BLKÖ:Porsile, Giuseppe

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pork, Mathias
Band: 23 (1872), ab Seite: 125. (Quelle)
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Porsile, Giuseppe (Tonsetzer, geb. zu Neapel, nach Andern zu Bologna um das Jahr 1672, gest. zu Wien 29. Mai 1750, nach Bernsdorf-Schladebach und Gaßner bereits am 1 Mai 1730). War der Sohn eines Tonsetzers Carlo P., der gegen Ende des 17. Jahrhunderts zu Neapel lebte und durch seine Oper „Nerone“ bekannt geworden. Giuseppe P. war zuerst Kapellmeister in Neapel, von 1704 bis 1711 in der gleichen Eigenschaft zu Barcelona bei König Karl III., kam 1713[WS 1] nach Wien, wo er bei der Kaiserin Amalia Singlehrer war, bis er am 17. December 1720 nach dem Tode Genuesi’s dessen Stelle als Hofcompositor einnahm. Er starb im Alter von 78 Jahren, nachdem er letzteres Amt durch 30 Jahre verwaltet hatte. Seine Werke, Opern und Oratorien erfreuten sich seiner Zeit eines besondern Lobes von Seiten Hasse’s, der seinen Ausdruck „unübertrefflich“ nannte. Seine Schreibart war natürlich und doch [126] voll Kraft und Ausdruck. Er schrieb: „Sisara“, ein Oratorium (1719); – „Meride e Selinunte“, Oper (1721), – „I due re Roboamo e Geroboamo“, Oratorium (1724); – „Spartaco“, Oper (1726); – „Giuseppe riconosciuto“, Oratorium (1733); – „Davidde“, Oratorium, und vier italienische Cantaten für Singstimme und Clavier. Mehreres von seinen Arbeiten möchte wohl in der Musikalien-Sammlung der k. k. Hofbibliothek zu finden sein. Auch in Prag, in der dortigen Kreuzherrenkirche, kamen in den Jahren 1732 bis 1735 mehrere Compositionen Porsile’s zur Aufführung und zwar: 1732: das Oratorium „l’Ubidienza a Dio“; – 1733: „Iddio giusto e misericordi“ auch Oratorium und allem Anschein nach identisch mit dem schon erwähnten „I due re Roboamo e Geroboamo“, und 1735:„Giuseppe venduto da suoi fratelli in Egitto“. Gewiß ist die Zahl der Werke P.’s noch viel größer, denn über die Periode seines Schaffens in den Jahren 1704–1713 in Neapel und Barcellona, da er eben in der vollsten Manneskraft von 30 Jahren sich befand, ist fast gar nichts bekannt, wie denn überhaupt nähere Aufschlüsse über sein Wirken und Leben wünschenswerth wären.

Köchel (Dr. Ludwig Ritter von), Die kaiserliche Hof-Musikcapelle in Wien (Wien 1869, Beck), S. 73 u. 112. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1857, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 215. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 693. – Gerber (Ernst Ludwig), Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1790, J. G. I. Breitkopf, gr. 8°,) Bd. II, Sp. 176. – Derselbe, Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1813, A. Kühnel, gr. 8°.) Bd. III, Sp. 751.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1813.