BLKÖ:Leidesdorf, M. J.

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Leidensdorf
Band: 14 (1865), ab Seite: 324. (Quelle)
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Leidesdorf, M. J. (Clavier-Virtuos und Componist, gest. zu Florenz 26. September 1839). L. lebte bis zum Jahre 1827 in Wien, wo er auch eine Musikalienhandlung besaß. Später begab er sich nach Florenz, wo er nach einem mehrjährigen Aufenthalte starb. L. war ein trefflicher Clavierspieler und ein ungemein fruchtbarer Componist. Dem Herausgeber ist ein Opus mit der Nummer 166: „Variations. Thème d’il Pirata de Bellini“ bekannt. Uebrigens gibt es mit diesem Namen in den Musikwerken und Katalogen Irrungen und Schwankungen genug. So führt ihn z. B. der Glöggl’sche Musikalien-Leihkatalog als Leidersdorf auf. Gaßner’s „Universal-Lexikon der Tonkunst“ nennt einen M. J. Leidesdorf und einen M. F. Leidesdorf, beide Clavier-Virtuosen und Componisten, die denn doch wohl eine und dieselbe Person, und zwar der obige M. J. Leidesdorf sein dürften. Wie oben bemerkt worden, war L. ein ungemein fleißiger Componist; seine Arbeiten, Variationen, Märsche, Rondo’s u. dgl. m. sind meist Salonstücke, jedoch ohne tieferen Gehalt und sich an Motive von Opern, die zu seiner Zeit sehr beliebt oder gerade neu waren, anlehnend, wie z. B. „Adelaide“ von Caraffa, „Tancred“, „Aschenbrödel“, „Mahomed“, „Semiramis“ von Rossini, „der Pirat“ von Bellini, „die Stumme von Portici“ u. dgl. m. Viel von ihm – nahezu vierzig Opera – hat Ricordi in Mailand verlegt. Da diese Opera in deutschen Katalogen nicht vorkommen, wird unten näherer Nachweis aus Ricordi’s Katalog gegeben. Von seinen Tonstücken sind besonders anzuführen: „Selam. Ein musikalisches Unterhaltungsblatt für die Jugend“, Nr. 1–12; – „Grand Sonate“, in G-moll, Op. 50; – „Sonate brillante“, in E, Op. 67; – „Sonate pathétique“, in D-moll, Op. 72; – „La persévérance“, Sonate in C, Op. 132; – „Polonaise brillante“, in A, Op. 149.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortges. von Eduard Bernsdorf (Dresden, [325] R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. II, S. 739. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 535. – Catalogo delle opere publicate dall I. R. Stabilimento nazionale ecc. ecc. di Tito di Gio. Ricordi in Milano (Milano 1853, Lex. 8°.) Volume I, p. 280, 317, 438, 462, 463, 467, 474, 511, 552, 601. – Allgemeiner musikalischer Anzeiger (Wien, Tob. Haslinger, 8°.) 1. Jahrgang (1829), S. 202, u. II. Jahrg. (1830), S. 22 u. 34. [Es macht einen wirklich komischen Eindruck, wenn man sieht, wie der Recensent mit „gewaschenen Glaçeehandschuhen“ den Haslinger’schen Verlag zu einer kritischen Polonaise bittet!]