BLKÖ:Predieri, Luca Antonio

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 23 (1872), ab Seite: 245. (Quelle)
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Predieri, Luca Antonio (kais. Hofcapellmeister und Tonsetzer, geb. zu Bologna 13. September 1688, gest. ebenda nach 1770). Trat bereits um das Jahr 1706[WS 1], damals kaum 18 Jahre alt, auf mehreren italienischen Bühnen als vortrefflicher Sänger mit Erfolg auf. Dann der Composition sich zuwendend, brachte er mehrere Opern zur Aufführung, welche damals großen Beifall fanden und seinen Namen, auch außerhalb der Grenzen seines Vaterlandes in rühmlichster Weise bekannt machten. Von diesen sind anzuführen: „Griselda“, aufgeführt 1711 zu Bologna; – „Astarto“, 1715 zu Rom; – „Lucio Papirio“, im nämlichen Jahre zu Venedig; – „Il trionfo di Solimano“, 1719 zu Florenz; – „Merope“, ebenda; – „Scipione il grande“, 1731 zu Venedig; – „Zoe“, 1736 ebenda; – „Il Sacrifizio di Abramo“, großes Oratorium, aufgeführt 1738 zu Wien, und „Isacco figura del redentore“, Oratorium nach Metastasio’s Text, ebenda 1740. Im Jahre 1739, am 6. Februar, kam er an Caldara’s Stelle als Vice-Hofcapellmeister zur kaiserlichen Hofcapelle und wurde nach J. J. Fux 1741 erfolgten Tode am 1. September 1746 dessen Nachfolger in der Hofcapellmeisterstelle. Am 17. Oktober 1751 wurde er mit Beibehaltung des Charakters und Gehaltes jubilirt, aber bis 1770 im Hofschematismus neben G. v. Reutter, der daselbst als zweiter Hofcapellmeister erscheint, als erster Hofcapellmeister aufgeführt. Bald nach seiner Jubilirung hatte Predieri in seine Vaterstadt sich zurückgezogen. P. zählte seiner Zeit zu den besten Meistern seiner Schule, indem er die ältere Richtung in seiner Kunst geschickt mit der neueren zu verbinden wußte, dabei besaß er eine lebhafte Phantasie und eine ungewöhnliche Stärke und Wahrheit im Ausdrucke; er war besonders ein Liebling des Kaisers Karl VI., der bekanntlich selbst ein großer Musikfreund war und mit P. gern zu plaudern liebte. Die Angabe seines Todesjahres 1743, die sich hie und da findet, ist ganz irrig, da er ja bis 1769 im Hofschematismus geführt wird und erst im genannten Jahre Reutter als erster Hofcapellmeister an Predieri’s Stelle erscheint.

Köchel (Ludwig Ritter v. Dr.), Die kaiserliche Hof-Musikkapelle in Wien von 1543 bis 1867. Nach urkundlichen Forschungen (Wien 1869, Beck, 8°.) S. 112. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Eduard Bernsdorf (Dresden 1857, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 231, Nr. 2. – Gerber (Ernst Ludwig), Historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1790, J. G. I. Breitkopf, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 190.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 1690.