BLKÖ:Kolbány, Paul

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Kolb, Tobias Martin
Nächster>>>
Kolbe, Anton
Band: 12 (1864), ab Seite: 312. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 1013791746, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Kolbány, Paul|12|312|}}

Kolbány, Paul (Arzt, Geburtsjahr unbekannt, gest. zu Preßburg 16. April 1816). Ueber das Leben dieses Mannes ist nichts Näheres bekannt, als daß er nach beendeten medicinischen Studien zu Preßburg die ärztliche Praxis ausübte. Er war Naturforscher, beschäftigte sich mit Forschungen über die Gifte und Giftpflanzen, trat für die Heilsamkeit des Wassers in schweren Krankheiten auf, veröffentlichte mehrere Werke und war Mitglied der naturforschenden Gesellschaft zu Halle. Seine Schriften sind: „Ungarische Giftpflanzen zur Verhütung tragischer Vorfälle in Haushaltungen“ (Preßburg 1791, Mahler, gr. 8°., mit 8 illum. K. K.); – „Abhandlungen über die herrschenden Gifte in der Küche“ (Wien 1793, Al. Doll, 8°.); – „Versuche und Beobachtungen über die Wirksamkeit der thierischen Gelatina zur Heilung intermittirender Fieber“ (Preßburg 1805, 8°.); – „Giftgeschichte des Thier-, Pflanzen- und Mineralreichs nebst den Gegengiften“ (Wien 1798, gr. 8°., neue Aufl. 1807); – Einleitung zu einer vollständigen Abhandlung über die Kuhpocken, das wahre Schutzmittel gegen Blattern-Ansteckung“ (Preßburg 1802, 8°.); – „Beobachtungen über den Nutzen des lauen und kalten Wassers im Scharlachfieber“, 2 Stücke (Preßburg 1808, Belnay, gr. 8°.); – „Bemerkungen über den ansteckenden Typhus, der im Jahre 1809–180 in Pressburg herrschte. Ueber die Wirkungen des kalten und warmen Wassers als eines Heilmittels im Fieber und in anderen Krankheiten“ (Preßburg 1811, 8°.). Die Benützung des Wassers als eines Heilmittels in gefährlichen Krankheiten, namentlich die Uebergießungen, von ihm in Preßburg beim Scharlachfieber zuerst und mit Erfolg versucht, wurden von K. in der Praxis und durch obige Schriften wesentlich gefördert.

Ballus (Paul von), Preßburg und seine Umgebungen (Preßburg 1823, A. Schwaiger und J. Landes. 8°.) S. 183. – Hirschel (Bernhard Dr.), Compendium der Geschichte der Medicin von den Urzeiten bis auf die Gegenwart. Mit besonderer Berücksichtigung der Neuzeit und der Wiener Schule (Wien 1862, Braumüller, gr. 8°.) S. 308 u. 527. – Kanitz (August), Geschichte der Botanik in Ungarn. Gedruckt in 70 Exemplaren (Hannover 1864, 12°.) S. 46.