BLKÖ:Löpper, Franz Ritter von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 397. (Quelle)
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Löpper, Franz Ritter von (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Freiburg im Großherzogthume Baden im Jahre 1741, gest. zu St. Pölten in Niederösterreich 12. Februar 1801). Trat bei Beginn des siebenjährigen Krieges als Freiwilliger in das Infanterie-Regiment Nr. 40, damals Colloredo, und machte mit demselben die Feldzüge der Jahre 1757 und 1758 mit. Bei Errichtung der Loudon’schen Grenadier-Bataillone kam L. in eines derselben als Lieutenant, focht bei Kunersdorf (12. August 1759), wo er verwundet wurde, bei Landshut (23. Juni 1760) und bei Liegnitz (15. August d. J.). Nach der Auflösung dieser Bataillone wurde L. in das 51. Infanterie-Regiment eingetheilt, im Jahre 1771 aber unter gleichzeitiger Beförderung zum Rittmeister in das 3. Huszaren-Regiment übersetzt, in welchem er innerhalb 26 Jahren, von Stufe zu Stufe vorrückend, zum Obersten ernannt wurde. In der Zwischenzeit machte L. die verschiedenen Feldzüge und Kriege jener bewegten Periode mit. Im bayerischen Erbfolgekriege (1778 und 1779) focht er als Huszaren-Rittmeister mit, im französischen Revolutionskriege (1792 bis 1797) als Major und stand damals bei der Armee in den Niederlanden, wo er mit seiner Division mehrere Recognoscirungen mit gutem Erfolge ausführte. In einem Gefechte aber, in der Gegend von Bussigny, erkämpfte er sich durch seine Umsicht und Herzhaftigkeit das Ritterkreuz des Maria Theresien-Ordens. Die Avantgarde der Colonne des Herzogs von York war am 17. April 1794 aus dem Lager bei Cateau aufgebrochen. Den rechten Flügel befehligte Oberst Vay; die Unterstützung, aus drei Grenadier-Bataillonen der Brigade Petrasch bestehend, folgte. In der Ebene zwischen Ceauffort und St. Soupplet zeigten sich mit einem Male am Saume des Waldes von La Haye Mandresse feindliche Plänkler und bald darauf eine starke Abtheilung von Chasseurs zu Fuß, welche unter dem Schutze eines lebhaften Kanonenfeuers sich unserer Avantgarde entgegenstellten und sie im weiteren Vorrücken aufhielten. Da faßte der bei der Avantgarde eben anwesende Feldmarschall-Lieutenant Otto den Entschluß, den Feind durch das Thal von St. Martin und Moulins rechts zu umgehen, ihm dann in den Rücken zu fallen und ihn durch einen Angriff von allen Seiten aus seiner Stellung zu werfen. Zur Ausführung dieser Disposition mußte die rechte Flanke der Unseren gedeckt und der Feind in seinen Bewegungen bei Bussigny und gegen Ceauffort zu beobachtet bleiben. Den Befehl, diese Disposition auszuführen, erhielt Major Löpper, dem zu diesem Zwecke drei Schwadronen seiner Huszaren und eine Schwadron leichter englischer Dragoner zugewiesen wurden. Indessen spielte von beiden Seiten das Geschütz. Die Franzosen rückten nun gegen unseren rechten Flügel, da sie keine Truppen der Unseren sahen, und denselben unvertheidigt wähnten, immer mehr und mehr vor, ja die feindlichen Chasseurs mit etwas Cavallerie waren bereits bis gegen Ceauffort vorgedrungen und versuchten es, die Unseren im Rücken zu fassen. Der bei Ceauffort aufgestellte Rittmeister Vlasits ließ aber den Chasseurs nicht Zeit zur Ausführung dieser Absicht, sondern warf sich sofort auf sie, hieb in [398] ihre Abtheilungen wacker ein und trieb sie gegen Bussigni zurück. Aber auch Löpper eilte mit vier Flügeln seiner Division dem Rittmeister Vlasits zur Unterstützung herbei und trieb die Chasseurs zurück, sie bis in den Wald hinein verfolgend. Während diesen Gefechten näherte sich die Umgehungs-Colonne. Löpper, diese gewahr werdend, stand nun von der weiteren Verfolgung im Walde ab, gab aber Befehl zum Einhauen auf die bei dem Dorfe Bussigny aufgestellten feindlichen Abtheilungen und führte diesen Angriff mit solcher Schnelligkeit aus, daß die Franzosen gar keine Zeit mehr hatten, ihre Geschütze in die Batterie von Bussigny einzuführen und in rascher Flucht durch das Dorf nach Bocain ihr Heil suchten. Nun verfolgte Löpper mit einer Abtheilung seiner Huszaren die Franzosen durch das Dorf, warf sie ganz aus demselben hinaus und nahm ihnen das ganze dort befindliche Geschütz, 8 Kanonen, 1 Haubitze und 6 Geschützkarren nebst der Bespannung von 25 Pferden ab. Unsere Colonne, der nun die Bahn frei gemacht worden, setzte unaufgehalten ihren Marsch fort. Löpper wurde für seine wackere Waffenthat in der 42. Promotion (vom 11. Mai 1796) mit dem Ritterkreuze geschmückt. Im Jahre 1799 stand L., der im Jahre 1797 Oberst geworden, mit seinem Regimente am Rhein, wurde im October 1800 General-Major, erhielt eine Brigade bei der Armee in Deutschland und commandirte die Avantgarde. Noch focht er die Schlacht bei Hohenlinden (3. December 1800) und bestand bei dem Rückzuge als Commandant der Arrièregarde mehrere hitzige Gefechte, in deren Einem bei Frankenmarkt (am 18. December) er gefangen wurde. Im folgenden Jahre schon starb er in St. Pölten im Alter von 60 Jahren, nachdem er 45 Jahre in kriegbewegten Zeiten tapfer und muthvoll im kaiserlichen Heere gedient.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 471 u. 1738. –