BLKÖ:Liechtenstein, Eduard Franz Ludwig Fürst

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 15 (1866), ab Seite: 121. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Liechtenstein, Eduard Franz Ludwig Fürst|15|121|}}

13. Eduard Franz Ludwig Fürst L. (k k. Feldmarschall-Lieutenant, [122] geb. 22. Februar 1809, gest. zu Karlsbad 26. Juni 1864), ein Sohn des Fürsten Johann Joseph aus dessen Ehe mit Josephine Sophie Landgräfin Fürstenberg und ein Bruder der Fürsten Alois [s. d. S. 140], Franz de Paula [s. d. S. 143], Karl Johann Nepomuk [s. d. S. 131, Nr. 43] und Friedrich [s. d. S. 146]. Fürst Eduard trat jung in die kaiserliche Armee, in der er rasch von Stufe zu Stufe stieg, im Jahre 1836 Major im Infanterie-Regimente Prinz von Preußen Nr. 34, im Jahre 1838 Oberstlieutenant, bald darauf Oberst im Regimente und 1841 General-Major wurde. Im Jahre 1848 wurde der Fürst Feldmarschall-Lieutenant und Divisionär in Böhmen, unterstützte in dieser Stellung den Fürsten Windischgrätz in der Bekämpfung des Prager Pfingst-Aufstandes, wurde am 3. Februar 1851 Inhaber des siebenbürgischen Infanterie-Regiments Nr. 5, später interimistischer Commandant der 1. Infanterie-Armeecorps in Prag und endlich Commandant des 2. Armeecorps in Lemberg. Als die politischen Verhältnisse im Süden des Kaiserstaates nach dem historisch gewordenen Neujahrsempfange des österreichischen Gesandten in Paris von Seite Sr. Majestät des Kaisers Napoleon III. die kriegerische Entwickelung der italienischen Frage unzweifelhaft sein ließen, erhielt der Fürst Befehl, sein Corps nach der Lombardie zu führen, wo er der Operationsarmee sich anschloß, mit welcher Graf Gyulay Ende April den Tessin überschritt. Die Taktik dieses Feldzuges, in welchem der Feldherr seine Kräfte versplitterte auf diese Art immer einem weit überlegenen Gegner gegenüberstand, mit dem er keinen Kampf wagen durfte und zuletzt seinen rechten Flügel von dem Feinde umgehen ließ, alle diese Mißgeschicke unserer Armee sind bekannt. So kam denn auch das von dem Fürsten Eduard geführte 2. Armeecorps erst am Schlachttage von Magenta in’s Gefecht. In der That war der Aufmarsch dieses Corps so entscheidend gewesen, daß – so gehen die Gerüchte, die mehr als Sage sind – Kaiser Napoleon schon Befehl gegeben haben soll, die Artillerie zur Deckung seines Rückzuges über den Tessin aufzufahren. Aber Mac Mahon’s plötzliches Erscheinen änderte die Lage und die ungleich schwächeren österreichischen Heersäulen mußten nun den Rückzug antreten. Der Widerstand, den nun die Corps des Fürsten Eduard L. und des Grafen Clam-Gallas auf diesem Rückzuge in die Hauptstellung bei Magenta der französischen Kaisergarde und dem bei Mercallo, eine halbe Stunde nördlich von Magenta, dem linken Flügel Mac Mahon’s leisteten, machte ein Abbrechen des Gefechtes, ohne daß der Rückzug der Unseren in eine Flucht ausartete, möglich. In der Schlacht bei Solferino übernahm der Fürst persönlich den Befehl der Division Jellačić, welche im 2. Armeecorps der unter Feldzeugmeister Grafen Wimpffen stehenden ersten Armee eingetheilt war. Auch hier ward ihm keine Gelegenheit geboten, thatkräftig in die Ereignisse dieser denkwürdigen Schlacht einzugreifen. Vor sich den Marschall Canrobert, der im Begriffe, auf die äußerste rechte Flanke der französischen Schlachtlinie zu rücken, als er Liechtenstein mit seinem Corps heranrücken sah, Halt und Front gegen dasselbe machte, hinter sich Mantua, das durch das fünfte, von dem Prinzen Napoleon geführte Corps bedroht war, konnte der Fürst nichts thun, als seine Stellung so lange behaupten und Canrobert so lange von jeder Action abhalten, bis der Rückzug der Unseren angeordnet war. Nach beendetem Feldzuge erhielt der Fürst das Landes-Generalcommando in Wien, trat aber schon im Jahre 1861 in den Ruhestand über. Der Fürst war seit 15. October 1839 mit Honoria geb. Gräfin Choloniewska, verwitweten Kownacka (geb. 1. August 1813), Sternkreuz-Ordens- und Palastdame Ihrer Majestät der Kaiserin Elisabeth, vermält, und stammt aus dieser Ehe ein Sohn, Prinz M. Johann Alois (geb. 25. Juni 1840), der zur Zeit in der Garde-Gendarmerie[WS 1] dient. [Die Glocke (illustrirtes Blatt, 4°.) Jahrg. 1860, Nr. 66, S. 217. – Der Kamerad (Wiener Soldatenblatt, 4°.) Jahrg. 1864, S. 428, und Nr. 55, S. 445. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 179. – Porträte. 1) Gemalt von Richter, lith. von Strixner, kl. Fol. (Wien, bei Neumann); – 2) ein ziemlich ähnliches Bildniß im Holzschnitt, von Kanne und Hansen, enthält auch die „Glocke“ 1860, Nr. 66.] –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Garde-Gendamerie.