BLKÖ:Oppel, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Oppacher, Anton
Band: 21 (1870), ab Seite: 73. (Quelle)
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Oppel, Franz (Maler, geb. zu Böhmisch-Brod in Böhmen im Jahre 1757, gest. zu Wien im Jahre 1801). Im Alter von zehn Jahren kam O. zu dem seiner Zeit berühmten Freskomaler Franz Wrabecz, einem Bruder seiner Mutter, der sich zu jener Zeit in Ungarn auf dem Schlosse eines Magnaten aufhielt, in welchem Lande er überdieß als k. k. Landvermesser, angestellt war. Bei Wrabecz bildete sich O. bald ganz tüchtig in der Freskomalerei aus und erwarb sich den Ruf eines sehr geschickten Künstlers. Aus Ungarn ging O. nach Wien, wo er mehrere Aufträge ausführte, im März 1783 besuchte er aber sein Vaterland, und zwar zunächst seine Heimat Böhmisch-Brod. dann Prag, wo er mehrere Arbeiten ausführte. Seine Freskobilder finden sich in Böhmen, dann in Pesth, Ofen, Preßburg und in anderen Städten Ungarns. In Wien ließ er sich bleibend nieder, starb aber daselbst im Alter von erst 43 Jahren. – Sein jüngerer Bruder Anton erlernte bei einem anderen Bruder der Mutter, bei Joseph Wrabecz, der zu jener Zeit die Organisten- und Schulrectorstelle in Böhmisch-Brod versah, die Musik. Nachdem er einige Zeit bei seinem Onkel als Schulgehilfe thätig gewesen, ging er dann nach Ungarn, wo er sich im Jahre 1808 noch am Leben befand. Anton spielte vortrefflich die Orgel und Violine und, wie Dlabacz berichtet, besaß das Kirchenchor zu Böhmisch-Brod von Anton mehrere Compositionen, und zwar Arien, Offertorien und andere kleinere Musikstücke.

Nagler (G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler-Lexikon (München 1839, E. A. Fleischmann, 8°.) Bd. X, S. 365. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 114. – Dlabacz (Gottfr. Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 411. – Meyer (J.), Das große Conversations-Lexikon für die gebildeten Stände (Hildburghausen, Bibliographisches Institut, gr. 8°.) Zweite Abthlg. Bd. I, S. 558.