BLKÖ:Olgyay, Balthasar von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Olexiński (Maler)
Band: 21 (1870), ab Seite: 54. (Quelle)
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Olgyay, Balthasar von (k. k. Rittmeister und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Olgya in Ungarn im Jahre 1779, gest. zu Preßburg 28. Februar 1834). Entstammt einer alten ungarischen, noch heute blühenden Adelsfamilie, über deren Genealogie [55] Iván Nagy in seinem Werke über ungarische Adelsfamilien (Magyarország családai czimerekkel es nemzékrendi táblákkal, Bd. IX, S. 218–225) ausführliche Mittheilungen macht. Schon im Jahre 1796 trat O. in kaiserliche Kriegsdienste und kam bei der vorübergehenden Aufstellung der ungarischen Insurrection im December 1800 als Lieutenant zur Preßburger Cavallerie. Nach deren Auflösung trat er aus, begann aber im October 1802 von Neuem, und zwar als Gemeiner im 9. Huszaren-Regimente seine militärische Laufbahn. Im Regimente stufenweise vorrückend, wurde er im November 1809 Rittmeister und als solcher in das Preßburger Huszaren-Regiment eingetheilt. In demselben erkämpfte er sich die höchste militärische Auszeichnung, das Maria Theresienkreuz. Mit einem halben Hundert Huszaren erhielt O. Abends am 17. Juni 1809 an der Brücke bei Abda seine Aufstellung; während der Nacht hatte die Armee ihren Rückzug ausgeführt, an O. mit seiner Abtheilung hatte man nicht gedacht. Er sah sich mit seinem schwachen Commando vom Feinde eingeschlossen. Ehe er jedoch von diesem bemerkt worden, setzte er sich mit seiner kleinen Truppe – in der Hoffnung, sich irgendwo durchzuschlagen – gegen Ihászi in Bewegung. Da bemerkte er gegen Tagesanbruch, daß ein feindliches Detachement, 4 bis 500 Chasseurs stark, von Pápa her gerade auf ihn zu im Anmarsche sei. Auszuweichen war nicht mehr möglich. O. stellte somit seine kleine Schaar in Front, ließ den Feind so nahe als möglich heranmarschiren und befahl, als er nahe genug schien, den Angriff, der so rasch und muthig ausgeführt ward, daß die Chasseurs zerstreut wurden. Nachdem aber der Commandant des feindlichen Detachements erkannt hatte, mit welch schwachem Gegner er es zu thun habe, sammelte er noch einmal seine flüchtigen Chasseurs, um sie von Neuem in den Kampf zu führen. Um seine Gegner an der Ausführung dieser Absicht zu verhindern, sprengte Olgyay auf ihn ein und streckte ihn nach einem hartnäckigen Handgemenge zu Boden, ihm zugleich seine Decoration nehmend. In diesem Kampfe wurde aber der Zügel von Olgyay’s Pferd durchgehauen, jeder Führung beraubt, stürzte das Thier mit seinem Reiter mitten in die Feinde, warf ihn ab, und sprengte dann weiter. Schon hatten die Franzosen O. umrungen, aber schon waren auch seine Huszaren herbeigeeilt, die ihren Rittmeister aus den Händen des Feindes heraushieben. Nun ergriff O. rasch ein anderes Pferd, schwang sich auf dasselbe und commandirte sofort seine Reiter zum neuen Angriffe auf die Franzosen, die bereits sich zu formiren begonnen hatten. Diese zweite Attaque vereitelte ihre Absicht, brachte in ihrer Abtheilung eine völlige Deroute hervor und endigte damit, daß Olgyay und seine Leute 31 Gefangene gemacht, sieben Wägen mit Bagage, Waffen und Montur erbeutet hatten, während der Rest des Feindes in voller Flucht seine Rettung suchte. Im Ordenscapitel vom Jahre 1810 wurde O. für seine Waffenthat das Ritterkreuz zuerkannt, nachdem er schon im Jänner genannten Jahres mit Rittmeisters-Charakter aus dem activen Dienste getreten war. O. scheint, so weit dieß aus Nagy’s Stammtafel zu entnehmen, geheirathet zu haben. Auf derselben erscheint nur ein Balthasar ohne nähere Angabe, und als dessen Söhne – jedoch ohne Angabe des Familiennamens der Mutter – sind Adolph und Coloman [56] angegeben. Balthasar selbst ist im Alter von 55 Jahren gestorben.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1018 u. 1747.