BLKÖ:Kratochvíle, Johann Adalbert

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 13 (1865), ab Seite: 142. (Quelle)
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Außer Obigem sind noch mehrere Personen desselben Namens – nur der eine und andere mit abweichender Schreibart, als Kratochwill, Kratochvil, Kratochvile – bemerkenswerth, und zwar:

1. Johann Adalbert Kratochvíle (geb. zu Prag im Jahre 1670, Todesjahr unbekannt). Studirte in Prag, widmete sich dann der Malerkunst, ging in die Fremde und lernte auf seinen Wanderungen eine eigene Art Malerei, zu jener Zeit unter dem Namen der indischen bekannt, kennen, in welcher er sich so ausbildete, daß er sie bei Bildern auf Leinwand und Holz mit gleicher Meisterschaft anwendete und sich einen nicht unbedeutenden Ruf erwarb. Im Jahre 1690 – damals zählte K. [143] erst 20 Jahre – berief ihn Ludwig Markgraf von Baden an seinen Hof, an welchem er bis zu dem 1707 erfolgten Tode des Markgrafen, also durch volle 17 Jahre, beschäftigt gewesen und nun erst mit den rühmlichsten Zeugnissen aus dem Dienste trat. Dann arbeitete er am Hofe der Herzogs von Württemberg und an jenen einiger anderen deutschen Fürsten. Im J. 1709 berief ihn August II. nach Dresden, um mehreres für die Schauspiele und Turniere, die damals an diesem prachtliebenden Hofe stattfinden sollten, auszuführen. Auch am kaiserlichen Hofe wurde er zu jener Zeit mit Arbeiten beauftragt. Als er von seiner Rückkehr aus Dresden sich in Prag niederlassen und daselbst seine Kunst ausüben wollte, verweigerten ihm alle drei zu jener Zeit in Prag befindlichen Malerzünfte den Aufenthalt. Aber im Jahre 1710 gelang es ihm, von Kaiser Karl VI. die Gnade zu erwirken, daß er sich in Prag niederlassen und die Malerkunst überhaupt, wie die sogenannte indische Malerei insbesondere, ungehindert durch zehn Jahre und letztere allein ausüben dürfe. K. ließ sich nun auf der Kleinseite in Prag in der Nähe von Ujezd nieder und übte seine Kunst, nachdem ihm sein Privilegium verlängert worden, länger als zehn Jahre aus. Sein Todesjahr ist unbekannt. – Auch in der Gegenwart lebt in Böhmen ein noch junger Künstler des Namens Kratochwil, von dem im Jahre 1855 in der Ausstellung der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde (unter Nr. 336) eine in Oel gemalte Landschaft: „Sommerabend“ (200 fl.), ausgestellt gewesen. [Dlabacz (Gottfried Johann), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Gottlieb Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 128. Dlabacz nennt K. einen k. k. Hofmaler. – Slovník naučný, wie oben, Bd. IV, S. 971. – Pamatky archaeologické[WS 1], Bd. IV, S. 33.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: archaelogické.