BLKÖ:Rosenegger, Joseph

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rosenegger, Lorenz
Band: 27 (1874), ab Seite: 21. (Quelle)
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Rosenegger, Joseph (Kunstgärtner, geb. zu Salzburg im Jahre 1765, Todesjahr unbekannt). Widmete sich der Kunstgärtnerei und bereiste zu seiner Ausbildung mehrere Länder der Monarchie, wie Mähren, Galizien, Ungarn u. a., wo er die Gärten und Parkanlagen auf den Schlössern des Adels besuchte. Nach seiner Rückkehr in die Heimat, 1791, begann er eine Verschönerung im Gebiete der Stadt Salzburg, die seinem Namen bleibende Erinnerung sichert. Er kaufte nämlich im genannten Jahre das Gut Birgelstein in der äußeren Steingasse am rechten Ufer der Salzach und schuf das dortige felsige, unwirthbare Terrain in liebliche Anlagen um, und in Folge seiner unermüdeten Thätigkeit entstanden in nächster Nähe der Stadt an der sonst verödeten und und verlassenen Stätte gut gepflegte Obst-und Gemüsegärten, Blumenparterre und anmuthige Lauben, während in seinen Treibhäusern der Pflanzensammler Gelegenheit fand, manches bis dahin in Salzburg wenig oder gar nicht bekannte Gewächs in guten, sorgfältig gepflegten Exemplaren kennen zu lernen. Der für Naturschönheiten so empfängliche Graf v. Spaur widmet in seinen „Spatziergängen in den Umgebungen Salzburgs“ (Bd. I, S. 23) Rosenegger’s auf den „Gräbern der Vorzeit“ in’s Leben gerufenen Anlagen einige warm empfundene Worte. Die Worte: „Gräber der Vorzeit“ sind aber nicht eine poetische Phrase, sondern Wirklichkeit, und eben dadurch gelangten Rosenegger’s Anlagen zur eigentlichen Berühmtheit. Bei Beginn seiner Verschönerungsarbeiten gerieth R. im Jahre 1792 auf römische Alterthümer, welche bald die Aufmerksamkeit von Alterthumsfreunden auf sich zogen und auch eine ganze Literatur in’s Leben riefen. Die ungemein reichhaltige Sammlung, die sich durch erneuerte Nachgrabungen in den Jahren 1815 und in den folgenden bis zum Jahre 1833 stark vermehrte, gelangte zuletzt durch Kauf in den Jahren 1833 und 1837 in den Besitz des kunstsinnigen Königs Ludwig von Bayern und bildet gegenwärtig als „Birgelstein’sche Sammlung“ einen besonderen Bestandtheil der Vereinigten Sammlungen zu München. Rosenegger’s Sammlung umfaßte Urnen, Glasobjecte, Gegenstände aus lichtgrauem Thone, Figuren aus Alabaster, aus Marmor, aus edlen und unedlen [22] Metallen und Münzen. Benedict Pillwein gibt in seinen „Biographischen Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer ... Künstler“ auf S. 312–322, und die „Oesterreichische National-Encyklopädie“, Bd. IV, S. 414, eine ausführliche Darstellung dieser wichtigen und kostbaren Sammlung und auch eine Uebersicht der darüber erschienenen, ziemlich reichen Literatur, zu welcher hier der Titel der neuesten und übersichtlichsten Darstellung der Sammlung zugefügt wird, nämlich der größere Aufsatz: „Die Birgelstein’sche Sammlung aus Salzburg“, beschrieben von Joseph von Hefner im „Abendblatte der Neuen Münchener Zeitung“ 1857, Nr. 55, 56 u. 57. Ueber Rosenegger’s nähere Lebensumstände liegen keine Nachrichten vor, nur mögen sie in Anbetracht der Worte Pillwein’s, der ihn am gedachten Orte. S. 312, „einen kunstliebenden, thätigen, durch viele Unglücke geprüften Mann“ nennt, nicht eben sehr günstig gewesen sein.

Pillwein (Benedict), Biographische Schilderungen oder Lexikon Salzburgischer, theils verstorbener, theils lebender Künstler u. s. w (Salzburg 1821, Mayr, kl. 8°.) S. 195. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 414. –