteren rothen Felde eine einwärts hervorgestreckte Hand, eine zum Zeichnen gerichtete Reißfeder haltend. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgekehrter goldgekrönter Turnierhelm, auf dessen Krone ein zur Rechten schauender gekrönter schwarzer Adler mit aufgesperrtem Schnabel, rothausgeschlagener Zunge, ausgebreiteten Flügeln sich erhebt. Auf der Brust trägt der Adler an goldener Kette ein goldenes Porträt. Die Helmdecken sind rechts blau mit Gold, links roth mit Silber belegt.