BLKÖ:Löw von Löwenberg, Leonhard

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Löw, Leopold Xaver
Band: 15 (1866), ab Seite: 416. (Quelle)
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5. Leonhard Löw von Löwenberg, hieß ursprünglich einfach Löw und war ein berühmter Glockengießer in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts, der anfänglich seine Kunst in Nürnberg ausübte und dort neben Glocken auch Büchsen, Mörser und anderes Schußgeräth für die kais. Armee arbeitete und in Anerkennung seiner Geschicklichkeit im Jahre 1639 von Kaiser Ferdinand III. in den Adelstand mit dem Prädicate von Löwenberg erhoben wurde. Der Kaiser berief ihn auch nach Prag, wo er sich auf dem Hradschin seine Gießerei einrichtete und nun Mörser und Geschütz für die kais. Artillerie und Glocken für mehrere Kirchen Prags goß. – Sein Sohn Nikolaus, zum Unterschiede des folgenden genannt der Aeltere, der schon bei des Vaters Lebzeiten mit demselben gemeinschaftlich arbeitete, setzte nach dessen Tode das Gießereigeschäft fort, war, wie Dlabacz[WS 1] meldet, k. k. Capitän und war wohl als Glocken- und Stückgießer noch berühmter geworden als sein Vater. Nach Dlabacz lebte er „ganz gewiß vom Jahre 1654 bis 1720“, auch zählt dieser nicht weniger denn 22 von ihm für Prager und für Kirchen anderer Ortschaften in Böhmen gegossene Glocken auf. – Dieses Letzteren Sohn, gleichfalls Nikolaus, der Jüngere, war auch Glockengießer, hatte seine Gießerei auf dem Prager Schlosse und arbeitete von 1690 bis 1738. Er goß ebenso wie sein Vater und Großvater Glocken für die Kirchen und Geschütz für die Artillerie. – Derselben Familie gehört auch Johann Jaroslaw Löw von Löwenberg an und ist dieser allem Anscheine nach ein Sohn Leonhard’s und ein Bruder Nikolaus’ des Aelteren. Johann Jaroslaw lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Prag, wo er ein Haus besaß und Schreiber im Archive der Altstadt war. Im Jahre 1660 gab er eine Distanzkarte Prags, auf welcher die Entfernungen der Stadt Prag von anderen Städten und Ortschaften in Böhmen (111 an der Zahl) angegeben sind, heraus, unter dem Titel: „Tabella cosmografica principalium Civitatium et locorum in Regno Bohemia. Neu formirte böhmische Landkarte. „Vnově sformovaná česká Mapa“ u. s. w. u. s. w. [Dlabacz (Gottfr. Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag [417] 1815, G. Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 220–224, über Leonhard und seinen Sohn Nikolaus. – Slovník naučný. Redaktor Dr. F. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. IV, S. 1365, über alle vier Löw: nämlich über beide Leonhard, Nikolaus und Johann Jaroslaw. – Wiener Zeitung 1861, Nr. 274, S. 4330: „Aus Prag“.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Dlabaz.