BLKÖ:Krähmer, J. Ernst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kracker, Johann Lucas
Band: 13 (1865), ab Seite: 97. (Quelle)
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Krähmer, J. Ernst (k. k. Hof- und Kammermusikus, Virtuos auf der Oboe, geb. zu Dresden 30. März 1795, gest. zu Wien 16. Jänner 1837). Seine Geschicklichkeit auf der Oboe veranlaßte. als er erst 20 Jahre alt war, seine Berufung in das Orchester des k. k. Hoftheaters. Am 1. Februar 1815 trat er daselbst in Engagement und erhielt nach 7jähriger ausgezeichneter Dienstleistung im September 1822 die Anstellung als k. k. Hof- und Kammermusikus. Nachdem er sich noch im nämlichen Jahre mit der berühmten Clarinettspielerin Karoline Schleicher [siehe weiter unten] vermält, machte er mit ihr vereint mehrere von künstlerischen und materiellen Erfolgen begleitete Kunstreisen. Krähmer galt zu seiner Zeit als einer der ersten Oboisten. Er hat auch für sein Instrument mehreres geschrieben, was jedoch ungedruckt geblieben ist. Hingegen sind mehrere seiner Compositionen für das Csakan – auch ein Blasinstrument, das dritthalb Octaven im Umfange hat – im Stiche erschienen. Dieses Instrument selbst ist durch Angabe K.’s, der es auch mit Meisterschaft spielte, wesentlich vervollkommnet worden. – Seine Frau Karoline (geb. zu Stockach bei Constanz am Bodensee 17. December 1794) ist eine geborne Schleicher und gehört einer bekannten Künstlerfamilie an. Ihr Vater, Mitglied der k. württembergischen Hofcapelle in Stuttgart, war ein gründlicher Musiker und Meister auf dem Fagott. Auch Karoline erhielt einen trefflichen Musikunterricht und wurde Meisterin auf zwei heterogenen Instrumenten, auf der Violine und Clarinette. Nach ihres Vaters (1819 zu Pforzheim erfolgten) Tode gab sie das Unterrichtertheilen, welches sie bis dahin betrieb, auf, machte Kunstreisen, ließ sich in den größeren Städten Deutschlands auf beiden Instrumenten hören und gefiel sehr. Im J. 1822 traf sie in Wien ein, wo sie in einem Hofconcerte mit großem Beifalle auftrat. Bei dieser Gelegenheit lernte sie den Hof- und Kammermusikus Krähmer kennen, der ihr alsbald seine Hand antrug. Sie nahm den Antrag an, wenn beide Theile nach halbjähriger Trennung noch dieselben Gesinnungen hegen würden, und in der That nach ihrer Rückkehr von einer sechsmonatlichen Kunstreise in Süddeutschland fand die Heirath Statt. Nun machte das Künstlerpaar vereint Kunstreisen und dehnte dieselben nach Rußland aus. Seit 1837 Witwe, ertheilte sie Unterricht auf dem Piano.

Conversationsblatt. Zeitschrift für wissenschaftliche Unterhaltung. Redigirt von Gräffer (Wien, Gerold, gr. 8°.) III. Jahrgang (1821), Bd. I, S. 263. – Schilling (G. Dr.), Das musikalische Europa (Speyer 1842, F. C. Neidhard, gr. 8°.) S. 194. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 506. – Oesterreichische Revue (Wien, Gerold, gr. 8°.) II. Jahrg. (1864), Bd. V, S. 172 [im Aufsatze des Professors Hanslik: „Zur Geschichte des Concertwesens in Wien“].