BLKÖ:Lobkowitz, Polyxena Fürstin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 15 (1866), ab Seite: 329. (Quelle)
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Polyxena von Lobkowicz in der Wikipedia
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45. Polyxena Fürstin L. (geb. 1566, gest. zu Prag 24. Mai 1642), ist eine Tochter Wratislaw’s von Pernstein (gest. 1582) und der Maria Maximiliana Manriquez de Lara und Mendoza (gest. 1608); zum ersten Male (am 11. Jänner 1587) war sie mit Wilhelm von Rosenberg vermält, welcher am 31. August 1592 starb, worauf sie sich zum anderen Male (am 23. November 1603) an Zdenko Adalbert, ersten Fürsten des Hauses Lobkowitz, vermälte. Ihre erste Ehe blieb kinderlos und in der zweiten gebar sie, im 43. Jahre, den berühmten Wenzel Franz Euseb. Polyxena ist eine der bedeutendsten Frauen ihres Hauses, die selbst großen Reichthum und Besitz in die Familie brachte und später mehrere und ansehnliche Güter erkaufte. Am Tage des Fenstersturzes, am 23. Mai 1618, rettete sie durch ihre energische Haltung die beiden aus dem Fenster geworfenen Slavata und Martinitz, nahm sie bei sich auf und beschützte sie muthig gegen weitere Unbilden der utraquistischen Stände, insbesondere des ungeschlachten Grafen Thurn, bis sie ihnen Gelegenheit zur Flucht verschaffte. Sie wurde hierauf mit ihrem Sohne durch vier Monate in der Haft gehalten. Nach dem Tode ihres Gatten, den sie noch um 14 Jahre überlebte, verwaltete sie bis zum Jahre 1633 die sämmtlichen Güter selbst, übergab in diesem Jahre die väterlichen und im Jahre 1637 auch ihre eigenen dem Sohne. Unter den mannigfaltigen, durch sie dem Hause zugefallenen Erwerbungen sind besonders hervorzuheben die Herrschaft Raudnitz, nach welcher die Lobkowitz noch zur Stunde den Herzogstitel führen. Polyxena erhielt diese Herrschaft von ihrem ersten Gemale Wilhelm von Rosenberg bei der Verehelichung mit ihm als künftigen Witwensitz zur Nutznießung, und von ihrem Schwager, Peter Vok von Rosenberg, dem Pathen ihres Sohnes, zum erblichen Besitze und im Jahre 1616 erwarb sie wieder käuflich das Stammschloß Lobkowitz. Sie starb im hohen Alter von 76 Jahren zu Prag und wurde in der Familiengruft zu Raudnitz beigesetzt. –