BLKÖ:Nádasdy-Fogáras, Dionys

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 20 (1869), ab Seite: 13. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Nádasdy-Fogáras, Dionys|20|13|}}

II. Besonders hervorragende Sproßen des Grafengeschlechtes Nádasdy-Fogáras.

1. Dionys N., ein Sohn des Andreas, der der Erste ausschließend den Namen Nádasd führte. Dionys lebte im 13. und in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, um die Zeit, als mit dem Hintritt des letzten Arpaden Ungarn aus einem Erbkönigreiche in ein Wahlreich umgewandelt wurde. Die Ueberlieferung erzählt von ihm und seinem Bruder Ladislaus das Folgende: Wenzel von Böhmen und Karl von Anjou waren die beiden Bewerber um Ungarns Thron; beide besaßen unter den Großen des Reichs ihre Anhänger. Matthäus von Trentsin, Heinrich von Güssingen, und sein Sohn Iván standen zu König Wenzel, der Palatin Amadeus, Rorand, Dionys Nádasdy und sein Bruder Ladislaus, wie auch die hohe Geistlichkeit hatten sich für Karl von Anjou erklärt. Der Sieg neigte sich anfangs auf des Letzteren Seite, als aber Karl’s Sache, da ihm die österreichische Unterstützung entzogen ward, zu wanken begann, sah sich dieser gezwungen, nach Dalmatien sich zurückzuziehen. Nun fiel (1340) die Gegenpartei über Karl’s Anhänger her, Iván von Güssingen erkor sich die beiden Brüder Dionys und Ladislaus Nádasdy. Letzteren überfiel Iván in der Kirche, und ohne die Heiligkeit des Ortes zu achten, drang er mit seiner Rotte in das Gotteshaus und ermordete den Gefundenen. Nun rückte er vor die Wohnung der Brüder, in welcher der von der Gefahr unterrichtete Dionys bereits Anstalten zur Vertheidigung getroffen hatte. Als Iván nun sah, daß ein Ueberfall vereitelt, ließ er das Haus eng umstellen und zuletzt in Brand stecken. Dionys verbrannte darin sammt Ladislaus’ Frau und Kindern. Von letzteren wurde durch einen besonderen Zufall Margaretha gerettet, die nachmals die Gemalin Paul Magyar’s wurde, eines im Dienste des Königs Karl’s I. stehenden Kriegsobersten. –