BLKÖ:Mollin, auch Molling, Dominik

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 19. (Quelle)
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Mollin, hie und da auch Molling, Dominik (Bildhauer, geb. zu Wengen im Pusterthale Tirols 28. August 1691, gest. 27. Mai 1761). Der Sohn unbemittelter Landleute, der den ersten Unterricht in der Kunst, die er später mit solcher Geschicklichkeit ausübte, von seinem Vetter Johann Molling erhielt. Dann arbeitete er bei dem Bildhauer Permoser in Salzburg, mit dem er sich auch nach Dresden begab und dort einige Zeit verweilte. Nach Permoser’s Tode verließ er Dresden und machte zu künstlerischen Zwecken Reisen, er besuchte für längere Zeit Italien, hielt sich in Riva und dann in Mori bei dem berühmten Bildhauer Benedetti auf und kehrte in späten Jahren, jedoch mit einigem Vermögen, das er sich durch seine Kunst erworben, in seine Heimat zurück, wo er sich nun bleibend niederließ und, da er ledigen Standes war, seine Schwester zu sich nahm, die ihm bei seinen Arbeiten half. Molling’s Arbeiten, in Holz, Stein und Elfenbein, sind sehr zahlreich. Vorzüglich schön gearbeitet sind seine kleineren Figuren aus Elfenbein, deren eine ihm in Wien auch mit 20 Ducaten bezahlt wurde. Vier solche Figuren, Windengel vorstellend, und ein vortrefflich gearbeitetes Crucifix aus Holz befinden sich im Ferdinandeum zu Innsbruck. Von seinen anderen Arbeiten sind bekannt in der Domkirche zu Brixen die Alabaster-Statuen: „S. Petrus“ und „S. Pauli“ – in der Pfarrkirche zu Enneberg zwei ähnliche aus Holz: – [20] in der Curatiekirche seines Geburtsortes Wengen eine „H. Katharina“, – ein „H. Johann von Nepomuk“, – eine besonders schön ausgeführte „Mutter Gottes“, – „Der H. Sylvester“, – „Mehrere Engel“ – und „Die Kanzel mit den vier Evangelisten“ in trefflichen Basreliefs; – in der Pfarrkirche zu St. Marcus in Roveredo, auf dem Maria Hilfaltare „Zwei Engel“; – in Venedig ein prächtiges „Tabernakel“. Viele seiner Arbeiten befinden sich in Tirol und auch auswärts im Privatbesitze. Molling war auch Maler und das Frescogemälde an den äußeren Mauern des Pfarrhofes in Wengen wird ihm zugeschrieben. – Ein Zögling Molling’s ist sein Anverwandter Johann Mathias Molling, den er zum Bildhauer bildete und der sich später in Rom niederließ, wo er auch mit Hinterlassung eines Sohnes und einer Tochter gestorben ist.

Beyträge zur Geschichte, Statistik u. s. w. von Tirol und Vorarlberg (1831), Bd. VI, S. 75. – Staffler (Johann Jacob), Das deutsche Tirol und Vorarlberg, topographisch mit geschichtlichen Bemerkungen (Innsbruck 1847, Felic. Rauch, 8°.) Bd. II, S. 294. – Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A Fleischmann, 8°.) Bd. IX, S. 381. – Die Künstler aller Zeiten und Völker, Begonnen von Prof. Fr. Müller, fortgesetzt von Dr. Karl Klunzinger (Stuttgart 1860, Ebner u. Seubert, gr. 8°.) Bd. III, S. 114. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) Bd. XXI, S. 1158 [die genannten Quellen nennen ihn Dominikus Molling]. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 699. – Tirolisches Tirolisches Künstler-Lexikon (Innsbruck 1830, Fel. Rauch, 8°.) S. 173 [nach diesem und der vorigen heißt er Dominikus Mollin]. – Tschischka (Franz), Kunst und Alterthum in dem österreichischen Kaiserstaate (Wien 1836, Franz Beck, gr. 8°.) S. 140, 153, 159, 380 [nennt ihn auch immer Mollin].