BLKÖ:Kuik, Ignaz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Kuković, Joseph
Band: 13 (1865), ab Seite: 348. (Quelle)
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Kuik, Ignaz (lateinischer Poet und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Güns in Ungarn 28. December 1741, gest. zu Zwischenbrücken bei Wien 25. Mai 1833). Trat zu Güns im Alter von 19 Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu und als dieser aufgehoben wurde, zur Weltgeistlichkeit über. Der damalige Cardinal und Erzbischof von Wien schickte ihn nach Frankreich, um sich dort mit den Einrichtungen und Zuständen der geistlichen Seminarien bekannt zu machen. Nach seiner Rückkehr begab er sich nach Polen und Weißrußland, wo sein Orden ein ziemlich unbemerktes Dasein fristete; als ihm aber das dortige Klima wenig zusagte, kehrte er nach Oesterreich zurück, widmete sich der Seelsorge, wurde Pfarrer zu Achau, einem Städtchen in Niederösterreich, dann kaiserlicher Beneficiat zu Zwischenbrücken an der Donau bei Wien, wo er im hohen Alter von 92 Jahren, im 73. seiner Priesterschaft, entschlief. Seine Schriften sind außer einigen Gelegenheitsgedichten in lateinischer Sprache, darunter an die Kaiserin Katharina und den Kaiser Paul von Rußland: „De lapsu Napoleonis Bonaparte seu Epicedion Jacobinismi“ (Posonii 1816 et 1817, 8°.), ein episches Gedicht von über Tausend Versen; – „Abhandlung über die älteste sich vorfindende Urkunde von der Beichte“ u. s. w. (Wien 1818, 8°.); – „Sion et Pindus. Carmina diversi generis sacra mixta profanis“, Partes duo (Viennae 1823 et 1828, 8°.); – „Horus relegatus seu Apologia pro veritate Christianismi, quem Author quidam anonymus sub Hori nomine astronomicis, astrologicis et mythologicis antiquorum fabellis subruere conatus est“, Partes duo (ebd. 1828, Grund, 8°.), diese Schrift Kuik’s ist gegen ein vier Jahrzehnde früher von Christ. E. Wünsch anonym unter dem Titel: „Horus oder astrognostisches Endurtheil über die Offenbarung Johannis und über die Weissagungen auf den Messias u. s. w. Mit einem Anhange von Europens neuer Aufklärung“ (Ebeneger 1783, gr. 8°.) erschienenes Werk gerichtet; – „Historia rerum in Ecclesia gestarum a tempore Imperatoris Constantini M. ad Basilicum Macedon. Orientis Imperatorem“, Partes quatuor (Viennae 1828), in dieser nur sechs Jahrzehnde, die Zeit von 813 bis 878 umfassenden Geschichte der christlichen Kirche, vergleicht K. ihre Begebenheiten mit den prophetischen Visionen der Apokalypse des H. Johannes und sucht mit den Ergebnissen dieser Parallelen die Glaubenden zu stärken, die Ungläubigen aber zu bekehren.

Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 198.