BLKÖ:Naumann, August Franz Heinrich von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Naumann, Karl
Band: 20 (1869), ab Seite: 105. (Quelle)
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Naumann, August Franz Heinrich von (Zeichner, geb. zu Merseburg in Sachsen im Jahre 1748, gest. zu Salzburg 26. Juni 1795). Stammt von einer sächsischen, bereits im 16. Jahrhunderte geadelten Familie, in der sich mehrere Künstler bekannt gemacht haben. August Franz Heinrich war ein Neffe des Johann Christoph N.[WS 1], eines tüchtigen Architekten und nachmaligen General-Accis-Baudirectors zu Dresden. August Franz Heinrich widmete sich dem Berufe seines Oheims und studirte die Ingenieurwissenschaft, zu welchem Zwecke er sich nach Prag begab, wo er unter Franz Leonhard Herget (geb. 1741, gest. 1800), der damals in Prag an der Ingenieurschule lehrte, im Jahre 1778 seine Studien beendete. Nun begann er als Zeichenmeister Unterricht zu ertheilen und hielt sich als solcher mehrere Jahre in Linz auf; im Jahre 1786 begab er sich aber nach Salzburg, wo ihn am 5. August 1788 Erzbischof Hieronymus, aus dem Hause der Grafen Colloredo, zum Ingenieur-Lieutenant und [106] Cabinets-Zeichenmeister ernannte. Diese Stelle scheint er bis zu seinem Tode, der ihn schon im Alter von 47 Jahren ereilte, bekleidet zu haben. Im Jahre 1789 nahm N. den Grundriß der Stadt Salzburg geometrisch auf und vollendete dann auch den Plan, den Hübner von Wirsnig in Kupfer stechen ließ und dem ersten Bande seiner im Jahre 1792 herausgegebenen Beschreibung Salzburgs beilegte. Ferner sind von Naumann folgende Prospecte des Landes und der Stadt Salzburg bekannt: die Stadt Salzburg vollständig; dieselbe von Maria Plain aus; Hallein, Laufen, Tittmaning, Gastein, Zell im Pinzgau; das Krimlerthal mit dem Wasserfalle; die Stadt Salzburg mit der Festung vom Hofwäscherhause; dieselbe von der Pulvermühle; das neue Thor in Salzburg, Ansicht desselben von der äußeren Seite; der Hofplatz mit der Domkirche; die Sommerreitschule; das St. Johannesspital; Ansicht des steinernen Theaters in Hellbrunn; Aussicht von dem steinernen Theater; Leopoldskron; der Paß Lueg in zwei Ansichten; das Diersbacher Thal gegen Osten, dasselbe gegen Westen; der Wasserfall in Gastein; der Krimler Wasserfall; der Wasserfall bei dem Reckthurm in Hallein; derselbe bei der Strobelmühle daselbst; der Wasserfall in der Lend, Ansicht des Marmorsteinbruchs am Untersberge. Anderer Arbeiten des Künstlers gedenkt noch Joseph Ernst Ritter von Koch-Sternfeld in seinem Werke: „Historisch-staatsökonomische Notizen über Straßen- und Wasserbau in Salzburg und Berchtesgaden“. S. 193 u. 194. Die oben angeführten und von Naumann vollendeten Ansichten der Stadt Salzburg und ihrer Umgebung sind bald ein Jahrhundert alt und haben bei den mannigfachen Umänderungen, welche die Zeit mit allem Menschlichen vornimmt, jetzt nurmehr einen historischen Werth.

Pillwein (Benedict), Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler u. s. w. (Salzburg 1821, Mayr, kl. 8°.) S. 167. –

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Johann Christoph von Naumann (Wikipedia).