BLKÖ:Mušicki, Lukian

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Murska, Ilma von
Nächster>>>
Musil, Anton
Band: 19 (1868), ab Seite: 473. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 123012767, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Mušicki, Lukian|19|473|}}

Mušicki (sprich: Muschitzki), Lukian (Bischof von Karlstadt und serbischer Poet, geb. zu Temerin im Bacser Comitate 27. Jänner 1777, gest. zu Karlstadt 27. März 1837). M. widmete sich nach beendeten Vorbereitungsstudien dem geistlichen Stande und war im Jahre 1812 Archimandrit des Klosters Šišatovac, alsdann Administrator des Karlstädter Bisthums, dessen Bischof er im Jahre 1828 wurde und welche Würde er bis zu seinem im Alter von 61 Jahren erfolgten Tode bekleidete. Frühzeitig schon erregte er durch seine Dichtungen, theils Oden, theils Gedichte anderer Art, die allgemeine Aufmerksamkeit. Diese Dichtungen waren theils im kirchenslavischen, theils im neuserbischen Style verfaßt. So lange er lebte, ließ er sie zerstreut in einzelnen Journalen und Almanachen abdrucken, theils waren sie nur handschriftlich verbreitet. Eine Sammlung derselben bei seinen Lebzeiten, so sehr sie allgemein gewünscht, kam nicht zu Stande, wahrscheinlich, weil er sich dazu nicht bereden ließ. Bald jedoch nach seinem Tode wurden die zerstreut gedruckten oder handschriftlich verbreiteten und im Volksmunde lebenden Dichtungen gesammelt und in den Jahren 1838 bis 1848 in vier Heften herausgegeben. Mušicki ist auch der Uebersetzer der österreichischen Volkshymne in die slovenische und serbische Sprache, welche im Jahre 1830 in Karlstadt bei Prettner, in 4°., und im folgenden Jahre in zweiter Auflage, in 8°., erschienen ist. Die Volkshymne, deren erste Ausgabe in [474] cyrillischer und lateinischer Schrift gedruckt erschienen ist, wird deßhalb ausdrücklich erwähnt, weil sie als erstes Product der cyrillischen Presse in Karlstadt bemerkenswerth ist. Ueberdieß haben sich unter M.’s Arbeiten Grammatiken der serbischen, slovenischen Sprache und Materialien zu einer serbischen Bibliographie vorgefunden.

Jahrbücher für slavische Literatur, Kunst und Wissenschaft, herausgegeben von Dr. J. P. Jordan (Leipzig, gr. 8°), II. Jahrgang (1844), 1. Heft; III. Jahrg. (1845), S. 159. – Paul Jos. Šafařik’s Geschichte der südslavischen Literatur. Aus dessen handschriftlichem Nachlasse herausgegeben von Jos. Jireček (Prag 1865, Friedr. Tempsky, 8°.) III. Das serbische Schriftthum, S. 328, 367, 368, 370, 383, 384, 385, 393, 428. – Sartori (Franz Dr.) Historisch-ethnographische Uebersicht der wissenschaftlichen Cultur, Geistesthätigkeit und Literatur des österreichischen Kaiserstaates u. s. w. (Wien 1830, Carl Gerold, 8°. I. (u. einziger) Theil, S. 73. – Časopis českého Muzeum, d. i Böhmische Museal-Zeitschrift (Prag, 8°.) Jahrg. 1833, S. 36. – Ilirska čitanka za gornje gimnazije, d. i. Illyrisches Lesebuch für Obergymnasien (Wien 1860, k. k. Schulbücher-Verlag, gr. 8°.) Theil II, S, 46 u. f. [mit dem Abdrucke von zwei der beliebtesten Dichtungen Mušicki’s].