BLKÖ:Krman, Daniel

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Krizmanić, Iván
Nächster>>>
Krmpotić
Band: 13 (1865), ab Seite: 238. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 121302822, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Krman, Daniel|13|238|}}

Krman, Daniel (protestantischer Theolog, geb. zu Mozena in Ungarn im Jahre 1663, gest. 17. September 1740). Schon Vater und Großvater waren protestantische Prediger in Ungarn. Daniel erblickte in schwerer Zeit das Licht der Welt, als nämlich seine Mutter vor den eindringenden Türken sich eben auf der Flucht befand. Die Schulen besuchte er zu Sobotischt, Illava, Trencsin und Divek. Dann ging er in’s Ausland, und zwar zuerst nach Breslau, von dort nach Wittenberg, und wurde nach seiner Rückkehr in’s Vaterland Rector zu Illava. Im Jahre 1684 kam er als Rector nach Mossocz in der Thuroczer Gespanschaft und im Jahre 1686 an seines Vaters Stelle nach Thuropola als Prediger. Im Jahre 1705 folgte er einem Rufe der Gemeinde zu Silein in gleicher Eigenschaft und wurde schon im folgenden Jahre zum Superintendenten gewählt. Von Silein wurde er im Jahre 1711 vertrieben, aber bald darauf als Prediger nach Miawa berufen. Die strenge Kirchenzucht, auf welche K. hielt, hatte ihm unter seinen Glaubensgenossen wenig Freunde gemacht, und bei den damaligen Verfolgungen der Evangelischen hatte er manche Unbilden, ja selbst mehrjährige Kerkerhaft auszustehen, in welcher er auch zuletzt auf dem Schlosse Preßburg – nachdem er wegen einer Teufelsaustreibung im Jahre 1729 zu lebenslänglicher Haft war verurtheilt worden – standhaft und seinem Glauben treu, im Alter von 77 Jahren starb. K. hat mehrere Leichen-, Festreden und Andachtsschriften herausgegeben, welche Klein alle aufzählt; literarisch und sprachlich wichtig sind aber seine „Agenda Slavica oder Kirchenbuch für böhmische Gemeinen“ (1734, 4°.), durch den Superintendenten Georg Ambrosius veröffentlicht; und seine in Gemeinschaft mit Mathias Bel [Bd. I, S. 235] ausgeführte böhmische Bibel-Uebersetzung. Bis dahin besaßen die Slaven in Ungarn keine eigene Bibel; sie bedienten sich meistens auswärtiger, und der zu Kralitz in Mähren von acht böhmischen Brüdern ausgeführten, auf Kosten des Freiherrn Johann von Zierotin 1593 herausgegebenen Uebersetzung. Da diese aber schon sehr selten wurde, so gingen Krman und Bel an’s Werk und vollendeten für ihre Landsleute in Ungarn eine besondere Uebersetzung, welcher sie die böhmische von Sam. Adam a Weleslawin 1613 in Prag gedruckte zu Grunde legten und welche dann auf Kosten Heinrich Erdmann’s Grafen Henkel von Donnersmark im Jahre 1722 zu Halle im Waisenhause (gr. 8°.) gedruckt wurde. Diese Uebersetzung wird als eine sehr gute bezeichnet. Außerdem hinterließ K. viele Handschriften, welche in der ungarischen Bibliothek zu Wittenberg [239] aufbewahrt werden und von denen bemerkenswerth ist seine „Historia Hungariae ecclesiastico-scholastica“. Auch hat K. mehrere kirchliche Lieder aus dem Deutschen in’s Slavische übersetzt.

Krman erscheint auch hie und da als Kermann; doch ist die obige Schreibart (ohne e) die von ihm selbst beobachtete. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, Loewe, 8°.) Tom. II, p. 336. – Klein (Johann Samuel), Nachrichten von den Lebensumständen und Schriften evangelischer Prediger in allen Gemeinen des Königreichs Ungarn (Leipzig und Ofen 1789, Diepold und Lindaum, 8°.) Bd. II, S. 299 bis 323 [nach diesem gest. 17. September 1740]. – Wallaszky (Paul), Conspectus reipublicae litterariae in Hungaria etc. etc. (Posonii et Lipsiae 1785, Ant. Löwe, 8°.) p. 213, in der Anmerkung [nach diesem gest. 7. September 1740].