BLKÖ:Mordax, die Freiherren von

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 19 (1868), ab Seite: 78. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mordax, die Freiherren von|19|78|}}

Mordax, die Freiherren von (ein steirisch-kärnthnerisch-krainisches Adelsgeschlecht). Dasselbe ist in den ersten Jahrzehnden des laufenden Jahrhunderts mit Joseph Freiherrn von Mordax erloschen, Namen und Wappen sind auf seinen Adoptivsohn Maximilian Grafen von Lichtenberg [Bd. XV, S. 108, in den Quellen Nr. 2] übergegangen. Ein Dietrich Mordax erscheint schon im Jahre 1138 in einem Diplome des Stiftes Rein; ein Raepl (Raphael) ist 1268 am Hofe König Otakar’s, ein Michael wird 1268, Starhand 1337, Ortl 1375 erwähnt. Hans, Jörg, Kaspar, Balthasar und Leonhard waren im Jahre 1446 bei dem Aufgebote gegen die Ungarn. In der Folge traten mehrere dieses Namens auf, die sich durch ihre ritterlichen Tugenden und in den Kämpfen gegen die Türken, welche in Krain und Steiermark oft einbrachen, ausgezeichnet haben. Nach dem Erlöschen der Herren von Portendorff ging deren Name auf die Mordax über und zugleich mit demselben das berüchtigte Seng- und Brennrecht, das in nichts Geringerem bestand, als in der Freiheit, bei der Huldigungsceremonie der Herzoge von Kärnthen, während der Zeit, als die Herzoge aus dem sogenannten Fürstensteine saßen, zu sengen und zu brennen, wo es ihnen beliebte. Wer den Schaden nicht leiden mochte, mußte sich mit den Mordax abfinden. Ein Ludwig Mordax wurde im Jahre 1475 von den Türken in einem Gefechte gefangen und dann wieder um eine hohe Summe losgekauft; – Hans und Christoph M. waren im Jahre 1532 den Steirern gegen die Türken zu Hilfe geeilt; – Jacob von Mordax wurde im Jahre [79] 1568 von dem Kaiser dem gefangenen Herzoge Johann Friedrich von Sachsen als Commissarius zugetheilt; – Johann M. fiel im Jahre 1596 in einem Treffen auch den Türken in die Hände, und seine Schönheit bereitete ihm das traurige Loos, daß die Türken seine Auswechslung vereitelten, indem sie ihn versteckten und vorgaben, er sei im nächtlichen Gefechte auf dem Platze geblieben. – Anton und Wolfgang waren Mitglieder des Orden der Gesellschaft Jesu. Anton (geb. zu Rudolphswerth in Krain 25. December 1662, gest. zu Leoben in Steiermark 4. Februar 1725) versah aus philosophischen und theologischen Wissenschaftsfächern das Lehramt zu Gratz, Klagenfurt, Linz, war dann folgeweise Novizenmeister bei St. Anna in Wien, Superior der Feldgeistlichen und Rector zu Leoben. Als die Pest in letzterer Stadt wüthete, that er zur Bewältigung der Seuche aufopfernde Dienste. Im Drucke ist von ihm erschienen: „Coronatus virtutum magister seu ser. Austriae Archidux Carolus primus Universitatis Graecensis fundator, seu gloriosa ejus vita, virtutum exemplis et documentis illustris“ (Graecii 1701, 8°.); – Wolfgang (gleichfalls geb. zu Rudolphswerth 10. September 1660, gest. zu Judenburg 13. Mai 1733) übte durch nahezu 30 Jahre das Predigtamt in Ungarn und Siebenbürgen aus zu einer Zeit, als die Protestantenhetzen an der Tagesordnung waren. Von ihm ist im Drucke erschienen eine deutsche Uebersetzung des berühmten Buches von Pater Alvarez über die Tugenden, auch hat er mehrere geistliche Lieder gedichtet. In Steiermark besaßen die Mordax die Herrschaften Freyspurg, Pischätz, das dann an die Moscon [s. d. S. 129 in diesem Bande] überging, und Olimie, und waren mit den ersten Familien des Landes, mit den Gallenstein, Egkh, Greiseneck, Sauer von Kossiak, Moosheim, Neuhaus, Silberberg, Tattenbach u. A. verschwägert. – Ein Zweig der Familie erscheint in Deutschland, wo im Jahre 1712 ein Johann Sigismund M. als königlich polnischer und chursächsischer Kammerherr, im Jahre 1724 als General-Postmeister vorkommt, in welcher Eigenschaft er im Jahre 1727 unvermält im Alter von 64 Jahren gestorben ist.

Valvasor, Ehre von Krain, 18. Buch, S. 375. – Isthuanfi, Rerum hungaricarum, l. 31, p. 443. – Stoeger (J. N.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 236.