BLKÖ:Mansfeld, Ernst von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 16 (1867), ab Seite: 400. (Quelle)
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Peter Ernst II. von Mansfeld in der Wikipedia
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Besonders bemerkenswerthe Sproßen der Grafen und Fürsten Mansfeld.

1. Ernst von Mansfeld (geb. zu Malines im Jahre 1585, gest. zu Wrakowitz in Bosnien 30. November 1626), ein natürlicher Sohn des Grafen Peter Ernst [s. d. S. 401, Nr. 4], den dieser mit einer Frau aus Malines gezeugt. Ernst wurde auf Kosten seines Pathen, des Erzherzogs Ernst, erzogen. Den ersten Waffengang machte er in Ungarn unter seinem Bruder, dem Fürsten Karl, und stand dann mehrere Jahre in österreichischen Diensten im Jülichschen und im Elsaß. In Anerkennung seiner geleisteten Dienste wurde er von Kaiser Rudolph legitimirt und letzterer machte sich noch verbindlich, ihm zu einem Theile der Güter seines Vaters zu verhelfen. So sehr auch Ernst sich bemühte, den Vollzug dieser Zusage zu erwirken, so blieb doch Alles vergebens. Er trat nun, erbittert darüber, im Jahre 1610 aus den Diensten des Hauses Habsburg, dem er Todeshaß schwur. Er nahm sofort den reformirten Glauben an und wurde thatsächlich von nun an einer der gefährlichsten Feinde Oesterreichs. Dem Widerstande, den er und mehrere kleine deutsche Reichsfürsten leisteten, ist wenigstens zum Theile zuzuschreiben, daß Oesterreichs Pläne in Deutschland scheiterten. Im Jahre 1618 verband er sich mit den mißvergnügten Böhmen, führte ihnen Streitkräfte zu, nahm Pilsen und mehrere andere feste Plätze. 1619 eilte er mit einer starken Abtheilung herbei, um die Belagerung von Prag aufzuheben, gerieth aber bei Budweis in einen Hinterhalt und wurde von Bucquoy und Wallenstein vollständig geschlagen. Dann begab er sich an den Rhein und ergriff Partei für den geächteten Churfürsten Friedrich von der Pfalz, verwüstete besonders die Staaten geistlicher Fürsten und, wenn auch wiederholt geschlagen, wurde er doch nie überwunden. Im Jahre 1625 warb er mit englischem und französischem Gelde ein Heer, mit welchem er in die österreichischen Erblande einbrechen sollte. Obgleich bei Dessau (25. April 1626) von Wallenstein geschlagen, rückte er doch bis Ungarn vor, um sich mit dem Fürsten von Siebenbürgen, Bethlen Gabor, zu vereinigen. Als Bethlen aber plötzlich anderen Sinnes wurde, entließ M. sofort seine Truppen und schickte sich zu einer Reise über Venedig nach England an. Nachdem er Ofen schon leidend verlassen hatte, erkrankte er in dem Dorfe Wrakowitz unweit Zara so schwer, daß er dort auch starb. Was er besaß, hinterließ er seinen Waffengefährten; nachdem er sein Ende herannahen fühlte, nahm er Helm und Küraß, gürtete sein Schwert um und aufrecht stehend, von zwei Freunden unterstützt, erwartete er mit Festigkeit seinen letzten Gegner, den Tod, dem er auch erlag. Er starb im Alter von 51 Jahren. [Acta Mansfeldica oder ritterliche Thaten des Grafen Ernst von Mansfeld (s. l. 1624, 4°.). – Reuß (R.), Graf Ernst von Mansfeld im böhmischen Kriege 1618–1621. Ein Beitrag zur Geschichte des 30jährigen Krieges (Braunschweig 1865, Schwetschke u. Sohn, gr. 8°.). – Villermont (Conte), Ernest de Mansfeldt. 2 vols. (Bruxelles 1866, 8°.). – Neue Kriegsbibliothek oder gesammelte Beiträge zur Kriegswissenschaft (Breslau), 7. Bd. – Der Soldatenfreund. Zeitschrift für faßliche Belehrung und Unterhaltung des preuß. Soldaten, herausg. von Schneider (Berlin), Jahrg. 1847/48, Nr. 752. – Porträte. 1) W. Kilian sc. (4°.); – 2) Moncornet exc. (8°.), Gürtelbild; – 3) S. de Passe del. et sc. ad vivum 1623 (4°. ); – 4) P. Isselburg sc. et exe. 1620 (4°.); – 5) F. Delaram exc. (8°.), Gürtelbild, die Handschuhe haltend; – 6) A. van Dyk p., R. van Voest sc. (Fol.), Hüftbild; – 7) Miereveld pinx., W. Delff sc. 1624 (gr. Fol.); – 8) R. Weiß exc. (Fol.), zu Pferde; – 9) P. Stent exc. (Fol.), zu Pferde.] –