BLKÖ:Ratkóvszky, Stephan von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ráth, Joseph
Band: 25 (1873), ab Seite: 18. (Quelle)
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Ratkóvszky, Stephan von (k. k. Rittmeister, geb. in Ungarn, gest. den Heldentod für das Vaterland bei Habelschwerdt am 18. Jänner 1779). Erscheint hie und, da ganz irrig Rakowsky geschrieben, wodurch leicht eine Verwechslung mit dem Maria Theresien-Ordensritter Martin Freih. Rakovszky von Nagy-Rakow [s. d. Bd. XXIV, S. 302] möglich ist. Stephan Ratkóvszky entstammt einer ungarischen Adelsfamilie, welche im Neutraer und Graner Comitate seßhaft ist und von König Karl III. (Kaiser Karl VI.) mit Diplom vom 21. October 1714 geadelt wurde. Stephan, der Sohn des Johann R., zeigte von früher Jugend große Vorliebe für den Soldatenstand, trat im Regimente Wurmser-Huszaren ein und rückte in demselben zum Rittmeister vor. In dieser Charge war es ihm beschieden, durch eine Heldenthat, welche an jene des Schweizers Winkelried erinnert, sich ein bleibendes Andenken in der Kriegsgeschichte zu stiften. Das Regiment Wurmser kämpfte im bayerischen Erbfolgekriege. Nachdem im Winter 1778 die österreichischen Truppen bereits in die Winterquartiere gezogen waren, wurde doch in Oberschlesien, der Grafschaft Glatz und im Gebirge der kleine Krieg fortgesetzt und von Seite der Oesterreicher wurden mehrere erfolgreiche Angriffe und Ueberfälle unternommen. Einer der bedeutendsten ist jener auf Habelschwerdt und das Blockhaus bei Oberschwedeldorf am 18. Jänner 1779. Bei diesem Angriffe sah der Commandant voraus, daß der preußische Befehlshaber in Glatz den angegriffenen militärischen Posten zu Hilfe eilen würde. Nach den ersten Kanonenschüssen hatte dieser auch ein zusammengesetztes Bataillon den Angegriffenen zur Unterstützung gesandt. Wurmser, durch seine Streifposten von dessen Abmarsch unterrichtet, rückte denselben mit drei Escadrons, theils von seinem, theils vom Barkó’schen Huszaren-Regimente entgegen. Die Preußen bildeten ein Viereck; Wurmser befahl, es zu sprengen, aber zweimal wurden die Huszaren durch die Bajonnete und das Musketenfeuer der Preußen abgetrieben. Da rief Ratkóvszky seiner Escadron [19] zu: „Brüder, wir müssen hinein und solltet ihr den Weg über meinen Leichnam finden“. Mit dem den ungarischen Reiter immer begeisternden Zurufe: „Rajta, Magyar, Rajta!“ stürzte sich der Held in die feindlichen Bajonnete, erhielt eilf Wunden, bahnte aber, wie einst Arnold von Winkelried bei Sempach, den Seinigen, die ihm treulich folgten, den Weg zum Siege. Ein Theil der Preußen verlor das Leben unter den Säbelhieben der erbitterten Huszaren; die übrigen konnten das ihrige nur durch das Wegwerfen ihrer Gewehre retten. R. verschied noch auf dem Schlachtfelde. Die Familie aber, welcher dieser Held angehört, blüht noch heute und ziemlich zahlreich in Ungarn.

Oesterreichs Pantheon. Gallerie alles Guten und Nützlichen im Vaterlande (Wien 1831, M. Chr. Adolph, 8°.) Bd. II, S. 169: „Stephan Ratkovsky“. – Vaterländische Blätter für den österreichischen Kaiserstaat (Wien, 4°.) Jahrg. 1808, S. 180. – (Hormayr’s) Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, 4°.) I. Jahrg. (1810), Nr. 85–87: „Rückerinnerung an österreichische Helden. Von J. W. Ridler. Heroismus“ [daselbst mit dem irrigen Namen Rakowsky]. –