BLKÖ:Maister, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 312. (Quelle)
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Maister, Joseph (gelehrter Jesuit, geb. zu Gratz in Steiermark 6. November 1714, gest. ebenda 18. September 1794). Entstammt einer steiermärkischen Adelsfamilie, aus welcher der Landschafts-Secretär Georg Martin am 7. November 1708 als Mitglied der steierischen Landmannschaft aufgenommen wurde und mehrere derselben als Mitglieder des Ordens der Gesellschaft Jesu sich im Gebiete der Wissenschaften hervorgethan haben. Der bedeutendste von Allen ist Joseph M. der, 13 Jahre alt, in den Orden der Gesellschaft Jesu eintrat und nachdem er im Orden die philosophischen und theologischen Studien beendet, die Ordensgelübde abgelegt, sich dem Lehramte widmete und die Doctorwürde aus der Philosophie und Theologie erlangte. Das Lehramt versah er zu Gratz aus der Philosophie durch fünf Jahre, zu Linz aus der Casuistik und den Controversen, durch zwei Jahre aus der heiligen Schrift, zuerst zu Wien und dann mehrere Jahre zu Gratz, wo er zuletzt auch die Dogmatik bis zur Aufhebung des Ordens vortrug. In Gratz war er auch bis zum Jahre 1774 Vorstand der großen Marianischen Congregation, deren Exercitien er leitete und überhaupt für das Gedeihen dieses Vereins, der seine speciellen Zwecke verfolgte, besonders thätig war, bis der Machtspruch des Kaisers Joseph allen diesen Bestrebungen ein Ende machte. Er hat in lateinischer Sprache viele Schriften herausgegeben, darunter: „Heroes Hungariae S. Stephanus, Joannes Huniadi etc.“ (Tyrnaviae 1743, 8°.); – „Gratulatio ab Universitate Viennensi oblata in Nuptiis Caroli Alexandris Lotharingiae ducis et Mariae Annae AA.“ (Viennae 1744); – „Dissertatio physica Pauli Casati S. I. de ignibus coelestibus“ (Graecii 1750, 8°.); – „Dialogus physicus de brutis ex opere gallico Natalis Regnault S. J. latine redditus“ (ebd. 1751, 12°.); ferner eine Reihe von Erbauungsschriften, welche seine Reden und Vorträge in der Charwoche enthalten, und unter dem Haupttitel: „Veritates aeternae“, durch eine Folge von 21 Jahren (Gratz von 1757 an) erschienen sind, wie auch mehrere andere Schriften, z. B. über Papst Honorius, über die Vorherbestimmung zum Ruhme, über Geheimniß und Zwecke der Fleischwerdung u. s. w., deren Titel zu erfahren mir nicht gelang. Am 27. April 1794 [313] feierte M. zu Gratz unter Assistenz dreier Brüder sein 50jähriges Priesterjubiläum, überlebte es aber nur um etliche Monate, da er noch im September d. J. im Alter von 80 Jahren starb.

Winklern (Johann Bapt. von), Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steyermark geboren sind u. s. w. (Grätz 1810, Frz. Ferstl, kl. 8°.) S. 127. – Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 216. – Fejér (Georgius), Historia Academiae scientiarum Pazmaniae Archi-Episcopalis ac M. Theresianae regiae iterariae (Budae 1835, Typis Reg. Scientiar. Universit. Hungaricae, 4°.) p. 71. –