BLKÖ:Moschini, Maurizio

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Moschini, Gianantonio
Nächster>>>
Moschner, Franz
Band: 19 (1868), ab Seite: 127. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: {{{GND}}}, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Moschini, Maurizio|19|127|}}

Moschini, Maurizio (Sprachforscher und Schriftsteller, geb. zu Brentonico an der Etsch in Südtirol 22. September 1801, gest. 22. October 1827). Der Sohn armer Eltern, deren [128] Verhältnisse es ihnen nicht gestatteten, etwas für die Erziehung des Sohnes zu thun. Im Jahre 1815 fand er gastliche Aufnahme im Hause des Rechtsgelehrten Luigi Ballista zu Roveredo, und nun war sein ganzes Streben darauf gerichtet. durch fleißiges gründliches Studium nachzuholen, was er versäumt hatte. So bildete er sich an den Classikern der italienischen Literatur und durch das Studium der alten Sprachen, vornehmlich der lateinischen. Mehrere Jahre bereits hatte er im Hause seines Wohlthäters Ballista verlebt und würde es wohl auch jetzt noch nicht verlassen haben, wenn nicht gebieterische Pflichten ihn gezwungen hätten, Roveredo zu verlassen und sich in seinen Geburtsort zurück zu begeben, wo er an den mittlerweile verwaisten jüngeren Geschwistern Elternstelle vertreten sollte. Nach einiger Zeit kam er in das Haus des durch seine philosophischen Schriften in wissenschaftlichen Kreisen bekannten Antonio de Rosmini-Serbati und blieb in demselben bis an seinen in so jungen Jahren erfolgten Tod. Unter Rosmini’s Anleitung, durch den er auch in die Lage versetzt wurde, seinen Geschwistern ausgiebigere Hilfe zu leisten, setzte M. seine begonnenen Studien fort und gab auch alsbald Proben derselben. Seine erste Schrift, mit der er öffentlich auftrat, war eine verbesserte Ausgabe der „Vita di san Girolamo“ (Roveredo 1824), welche er mit einer Vorrede einleitete, nun folgten sein „Saggio di lingua legale“ (1825) und die Ausgabe mehrerer bisher noch nicht ausgegebener Codices der „Sentenze morali di Filosofi Greci, di Seneca, di Publio Siro“ und anderer. Ueberdieß war er ein fleißiger Mitarbeiter an dem Vocabulario della Crusca, für dessen Nachträge er zahlreiche Beiträge lieferte, wie deßgleichen für das in Padua herausgegebene Dizionario della lingua, und für das Dizionario della lingua legale, dessen Ausgabe zu jener Zeit Ferd. Arrivabene vorbereitete. Ein Jahr vor seinem Tode noch erschienen die „Osservazioni sopra la Lettera del conte Asquini intorno agli antichi confini del Territorio Veronese e Trentino“ (Milano 1821). Ungedruckt in seinem Nachlasse fanden sich eine Abhandlung: „Intorno ai castelli della Valle Lagarina“, Materialien zur Aufhellung einiger dunkler Puncte der Geschichte Trients im Mittelalter und zu einer Geschichte der alten Familie Castelbarchi. Auch hatte er vor, ein „Dizionario degli scrittori di cose politiche“ herauszugeben, wie denn sein reger Geist sich noch mit manchen Plänen für die Zukunft trug, welche alle ein vorschneller Tod, der ihn im Blüthenalter von erst 26 Jahren dahinraffte, vereitelte.

Florilegio scientifico-storico letterario del Tirolo italiano (Padua 1856, 8°.) p. 145: „Cenni biografici intorno a Maurizio Moschini“, del sacerdote Valerio Fontana.