BLKÖ:Lackner, Christoph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 14 (1865), ab Seite: 9. (Quelle)
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Außer dem obigen ungarischen Dichter sind noch mehrere Personen desselben Namens – jedoch auch mit veränderter Schreibart, nämlich Lackner und Lagkner – bemerkenswerth, und zwar:

1. Christoph Lackner (geb. zu Oedenburg in Ungarn 18. November 1571, gest. 29. December 1631). Sein Vater war Goldschmid in Oedenburg und auch Christoph hatte die Kunst seines Vaters sehr wohl erlernt. Da er aber reich war, übte er die Kunst seines Vaters nur zum Vergnügen und betrieb selbst ernste Studien. Auf einer Reise, auf welcher er einen Baron begleitete, traf er in Klagenfurt mit dem Erzherzoge, nachmaligen Kaiser Ferdinand II. , der incognito reiste, zusammen. L. ließ gar nicht merken, daß er den erlauchten Prinzen erkannt habe, dieser aber fand an dem gesunden Sinne und den praktischen Lebensansichten Lackner’s so viel Gefallen, daß er ihm seine ganze Huld zuwendete und sie ihm, so lange er lebte, bewahrte. So oft später L. Wien besuchte, hatte er freien Zutritt beim Kaiser. Lackner, der in Padua die juridische Doctorwürde erlangt hatte, wurde nach seiner Rückkehr in’s Vaterland Bürgermeister zu Oedenburg und des Kaisers Ferdinand II. geheimer Rath. Als L. kinderlos starb, verschrieb er dem Kaiser sein ganzes Silbergeschirr, das er mit eigenen Händen verfertigt, bestimmte ferner 100.000 fl. zu Stipendien für evangelische Studenten, zur Ausstattung armer Jungfrauen und zu [10] anderen ähnlichen Zwecken, und bat den Kaiser, seine Genehmigung diesen Verfügungen zu ertheilen. Lackner hat auch einige Schriften herausgegeben, welche mitunter selten und von denen einige nicht uninteressant sind. Es sind: „Coronae hungaricae emblematica descriptio cum iconibus“ (Lavingae Suevorum 1615, 4°.); – „Cura regia seu Consultatio paterna amore et caussa gnatarum suscepta et conscripta anno 1615 Sempronii ...“ (Cassoviae 1616, 4°.); – „Quaestiones Justinianeae e Sacratiss. Imperatoris Justiniani Institutionum libris IV nec non aliis adprobatis Jurisperitis ... collectae“ (Francofurti 1617, 4°.); – „Majestatis Hungariae aquila inventa et hieroglyphica ejus interpretatione levissime descripta anno 1617“ (Sempronii 1617, 8°.); – „Electio Trigoniana delegatorum nuntiorum orationibus clara ...“ (Francof. 1617, 8°.); – „Salicetum Semproniense anno 1626 ornatum“ (Viennae, 4°.); – „Galea Martis hoc est bona Militia pro publica salute epitomice conscripta“ (Tubingae 1625, 8°.); – „Oedenburgisches Rathhaus ... mit sinnreichen Gemälden und Sprüchen gezieret ...“ (Preßburg 1670, 4°., mit Ansicht der Stadt Oedenburg; eine zweite Aufgabe ist ohne O. u. J. erschienen, gleichfalls in 4°.). – [Friedel (Joh.), C. Lackneri, Consulis Soproniensis vitae curriculum (Ratisbonae 1714, 4°.). – Horányi (Alex.), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, A. Loewe, 8°.) Tom. II, p. 454. – Czwittinger (David), Specimen Hungariae litteratae etc. (Francf. et Lips. 1711, 4°.) p. 222. – Nagy (Iván), Magyarország családai czimerekkel és nemzékrendi táblákkal, d. i. Die Familien Ungarns mit Wappen und Stammtafeln (Pesth 1860, Moriz Ráth, 8°.) Bd. VII, S. 13.] –