BLKÖ:Maretich, auch Maretić von Riv-Alpon, Eduard Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Mareta, Hugo
Band: 16 (1867), ab Seite: 435. (Quelle)
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Maretich, auch Maretić von Riv-Alpon, Eduard Freiherr (k. k. General-Major, geb. zu Pesth im Jahre 1807, gest. zu Zara 19. Mai 1861). Sohn des Obersten und Maria Theresienritters Ernst Gideon Freiherrn von M. [siehe den Folgenden]; erhielt in der Ingenieur-Akademie die militärische Ausbildung und wurde im Jahre 1826 als Cadet in das Geniecorps eingetheilt. Nachdem er ein Jahr in der Akademie den höheren Lehrcurs gehört, wurde er zum Unterlieutenant befördert und diente 35 Jahre, bis zu seiner Beförderung zum General-Major, ununterbrochen im Corps. Als Lieutenant stand [436] er zu Temesvár und Esseg in Verwendung, als Oberlieutenant im bestandenen Sappeurcorps, im Jahre 1832 kam er als Interims-Localdirector nach Semlin, später nach Zara und Mainz. Im Jahre 1836 zum Hauptmann befördert, kam er vorerst nach Böhmen, alsdann nach Mantua in Verwendung, bis er im Jahre 1839 Professor der Situations-Zeichnung in der Ingenieur-Akademie wurde, und bis 1844 in dieser Bedienstung blieb. In den Jahren 1845–1848 leitete er den Spitalbau zu Czernowitz und kam von dort als Genie-Director nach Peschiera, wo er im September letztgenannten Jahres zum Major vorrückte. Während der Jahre 1848 und 1849 trug er zur raschen Ausführung der Vertheidigungsanstalten der Festung Peschiera und der am rechten Mincio-Ufer daselbst auf den Höhen von Salvi erbauten Feldbefestigungen wesentlich bei. Nach Beendigung des Krieges in Italien kam er als Genie-Director nach Mantua, wurde im Mai 1851 Oberstlieutenant, im November 1854 Oberst und Genie-Inspector in Wien. Daselbst erfolgte am 8. April 1861 seine Ernennung zum General-Major und Festungscommandanten in Zara, aber schon wenige Wochen nach Uebernahme dieses Postens ereilte ihn daselbst im Alter von 54 Jahren der Tod. M. zählte zu den tüchtigsten Genie-Officieren der kais. Armee, er war insbesondere ein vorzüglicher Zeichner, und hat als Professor der Situationszeichnung in der Ingenieur-Akademie eine namhafte Zahl geschickter und flinker Zeichner herangebildet. Auch war er ein fleißiger Münzensammler und das Geschenk einer Münze, welches die Mutter dem 11jährigen Knaben gemacht, weckte seinen Sammeleifer, dem er durch vierzig Jahre mit unveränderter Neigung nachhing. So hatte er denn innerhalb dieser Zeit an 35.000, zum Theile sehr seltene Stücke, zusammengebracht. Dieser seiner Lieblingsneigung widmete er alle Muße und Ersparnisse. Am meisten, wie Bergmann in seiner „Pflege der Numismatik“ als Mittheilung seiner Witwe erzählt, hat er während seines Aufenthaltes in Italien und vornehmlich zu Mantua seine Sammlung bereichert. Die Ordnung und Beschreibung derselben begann er aber erst seit seiner Uebersetzung nach Wien, wo er die späteren Nachmittagsstunden ausschließlich dieser Beschäftigung zuwendete und das schon vor 20 Jahren begonnene „Geschichtlich-geographisch-numismatische Werk“ in 25 starken Foliofascikeln vollendete. Was mit der Sammlung geworden, ist nicht bekannt. Der „Oesterreichische Militär-Kalender“ nennt ihn Maretić von Rip-Alpon statt Riv-Alpon und erhebt ihn zum Feldmarschall-Lieutenant, nachdem er erst einen Monat vor seinem Tode zum General-Major befördert worden war.

Sitzungsberichte der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften (in Wien) 1863. Philosophisch-historische Classe (Wien, Staatsdruckerei, gr. 8°.) XLI. Bd., S. 84, in Jos. Bergmann’s Abhandlung: „Pflege der Numismatik in Oesterreich u. s. w. Vierte Abtheilung“ [daselbst heißt er S. 84 in der Ueberschrift Eduard, im Texte S. 85 aber Ernst Eduard ist der richtige Taufname]. – Oesterreichischer Militär-Kalender, herausg. von Hirtenfeld und Meynert (Wien, kl. 8°.) XIII. Jahrg. (1862), S. 175. – Militär-Zeitung, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien, gr. 4°.) Jahrg. 1861, S. 341 u. 365.