BLKÖ:Rastic, Daniel Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rasp, Georg
Band: 25 (1873), ab Seite: 4. (Quelle)
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Rastic, Daniel Freiherr (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Bunich in Croatien im Jahre 1794, gest. zu Gospich 5. Mai 1853). Trat am 4. September 1809 als Stadtschreiber bei dem Ottachaner Grenz-Regimente ein, wurde Ende November d. J. Cadet und Unterofficier unter der französischen Regierung, bis er am 9. Februar 1814 zum Lieutenant im obbenannten Regiments vorrückte. Mitte Februar 1815 kam er in gleicher Eigenschaft in das Szluiner Grenz-Regiment Nr. 4, wurde in demselben am 23. Jänner 1828 Oberlieutenant und 21. April 1831 als Capitän-Lieutenant in das Liccaner Grenz-Regiment übersetzt, aus welchem er am 16. Juni 1832 als wirklicher Hauptmann in das Szluiner Grenz-Regiment Nr. 4 zurückkehrte. Daselbst rückte er am 23. December 1836 zum Major vor, wurde am 17. Juli 1840 Oberstlieutenant im Liccaner Grenz-Regimente Nr. 1, am 1. April 1848 Oberst im Peterwardeiner Grenz-Regimente Nr. 9 und am 27. Jänner 1849 General-Major und Brigadier im Armeecorps des Banus. Zuletzt erhielt er die Brigade der vereinigten croatisch-slavonisch-banatischen Militärgrenze zu Gospich, trat aber seiner zerrütteten Gesundheitsverhältnisse wegen als Feldmarschall-Lieutenant am 3. März 1853 in den Ruhestand über, den er nicht lange genoß, da er schon wenige Wochen darnach im Alter von 59 Jahren seinen Leiden erlag. In dieser wechselvollen Dienstzeit bewährte sich R. als tüchtiger Soldat. Die Feldzüge der Jahre 1812, 1813 und 1814 machte er in der französischen Armee mit und wurde zweimal verwundet. Nach seiner Wiedereintheilung in die österreichische Armee wirkte er als Bataillons-Adjutant und Professor in der [5] mathematischen Militärschule zu Thurn bei Karlstadt, später als Adjutant bei dem commandirenden General in Croatien, dann als ad latus des Generalcommando-Adjutanten in der Banal-Warasdiner-Karlstädter Grenze und seit December 1836 als Major und Generalcommando-Adjutant daselbst. Bei Beginn der ungarisch-croatischen Wirren im Jahre 1848 entwickelte R. große Thätigkeit bei der Organisirung der croatischen Armee und betheiligte sich bald nach Ausbruch der Feindseligkeiten als Oberst des Peterwardeiner Grenz-Regiments Nr. 9 mit demselben an der Vertheidigung der Landesgrenze und an den Gefechten der Südarmee. Sein Regiment, welches aus sieben Bataillonen bestand, trug viel bei zur Säuberung des Banates und des Batscher Comitates von den Rebellen und zeichnete sich insbesondere durch große Tapferkeit aus. Am 4. April 1849 bestand er als Brigadier das Gefecht bei Zapio Bicske mit seiner durch einen forcirten Marsch erschöpften, überdieß sehr schwachen Brigade. Es wurde daselbst gegen den an Truppen und Geschütz weit überlegenen Gegner mit großer Bravour gefochten. Die meisten Puncte wurden im Sturme genommen. Der Gegner, dem seine Verstärkungen und Geschütze wesentliche Unterstützung darboten, leistete den hartnäckigsten Widerstand, aber immer wieder behielt die unerschütterliche Tapferkeit der Grenzer die Oberhand. Insbesondere verrichteten die beiden Ottochaner Bataillone, bei denen sich General-Major Rastic, als den am meisten bedrohten, befand, Wunder der Tapferkeit. Fast jede einzelne Compagnie sprengte ein Bataillon Honvéds auseinander, und eine feindliche Cavallerie-Division, welche dem Vordringen der Unseren und der Flucht der Ihrigen Einhalt thun wollte, wurde von einem Schwarm Tirailleurs vom Ottochaner Regimente mit dem Bajonette angegriffen und zurückgeworfen. Der Feind wurde auf allen Puncten verdrängt, ihm acht Geschütze und ein Munitionskarren abgenommen und über 120 Gefangene gemacht, die große Zahl der Verwundeten ungerechnet, welche wegen Mangel an Transportmitteln von den Grenzern zurückgelassen werden mußten. Der Sieg der Unseren war ein vollständiger und dem zurückgeworfenen Feinde wurden noch auf seinem Rückzuge bedeutende Nachtheile zugefügt. Als dann der Gegner neue und große Verstärkungen[WS 1] erhielt und die Wiederaufnahme des Kampfes mit den durch den vorangegangenen Marsch und ein bereits sechsstündiges Gefecht vollends erschöpften Truppen nicht gerathen schien, unternahm R. einen geordneten Rückzug, während ihn der Feind mit all seinen Geschützen – 6 Batterien – unaufhörlich beschoß. Das Ergebniß des siegreichen Tages war nach dem Gefechtsrapporte das folgende: die Brigade Rastic zählte im Ganzen 743 Rotten und 2 Fußbatterien; der Feind verfügte nach Aussage der gefangenen Officiere über eine Cavallerie- und drei Infanterie-Brigaden und über 40 Geschütze. Nach beendetem Kampfe waren 10 Geschütze, 4 Munitionskarren und über 200 Gefangene die Siegestrophäen der Grenzer. Später, nachdem sich das Corps des Banus Jellačić mit der Südarmee vereinigt hatte, erhielt R. Befehl, mit seiner Brigade nach Karlowitz zur Cernirung Peterwardeins abzurücken. Als dann am 11. Juli Jellačić sein Hauptquartier von Sove nach Kiskér verlegt hatte, wurde R. im Beisein von Abtheilungen aller daselbst vereinten Regimenter von dem Banus [6] eigenhändig mit dem Theresienkreuze geschmückt, das ihm in der 153. Promotion (vom 29. Juli 1849) zuerkannt worden war. Nach dem Treffen bei Hegyes hielt R. die Brücke bei Verbász so lange gegen den überlegenen Feind besetzt, bis alle Geschütze in Sicherheit gebracht waren und die Südarmee den Rückzug gegen Kacs fortsetzen konnte. Nach dem Frieden übernahm R. das Commando einer Brigade zu Gospiz, das er bis zu seinem Uebertritte in den Ruhestand behielt. Im Juni 1852 wurde R. den Statuten des Ordens gemäß in den erbländischen Freiherrnstand erhoben. Rastic erscheint auch (z. B. bei Strack) Rasztich geschrieben, wir folgen der Schreibart, der er sich selbst bediente.

Freiherrnstands-Diplom ddo. 6. Juni 1852. – Strack (Joseph), Die Generale der österreichischen Armee. Nach k. k. Feldacten und anderen gedruckten Quellen (Wien 1850, Jos. Keck u. Sohn, 8°.) S. 596. – Hirtenfeld (J.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 1668 u. 1753 (nach diesem[WS 2] gest. am 5. April 1853]. – Oesterreichischer Militär-Kalender. Herausg. von Hirtenfeld (Wien, 8°.) V. Jahrgang (1854), S. 183 [nach diesem gest. am 5. Mai 1853]. – Oesterreichischer Soldatenfreund (Wien, 4°.) Jahrg. 1853, S. 334: „Nekrolog“. – Wappen. Quadrirter Schild und Mittelschild. 1 und 4: in Roth auf einem silbernen Schildesfuße, über welchem aus dem Fußrande ein rother Sparren aufsteigt, steht ein aufgerichteter goldener Löwe mit ausgeschlagener rother Zunge, in der rechten Vorderpranke einen blanken Säbel an einem goldenen Gefäße zum Streiche führend, beide einwärts gekehrt und je mit einer goldenen Krone geschmückt; 2 und 3: in Blau ein goldener Stern und ein silberner Mond, u. z. im oberen Felde schrägrechts, im unteren schräglinks übereinander gestellt und beide Monde einwärts gekehrt. Der Mittelschild ist von Gold und Silber quergetheilt und mit einer natürlichen Eiche belegt, welche aus dem mittleren der drei Felsen, die an dem Fußrande sich befinden, emporwächst. Auf dem Hauptrande des Schildes ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich drei gekrönte Turnierhelme erheben. Auf der Krone des mittleren in’s Visir gestellten Helms steht die im Mittelschilde beschriebene Eiche auf der Felsenspitze. Aus der Krone des rechten nach innen gekehrten Helms wächst der goldene Löwe von 1 und 4, und auf jenem des linken befinden sich zwei hintereinander gestellte, mit den Sachsen rechtsgekehrte blaue Adlersflügel, von denen der hintere mit dem goldenen Sterne, der vordere mit dem silbernen Monde belegt ist. Die Helmdecken. Jene des mittleren sind grün, des rechten roth, des linken blau, sämmtlich zur rechten Seite mit Gold, zur linken mit Silber unterlegt. Schildhalter. Auf einem unter dem Schilde sich hinziehenden silbernen Bande zwei stehende Männer (Seressaner) mit blonden Haaren und Schnurbärten, jeder mit einem rothen, vorn offenen und mit kurzen weiten Aermeln versehenen Wamse und unter diesen am Unterarme hervorgehenden engen gelben Aermeln, dann mit einer rothen, mit silbernen Knöpfen und Schnüren besetzten, bis zum Gürtel offenen Weste und über diese mit einem umgeschlagenen weißen Hemdkragen und einem weiten blauen, bis an die Knie reichenden Beinkleide, blauen Strümpfen und mit rothen Riemen angeschnürten Sandalen bekleidet. Auf dem Kopfe trägt jeder eine rothe goldverbrämte gespitzte, an der Spitze mit einer goldenen Quaste versehene Mütze, welche dem Manne rechts über die rechte, jenem links über die linke Schulter abhängt. Unter dem offenen Wamse jedes dieser zwei Männer ist ein breiter lederner Gürtel, dessen Mitte mit einem blau und weiß gestreiften Tuche umschlungen ist, sichtbar; im Gürtel stecken je ein Handschar und zwei Pistolen. Der Mann zur rechten Seite hält mit der rechten, jener zur linken Seite mit der linken Hand eine pfahlweise gestellte Büchse und hält mit der andern den Schild angefaßt. Devise. Auf dem silbernen Bande, worauf beide Männer stehen, liest man in schwarzer Lapidarschrift die Worte: Za Boga, Cara i Dom (d. i. Für Gott, Kaiser und Vaterland).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Verstärkunkungen.
  2. Vorlage: die-em.