BLKÖ:Nečásek, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Nebeský, Wenzel
Nächster>>>
Nečásek, Franz
Band: 20 (1869), ab Seite: 112. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Nečásek, Johann|20|112|}}

Nečásek, Johann (Schulmann, geb. 5. September 1813 zu Wysoka, einer Ortschaft im Riesengebirge). Den ersten Unterricht erhielt er in der Ortsschule, dann auf der Hauptschule zu Leitm eritz. Im Jahre 1826 bezog er das Gitschiner Gymnasium, das er im Jahre 1831 beendete, worauf er zu Prag in den Jahren 1832 und 1833 die philosophischen Jahrgänge hörte. Im Jahre 1834 trat er als Auscultant an dem akademischen Gymnasium in der Prager Altstadt ein, setzte aber indessen fleißig die philosophischen, mathematischen und philologischen Studien fort; im Jahre 1838 wurde er Adjunct daselbst und nach Verwendung an einigen anderen Lehranstalten im Jahre 1842 wirklicher Humanitätsprofessor am Gymnasium zu Eger. Als später unter dem Ministerium Leo Grafen Thun die Gymnasialreform im Kaiserthum durchgeführt wurde, erhielt N. im Jahre 1850 zuerst die Directorstelle am Gymnasium zu Eger und im J. 1852 an jenem zu Laibach. Daselbst begründete er einen Wohlthätigkeits-Verein zur Unterstützung dürftiger Studenten. Zehn Jahre war N. auf diesem Posten in verdienstlichster Weise thätig, dann wurde er im Jahre 1861 zum Director des Altstädter Gymnasiums in Prag ernannt. Daselbst überzeugte er sich bald, daß die vorhandenen Räumlichkeiten für die Besucher der Schule bei weitem nicht ausreichten; seinen energischen Bemühungen gelang es nun, daß neben dem astronomischen Thurme ein neues Gebäude aufgeführt wurde, in welchem vier Parallelclassen untergebracht werden konnten. Dieser neue Bau wurde im October 1863 feierlich eingeweiht und eröffnet. Als im Jahre 1864 über Anregung einiger Prager Schuldirectoren und Professoren der Gymnasien und Realschulen ein Verein zur Unterstützung der Witwen und Waisen von Gymnasial- und Realschullehrern in’s Leben trat, wurde Director N. zum Präses dieses Vereins erwählt. Auch schriftstellerisch ist N. thätig gewesen; so schrieb er im Vormärz einige pädagogische Artikel für die Zeitschrift: „Přítel mládeže“, d. i. Der Jugendfreund, und [113] für die „Pražské Noviny“. Während seines Directorats des Laibacher Obergymnasiums veröffentlichte er in den Jahres-Programmen dieser Anstalt eine Geschichte des Gymnasiums, welche er, vom Jahre 1418 beginnend, bis zum Jahre 1792 fortführte.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 684. –