BLKÖ:Koprziwa, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Koppi, Karl
Band: 12 (1864), ab Seite: 445. (Quelle)
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Koprziwa, Karl (Tonsetzer, geb. zu Zitolib 9. Februar 1766, gest. ebenda 16. Mai 1785). Schon sein Vater Wenzel (geb. 8. Februar 1708), gewöhnlich Urtica genannt, war ein guter Organist und Tonsetzer, der viele Jahre in Prag gelebt, dann einen Ruf nach Zitolib als Rector und Organist erhielt, den er auch annahm und dort viele Jahre in dieser Eigenschaft lebte. Er war ein fleißiger Componist und schrieb Messen, Gradualien, Offertorien, Vespern, Litaneien und Arien, welche in Handschriften in den Kirchenchören zu Podiebrad, Raudnitz, Bidczow und in der Servitenkirche St. Michel in der Altstadt Prags zu finden sind. Auf seinen [446] Compositionen nannte er sich Urtica, welchen Namen aber schon im 16. Jahrhundert ein trefflicher Sänger und Organist zu Strakonitz in Böhmen, Johann Urtica (gest. an der Pest 29. August 1599) führte. Wann Wenzel starb, ist nicht bekannt, im Jahre 1787 war er noch am Leben, jedoch möchte das Jahr 1790 als sein Todesjahr anzunehmen sein, weil in diesem Jahre sein zweiter Sohn Johann als Organist in Zitolib erscheint. – Sein obgenannter Sohn Karl war ein Schüler Segert’s und ebenfalls ein ausgezeichneter Organist, der aber zu Zitolib, wohin er sich, nachdem seine Ausbildung bei Segert beendet war, zu seinem alten Vater begeben hatte, in jungen Jahren, erst 29 Jahre alt, starb. Er hat mehrere tüchtige Schüler gebildet und Einiges geschrieben, und zwar außer vielen Fugen und Präludien 7 große Messen, 3 Offertorien, 3 Arien, 12 Symphonien und 8 Concerte für die Orgel. – Sein Bruder Johann, der sein Schüler war, lebte seit 1790 als Organist zu Zitolib.

Dlabacz (Gottfr. Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, G. Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 107. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 304. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1837, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 646. – Gerber (Ernst Ludwig), Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, A. Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 95. –